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Aus dem mehr als 500 Jahre alten Gemälde „Der Garten der Lüste“ ist ein fantastisches Computerspiel in 3D geworden. Zu sehen ist es nun im Museum für Kommunikation in Frankfurt.
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Aus dem mehr als 500 Jahre alten Gemälde „Der Garten der Lüste“ ist ein fantastisches Computerspiel in 3D geworden. Zu sehen ist es nun im Museum für Kommunikation in Frankfurt.

Museum für Kommunikation Frankfurt

Der Garten der Lüste in Frankfurt

  • Andreas Hartmann
    VonAndreas Hartmann
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Eintauchen in ein dreidimensionales Meisterwerk: Eines der rätselhaftesten Werke der Kunstgeschichte kann im Museum für Kommunikation Frankfurt ganz neu erlebt werden

Dieses Treiben ist spektakulär, um nicht zu sagen, skandalös: Bis heute erstaunt die wilde Fantasie des niederländischen Malers Hieronymus Bosch, und sein Hauptwerk, „Der Garten der Lüste“, ist eines der berühmtesten, aber auch rätselhaftesten Werke der europäischen Kunstgeschichte. Das Bild kommt daher wie ein mittelalterlicher Kirchenaltar, aber oh, là, là, wenn man mal genau hinschaut …

Im Prado-Museum in Madrid hat man dazu wenig Gelegenheit, das Bild wird umdrängt von Besucher:innen, die einen Blick erhaschen wollen auf die wimmelnden nackten Leiber, die an riesigen Erdbeeren naschen, die verrückten Fabeltiere und riesigen Fische, die bizarre Architektur, die für einen Science-Fiction-Film entworfen scheint, jedenfalls irritierend modern wirkt.

Im Frankfurter Museum für Kommunikation lässt sich der Garten der Lüste nun ganz anders und sehr gegenwärtig erleben. Mit Hilfe virtueller Realität ist aus dem zweidimensionalen Gemälde ein überaus prachtvolles dreidimensionales Computerspiel geworden, das einen eintauchen lässt in diese unglaubliche dreidimensionale Welt, die eine Mischung aus Disneyworld, verrücktem Traum und FKK-Oase zu sein scheint. Dort kann man mit den erdbeeressenden Nackten reden, Ungeheuer jagen und Steine in das plätschernde Wasser werfen. Sieben Aufgaben zu den sieben dargestellten Todsünden führen durch diese Welt, die von höllischen Wesen bedroht wird. Besonders reizvoll: Das Design ist nicht fotorealistisch, sondern erinnert an Pinselstriche. Selbst die feinen Risse in dem mehr als 500 Jahre alten Gemälde und dessen Patina sind sichtbar.

Drei Stiftungen haben die Ausstellung „Delightful Garden VR“ ermöglicht. Das Frankfurter Unternehmen Time-Leap VR, 2016 von Michael Gödde (30) und Julian Völgert (32) gegründet, will damit zeigen, was heute technisch möglich ist – der „Garten der Lüste“ ist zwar ein Spiel, doch ließe sich mit ähnlicher Technik auch besser lernen, wie Völgert erzählt. „Wir haben untersucht, dass sich etwa Vokabeln viel einfacher merken lassen, wenn man sie mit einem dreidimensionalen Bild verbindet.“

Das Bosch-Meisterwerk hat das junge Team aus dem Frankfurter Osthafen offensichtlich begeistert. Fast 20 Leute hätten teils unentgeltlich an dem Projekt gearbeitet, darunter auch Kunstgeschichtsstudierende, berichtet Gödde. „Für uns ist das ein Experiment, was technisch machbar ist.“ Auch Völgert betont, welche interessanten Perspektiven das böte: Mit Hilfe der von seinem Unternehmen entwickelten Software ließe sich jeder Alte Meister in ein auch für Jugendliche attraktives Format übersetzen.

Zwei Wermutstropfen gibt es allerdings in der Ausstellungspräsentation: Um das etwa 25 Minuten lange Spiel zu spielen, sollte man gut Englisch verstehen. Und es steht nur eine Station zur Verfügung, deshalb dürfte es zu längeren Wartezeiten kommen.

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