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Der Frankfurter Stadtwald hat Geburtstag

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Von: Thomas Stillbauer

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Zwei, die zusammengehören: der Stadtwald und die Stadt, vom Goetheturm aus betrachtet.
Zwei, die zusammengehören: der Stadtwald und die Stadt, vom Goetheturm aus betrachtet. © ROLF OESER

Zehn Leserinnen und Leser können beim 650-Jahre-Festakt dabeisein. Vier Tage später folgt dann das Volksfest für alle.

Frankfurt feiert seinen Stadtwald, und zehn FR-Leserinnen und -Leser können schon beim Festakt dabeisein. Exklusiv gefeiert wird am 25. Mai im Institut für Stadtgeschichte – und dann noch einmal vier Tage später mit einem großen Fest für alle draußen im Wald.

650 Jahre alt wird dieser so sehr geliebte und doch auch so sehr gequälte Wald in diesem Jahr. Obwohl das natürlich nur die halbe Wahrheit ist. Den Wald gibt es ja schon seit, sagen wir: Menschengedenken. Wenn nicht sogar schon seit Dinosauriergedenken. Wenn nicht noch länger. Natürlich noch viel länger. Und zwar fast überall, wo kein Wasser war. Erst wir Menschen haben ihn dermaßen dezimiert.

Aber einiges von der baumbewachsenen Fläche steht auch heute noch und hält uns am Leben. Beispielsweise der Frankfurter Stadtwald. 1372 kauft ihn die Stadt dem Kaiser Karl IV. ab, die Urkunde wird auf den 2. Juni ausgestellt. Gut 50 Jahre später werden die ersten Nadelbäume gesät; bis dahin war der Stadtwald ausschließlich von Laubbäumen bewachsen, wie aus den Daten des Grünflächenamts hervorgeht. Und immer wieder gibt es Streit mit den Offenbacher Nachbarn, aber auch mit dem Deutschherrenorden – es geht um die Weiderechte für Schweine und Schafe.

Mitfeiern

Wir verlosen fünf mal zwei Plätze für den Stadtwald-Festakt am Mittwoch, 25. Mai, 18 Uhr im Frankfurter Institut für Stadtgeschichte im Karmeliterkloster. Wer dabeisein möchte, geht auf www.fr.de/gewinnspiel im Internet und gibt als Lösungswort an: Stadtwald-Festakt. Die Ersten werden die Gewinnerinnen und Gewinner sein und von uns benachrichtigt. Viel Erfolg!

Diese Konflikte sind inzwischen beigelegt. Andere kamen neu hinzu: Der Flughafen biss sich große Stücke aus dem Stadtwald heraus. Der Klimawandel macht, wie überall auf der Welt, praktisch alle Bäume der größten Frankfurter Oase krank. „Aber dieses einzigartige Kultur- und Naturgut müssen wir auch schützen“, sagt die Frankfurter Klima- und Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne): „Gegenüber keiner anderen Fläche haben wir eine so große Verpflichtung für die künftige Generationen.“ Wenn der Begriff „Enkelfähigkeit“ eine Bedeutung habe, so Heilig, dann im Zusammenhang mit dem Stadtwald.

Zum Jubiläum dreht der Filmemacher Thomas Claus, bekannt durch seine hochgeschätzte Arbeit zum Goetheturm-Wiederaufbau, eine etwa halbstündige Dokumentation. In diesen Tagen ist er mit dem Kameramann unterwegs im Wald und lässt viele Leute zu Wort kommen, die etwas mit dem nicht nur am Wäldchestag innig verehrten Forst zu tun haben. „Der Stadtwald ist so etwas wie die gute Stube der Stadt“, das hat Claus bei seinen Recherchen bestätigt gefunden. Es sei außergewöhnlich, dass es seinerzeit gelang, diesen Wald zu kaufen – und die Frankfurter hätten ja auch sehr viel Geld dafür auf den Tisch gelegt, 8800 Gulden.

Claus hat wieder viel Spannendes entdeckt, auf den Film darf man gespannt sein. Zum Festakt am Mittwoch, 25. Mai, werden außerdem unter anderem die Jagdhornbläser „Rallye Rheingau“ aufspielen, Stadträtin Heilig spricht über „den kostbarsten Schatz unserer Stadt“, es gibt Vorträge, eine Videobotschaft von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) und eine Gemeinschaftsproduktion von Volksbühne-Chef Michael Quast und dem Karikaturistenduo Greser und Lenz: „Geschichten aus dem Frankfurter Wald – live und auf Papier“.

Beim Volksfest am Sonntag, 29. Mai, 12 bis 17 Uhr am und im Informationszentrum Stadtwaldhaus/Fasanerie, folgt dann ein großes Programm ebenfalls mit Jagdhornklängen, Waldgeschichten, Kinderspielen, Holzsägen, Baumklettern, Tierführungen – mehr Einzelheiten will die Stadt noch bekanntgeben.

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