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Der Tag beginnt seit Wochen sehr früh für Armand Zorn. Er will bei der Bundestagswahl den Wahlkreis 182 in Frankfurt gewinnen. Foto: Christoph Boeckheler
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Der Tag beginnt seit Wochen sehr früh für Armand Zorn. Er will bei der Bundestagswahl den Wahlkreis 182 in Frankfurt gewinnen.

Bundestagswahl 2021 in Frankfurt

SPD-Kandidat Armand Zorn: Der Modernisierer

  • Christoph Manus
    VonChristoph Manus
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Armand Zorn will bei der Bundestagswahl den Frankfurter Wahlkreis 182 gewinnen. Deutschland sieht er schlecht für die Zukunft vorbereitet, vor allem beim Thema Digitialisierung.

Für Armand Zorn hat der Tag vergleichsweise spät begonnen. Von 7 Uhr an hat er am Westbahnhof in Bockenheim Flyer verteilt, um für die SPD und sich als Direktkandidat für den Bundestag zu werben. Oft sei er noch früher unterwegs, sagt der 33-Jährige bei einem Kaffee am Rande der Altstadt. Am Vortag stand er um 5 Uhr an einem Werkstor.

Bereits Ende Mai hat der Unternehmensberater, der im westlichen Wahlkreis 182 antritt, mit dem Wahlkampf begonnen, seitdem an fast 5000 Türen geklingelt, in vielen Siedlungen, wo sich Menschen abgehängt fühlen, enttäuscht sind von der Politik. Die Gespräche seien schon mal schwierig, ja konfrontativ. „Aber ich bin für eine harte inhaltliche Auseinandersetzung zu haben.“

Mit 12 ist Armand Zorn aus Kamerun nach Halle gekommen

Kämpfen musste Zorn früh. Als er mit 12 Jahren mit seiner Familie aus Kamerun nach Halle kommt, kann er noch kein Wort Deutsch. Das Schulamt will ihn in die vierte Klasse schicken. Sein Adoptivvater, der aus Leipzig stammt, und seine Mutter müssen Schule um Schule abklappern, bis sie eine finden, die ihn altersgemäß einstuft. Gut ist er in Mathematik. „Da brauchte man nicht viel Sprachkenntnisse.“

Schon als Schüler beginnt Zorn, sich politisch zu engagieren. Halle ist damals eine NPD-Hochburg. Neonazis gehen regelmäßig auf die Straße. „Ich hatte die Wahl: Ich verkrieche mich oder ich versuche, mich dagegen zu stemmen.“ Zorn geht auf Demos gegen rechts, lernt dort Jusos kennen.

Was Zorn mag

Lieblingsort im Wahlkreis : Palmengarten

Lieblingspolitiker:in aus einer anderen Partei : Aminata Touré (Landtagsabgeordnete der Grünen in Schleswig-Holstein)

Andere Lieblinge: Felix Jaehn (Musiker), Johann Wolfgang von Goethe (Autor), Leonardo DiCaprio (Schauspieler). cm

Als Student der Volkswirtschaft, des Wirtschaftsrechts und der Politikwissenschaft tritt er später in die SPD ein. Als er 2015 wegen des Berufs nach Frankfurt zieht, engagiert er sich unter anderem bei den Jusos, deren stellvertretender Bezirkschef er zwei Jahre lang ist.

Armand Zorn: Kinder müssen früh das Programmieren lernen

Zorns große Themen sind die Wirtschafts- und Finanzpolitik und die Digitalisierung. Er will sich dafür einsetzen, dass Deutschland innovativer wird, nicht den Anschluss verpasst. Die IT-Infrastruktur zu verbessern, sei das eine. Entscheidend für den Sozialdemokraten ist die Bildungspolitik. „Wir bereiten unsere Kinder nicht auf die Welt von morgen und übermorgen vor.“ So früh wie möglich müssten diese etwa den Umgang mit Medien und das Programmieren lernen.

Gefährlich findet Zorn, dass Unternehmen und Staat seit Jahren immer weniger Geld in Forschung und Entwicklung steckten. Ändern will er das etwa mit einem Fonds, der Unternehmen bei Innovationen unterstützen soll. Bis zu zehn Milliarden Euro würden nach seinen Vorstellungen fünf Jahre lang pro Jahr fließen, geknüpft allerdings an die Bedingung, dass die Vorhaben ökologisch, sozial, ethisch sind.

Frankfurter SPD-Kandidat wirbt für gleiche Aufstiegschancen

Stark macht sich Zorn zudem für gleiche Aufstiegschancen, unabhängig vom Geld der Eltern, der Hautfarbe, der Religion oder der Herkunft. Und das auch aus gesellschaftlichen Gründen. Das Land könne es sich schlicht nicht leisten, weiterhin auf so viel ungenutztes Potenzial zu verzichten, sagt der Sozialdemokrat.

Zorn muss den Wahlkreis, zu dem die Arbeiterstadtteile im Westen zählen, aber auch etwa Dornbusch, Westend und Innenstadt, gewinnen, um in den Bundestag zu ziehen. Einfach wird das nicht. Die CDU lag schon dreimal in Folge vorn. Nun schickt sie Axel Kaufmann ins Rennen, der als langjähriger Vorsitzender des Ortsbeirats 2 sehr bekannt ist im Wahlkreis. Zorn rechnet mit einem Dreikampf mit Kaufmann und der Grünen-Kandidatin Deborah Düring.

Hoffnung machen ihm nicht nur die inzwischen sehr guten Umfragewerte für seine Partei. Auch bei seinen Hausbesuchen und an den Infoständen spüre er steigenden Zuspruch. „Man merkt, dass die Leute Olaf Scholz gut finden.“ Christoph Manus

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