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Der Liberale Yanki Pürsün kann in alle Rollen schlüpfen.
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Der Liberale Yanki Pürsün kann in alle Rollen schlüpfen.

RÖMERBRIEFE

Der doppelte Yanki

  • Sandra Busch
    VonSandra Busch
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  • Georg Leppert
    Georg Leppert
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Opposition im Landtag, Koalition im Stadtparlament – wechselnde Rollen für FDP-Mann Pürsün, die zu Verwirrungen führen könnten. Die FR-Glosse aus dem Frankfurter Römer.

Leppert: Der Yanki Pürsün…

Busch: Jetzt hast du schon wieder Yankiiiii gesagt.

Leppert: Der Yanki Pürsün ist viel multitaskingfähiger als ich.

Busch: Vor allem solltest du mal fähig sein, dir zu merken, dass er zwar Yanki geschrieben wird, dass man aber Yanke sagt. Stand bei uns in der Zeitung.

Ob Sie wollten oder nicht, es wird Ihnen kaum entgangen sein, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Die deutsche Nationalmannschaft ist ausgeschieden. So geht es eben manchmal. Gut mit dabei, immerhin die Todesgruppe überstanden, trotzdem nun draußen. Kennt man in der Politik ja auch. Ging der CDU nicht anders. Immerhin 21,9 Prozent bei der Wahl geholt und trotzdem ausgeschieden aus der Regierung. Aber das mit dem Regieren ist ja sowieso nicht immer so einfach. Wobei das mit dem Nicht-regieren auch nicht leicht ist. Klar ist nur: Am schwierigsten ist, wenn man beides macht. Das können wirklich nur echte Spezialist:innen. So wie Yanki Pürsün. Der kann alles. Nicht nur ist er Stadtverordneter der FDP im Römer und gerade zum Fraktionsvorsitzenden dort aufgestiegen. Er ist auch Landtagsabgeordneter. Und AWO-Chefaufklärer ist er sowieso.

Pürsün sitzt also zum einen im Stadtparlament und muss sich dort immer gut mit den Grünen vertragen. Schließlich ist das nun ein Koalitionspartner. Im Landtag muss er dagegen gegen die Grünen poltern. Dort sind die Grünen auch in der Regierung, aber die FDP eben nicht. Wir haben keinen Zweifel, dass Yanki Pürsün diesen Rollenwechsel hinbekommt. Er schlüpft im Landtag ins Oppositionsgewand im Stadtparlament wirft er sich die Regierungsrobe über – und dazwischen liegen nur 45 Minuten Autofahrt. Aber es lauern natürlich Gefahren. Nicht so leicht, immer das richtige Gewand zum richtigen Zeitpunkt zu tragen. Da könnte es schon mal zu Verwechslungen kommen. Wir wissen, wie das dann abläuft:

Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) spricht über Ausbrüche der Delta-Variante an Schulen – viel weiter kommt er nicht, denn Pürsün springt auf und ruft: „Diese Regierung hat versagt in der Pandemie! Es hätte verhindert werden können, dass…“ Die neuen Koalitionspartner ziehen ihn ganz schnell auf den Sitz zurück, Martina Feldmayer (Grüne) flüstert ihm ins Ohr: „Frankfurt, wir sind in Frankfurt, Yanki. Die FDP regiert hier.“

Pürsün steht mit FDP-Leuten an einem Tisch, vor sich einen Ordner mit 23 neuen Fragen zum AWO-Skandal. Feldmayer, die ebenfalls in Landtag und Stadtparlament sitzt, kommt vorbei. Pürsün klappt den Ordner hektisch zu, verdeckt den Titel. Wie man es so macht, wenn der politische Gegner spionieren will. Feldmayer: „Yanki, dass du den Ordner mit den Fragen, die du im Landtag stellen willst, heute Morgen sogar mit aufs Klo genommen hast, damit ich nicht reinschaue, ist die eine Sache. Aber hier sind wir Koalitionspartner. Also zeig mir, was du diesmal wissen willst.“

Es gibt erste Unstimmigkeiten in der Koalition. Der Luftverkehrskaufmann Pürsün will vereinen und lädt die Koalitionspartner zum Flug nach Mallorca ein. Was der „Geist von Bad Nauheim“ für die alte Koalition war, soll der „Spirit von Mallorca“ für die neue werden. Doch er verwechselt die Listen, lädt versehentlich die Grünen im Landtag ein. Die Frankfurter bekommen keine Offerte, sind in Aufruhr und wittern ein Komplott der FDP. Die Koalition zerbricht. Dabei wollte ohnehin niemand von den Grünen fliegen.

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