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Ein Zuhause im Huthpark für die Gute Luise – so heißt eine alte Birnensorte.
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Ein Zuhause im Huthpark für die Gute Luise – so heißt eine alte Birnensorte.

Stadtnatur

Der Frankfurter Huthpark wird zur Streuobstwiese

  • Thomas Stillbauer
    vonThomas Stillbauer
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Erstmals seit vielen Jahren pflanzt die Stadt wieder Apfel- und Birnbäume in einen Park. Es ist der erste Abschnitt der Sanierung, und bald folgt ein weiterer Schritt.

Wer hätte das geahnt: Früher wuchs und gedieh Obst im Huthpark. Und so soll es wieder kommen. Am Freitag pflanzen kräftige Männer mit moralischer Unterstützung der Umweltdezernentin 20 Obstbäume auf die große Wiese. Sonne und Graupelschauer begleiten abwechselnd das Werk. Bis die ersten Früchte reif sind, dürfte es dauern, aber ein Anfang ist gemacht.

Gestatten: Freiherr von Berlepsch, Boskoop und Rheinische Schafsnase, Gute Luise von Avranches, Gellerts Butterbirne und Mirabelle von Metz – so heißen die illustren alten Obstsorten. „Der Huthpark ist denkmalgeschützt, und genau an dieser Stelle haben früher einmal Obstbäume gestanden“, sagt Dezernentin Rosemarie Heilig (Grüne). „Die sollen hier wieder wachsen, wie es der Entwurf für den Park vor mehr als 100 Jahren vorsah.“

Weil der Park seit Jahren der Sanierung harrt, schaute Landschaftsarchitektin Uta Perlewitz vom Grünflächenamt mal nach, was da eigentlich in den alten Plänen vorkam: „Aha, es gab Obst.“ Heute eher ungewöhnlich. Aber warum eigentlich nicht.

Die Grünplanung schloss sich mit Fachleuten zusammen, etwa vom nahen Mainäppelhaus auf dem Lohrberg. Schnell war klar, dass es wieder alte Sorten sein sollten, auch um ihren Wert zu betonen und sie nicht untergehen zu lassen zwischen all dem billigen Supermarktobst.

Gerade graben die Männer in den grünen Jacken die nötigen Löcher in den Boden, 60 Zentimeter tief. „Da kommt Lava mit rein“, sagt Rosemarie Heilig. Lava? Aus Island? Von den Kanaren? Nicht ganz so weit her – aus Kevelaer, also vom Niederrhein. Lava sorgt dafür, dass Luft und Wasser durchdringen. Obstbaumwurzeln mögen das. 15 Apfelbäume kommen in den Genuss, die anderen fünf Stämme sind Birnen und Mirabellen.

Und drum herum? Wiese, die auch blühen darf, den Insekten und Vögeln zuliebe. Das Geläuf ist ohnehin nicht zum Fußballspielen geeignet, viel zu zerfurcht und auch reich an Hundefutter, das hinten wieder herauskam. Im Huthpark dürfen Hunde toben.

Neue alte Wege

Die Wege brauchen dringend eine Sanierung. Sie sollen in den nächsten Monaten, ebenfalls nach historischem Vorbild, breiter werden und, nach modernen Erkenntnissen, aus hellem Asphalt gestaltet sein, unterbrochen von wassergebundener Oberfläche, wo es den Bäumen zuliebe nötig ist. Zustände wie zuletzt, als Starkregenwasser die Wege hinabrauschte, Bodenbelag mitreißend, sollen der Vergangenheit angehören. Für die Sanierung sind 1,18 Millionen Euro bewilligt, die Obstbaumpflanzung macht 15 000 Euro.

Mitten im Park ist eine Gruppe Blutbuchen mit einem Holzzaun abgegrenzt. Die 200 Jahre alten Bäume leuchteten im Sommer blutrot, gemeinsam „wie eine einzige Buche“, schwärmt Heilig. Jüngst fiel eine der Majestäten tot um. Warum, sollen Fachleute ermitteln. Die Zeit wird zeigen, was der Verlust dieses Baumes für die Stabilität der Gruppe bedeutet.

Der Wert unserer Bäume sei im Klimawandel unermesslich, sagt Stadträtin Heilig. Sie sei wild entschlossen, alles zu tun, damit Frankfurt künftig genug Bäume habe: „Dafür müssen wir Geld in die Hand nehmen, und dafür bin ich auch bereit zu kämpfen.“

Das blüht uns einst wieder: historisches Park-Obst.

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