OB Peter Feldmann und Zimmerleute beim Richtfest am neuen Goetheturm.
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Stadtwald

Der Frankfurter Goetheturm steht

  • Stefan Simon
    vonStefan Simon
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Die Bauarbeiten sind mit dem Richtfest abgeschlossen, doch bis zur Eröffnung müssen sich die Frankfurterinnen und Frankfurter noch gedulden, denn die ist erst für Oktober geplant.

Nun ist auch die letzte Hürde für die Neueröffnung des Goetheturms gemeistert worden. Nachdem am Dienstagabend die Bauarbeiter die Dachkonstruktion aufsetzten, folgte gestern das Richtfest. Zur Tradition gehört der Richtspruch der Zimmerleute, die in einer der unteren Etagen standen, aufgesagt von Projektleiter Benedikt Max: „Dreifach Hoch und das mit Stolz“, dann warf er ein Glas mit einem Schluck Wein zu Boden.

Zuvor sprach Oberbürgermeister Peter Feldmann, bedankte sich bei allen Beteiligten und nannte den Goetheturm einen „Meilenstein für die Stadt“. „Unser Wahrzeichen ist wieder da. Die Wut bei so vielen Leuten war groß, als der Goetheturm abbrannte.“

An der Zeremonie nahmen neben Baufirmen und Planern auch Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Grüne) und Baudezernent Jan Schneider (CDU) teil. Der Anblick des neuen Goetheturms sei „einer der vielleicht glücklichsten Momente in dieser Zeit“, sagte Heilig. „Ein Anblick, den wir seit dem Brandanschlag so sehr vermisst haben. Wir werden gut aufpassen, dass wir ihn nicht wieder verlieren.“

Auch viele Besucherinnen und Besucher sind an diesem sonnigen Donnerstag gekommen. Für einige Frankfurter ist der Goetheturm mit Erinnerungen an die Kindheit und mit vielen Emotionen verbunden. So wie für Markus Manneberger, Ausrichter des Goetheturmfests. Er hatte Tränen in den Augen, als er kurz vorm Richtspruch sich bei allen Teilnehmenden, von den Spenderinnen bis zu den Bauarbeitern, bedankte. „Die königlose Zeit ist vorbei. Vom Main aus kann man jetzt wieder die Spitze des Goetheturms sehen“, sagte er, und wieder floss eine Träne.

Für Susanne Pleines, die 40 Jahre lang in Sachsenhausen wohnte, sei der neue Goetheturm eine gute Lösung. „Als ich von dem Brand erfuhr, hatte ich Herzschmerzen. Es ist so schön, dass er wieder da ist.“

Doch die Frankfurterinnen und Frankfurter müssen sich noch ein wenig gedulden, bis sie die Aussicht vom Turm auch genießen können. Die Eröffnung hänge vom Verlauf der Covid-19-Pandemie ab, sagte ein Sprecher. Zugangsregelungen sollen verhindern, dass zu viele Menschen gleichzeitig ohne Abstand den Turm erklimmen. Aktuell ist die Eröffnung für Oktober 2020 geplant. (mit dpa)

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