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Neue Arena neben dem Stadion? SGE-Vorstandssprecher Hellmann stellt Bedingungen

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Von: Timur Tinç

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Die Animation einer Halle am Stadion vom Planungsbüro Albert Speert und Partner Gmbh. Foto: AS+P
Die Animation einer Halle am Stadion vom Planungsbüro Albert Speert und Partner Gmbh. © AS+P

Eintracht Frankfurts Vorstandsprecher Axel Hellmann steht einer Multifunktionsarena auf Stadionareal positiv gegenüber, stellt aber Bedingungen.

Frankfurt – Eintracht Frankfurt kann sich eine Multifunktionsarena auf dem Parkplatz P9 auf dem Stadiongelände sehr gut vorstellen. „Wir stehen dem außerordentlich positiv gegenüber. Frankfurt braucht diese Halle für die professionellen Hallensportarten und die Konzentration der sportlichen Infrastruktur für Großsportveranstaltungen an einem Ort ist absolut sinnvoll“, sagt Eintracht-Vorstandssprecher Axel Hellmann.

Allerdings müsse man bei den Fakten berücksichtigen, dass sich das Grundstück zwar im Eigentum der Sport Stadion Frankfurt am Main Gesellschaft für Projektentwicklungen mbH, also der Stadt Frankfurt befindet und Baurecht besteht. „Genauso richtig ist aber auch, dass die Nutzungsrechte im Rahmen des bis 2035 geschlossenen gewerblichen Mietvertrags über das Stadion und Stadiongelände exklusiv bei Eintracht Frankfurt liegen“, betont Hellmann. Das heißt, es könne dort nur eine Halle gebaut werden, wenn die Eintracht sich mit der Stadt einvernehmlich auf das Modell der Nutzung und des Betriebs verständige.

Neue Arena in Frankfurt: „Warum etwas ändern, wenn es gut funktioniert?“

Beim Abschluss des Vertrages mit der Stadt habe man sich auf ein Geschäftsmodell verständigt, „dass uns die ausschließliche Verwertung des Deutsche Bank Parks gemeinsam mit von Eintracht Frankfurt ausgewählten Partnern gegen Zahlung einer nicht unbeachtlichen fixen Vergütung an die Stadt eingeräumt wird“, erklärt Hellmann. Das Modell wäre nicht zu halten und ganz sicher auch zum wirtschaftlichen Nachteil der Stadt, wenn eine andere Partei als Eintracht Frankfurt den Betrieb der Multifunktionshalle auf dem Gelände übernehmen würde, da die Gefahr einer Kannibalisierung der Modelle bestehen würde.

„Der Betrieb des Stadions und der Halle müssen also aus einer Hand kommen, wenn sie mit den richtigen Synergien, Marktansprachen, Auslastungen und nachhaltig erfolgen soll“, sagt Hellmann. Aus seiner Sicht gebe es hier eine gelernte und gut funktionierende Partnerschaft mit der SSF, die auch auf das Thema Halle erweitert werden könnte. „Warum also etwas ändern, wenn es gut funktioniert?“, so Hellmann.

Neue Arena in Frankfurt: P9 am Stadion derzeit für Gästefans vorbehalten

Neben der vertraglichen und der wirtschaftlichen Seite gibt es aus Sicht der Eintracht sicherheitspolitische Notwendigkeiten zu bedenken. Im Moment ist P9 der Parkplatz für die Gästebusse. „Wir brauchen also auch eine Gesamtlösung für das Areal, wo in Zukunft unter Sicherheitsgesichtspunkten die Gästefans anlanden“, sagt Hellmann. Man werde dies in der Nähe des Gästeblocks über eine entsprechende Fläche, die ja vorhanden sei, infrastrukturell sicherstellen müssen, bevor man mit der Bebauung des P9 beginnt. „Das ist auch alles machbar, sollte aber nicht aus den Augen verloren werden“, ergänzt Hellmann.

Gleiches gelte auch für die Parkflächen für die anderen Besucher. Wenn die Aufforstung der Isenburger Schneise kommen sollte, werde man Parkdecks auf dem Waldparkplatz und idealerweise auch auf dem Parkplatz Gleisdreieck benötigen. Alle diese Punkte sind keine hohen Hürden, müssten aber von Anfang an mitgedacht werden.

Neue Arena in Frankfurt soll 15.000 Zuschauern Platz bieten

„Wir brauchen jetzt eine zeitnahe Entscheidung der Koalition für einen Standort, um Schritt für Schritt mit den Vereinen und der Politik alles vorantreiben zu können“, erklärt Planungsdezernent Mike Josef (SPD), der den Standort Stadion vor wenigen Wochen ins Spiel gebracht hat nachdem es jahrelang Streit darum gegeben hat, ob Flughafen oder Kaiserlei. Das Planungsbüro von Albert Speer und Partner hat dazu eine Machbarkeitsstudie erstellt, die eine Halle für maximal 15 000 Zuschauer vorsieht. Netto-Gesamtkosten für einen Investor wären rund 230 Millionen Euro inklusive dem Bau von neuen Parkplätzen. „Das Thema Erschließung kommt wegen der Stadionerweiterung und der EM ohnehin auf uns zu“, sagt Josef. Wenn es ein klares Commitment gebe, werde man sich mit der Eintracht und allen Beteiligten auf gute Lösungen einigen können.

„Dass Mike Josef jetzt einen neuen und machbaren Standort vorschlägt, der ja sogar dafür mal vor 20 Jahren vorgesehen war, verdient die Unterstützung des gesamten Profisports der Stadt“, findet Hellmann. „Wir sollten uns also hier alle im Sport hinter sein Konzept stellen.“ Er habe zwar lange das Projekt am Standort Kaiserlei unterstützt, müsse aber zur Kenntnis nehmen, dass es hierfür keine politischen Mehrheiten zu geben scheint.

Dort wollen die Basketballer der Skyliners eine Arena bauen. Sie halten den Kaiserlei für besser geeignet und plädieren, weiter zweigleisig zu planen. Es gebe einen funktionierenden Businessplan, sagt der geschäftsführende Gesellschafter Gunnar Wöbke. Er zeigt sich aber auch offen für das Stadion-Projekt, wenn es betriebswirtschaftlich Sinn ergibt und die Skyliners einen fairen Mietvertrag erhalten und am Betrieb der Arena beteiligt werden. Dann seien sie auch bereit, bei der Investorensuche mitzuwirken.

Eintracht Frankfurt: Axel Hellmann sendet Botschaft an Löwen und United Volleys

Axel Hellmann sendet zudem noch eine Botschaft an Eishockey-Zweitligist Löwen Frankfurt und die Volleyballer der United Volleys Frankfurt. „Wer daraus die Konsequenz zieht, sich aus Frankfurt zu verabschieden, darf sich dann aber auch nicht beschweren, wenn Frankfurt mit seiner politischen und wirtschaftlichen Landschaft nicht mehr hinter ihm steht“. Beide Klubs haben sich dem Projekt von „The Dome“ verschrieben, die ursprünglich am Frankfurter Flughafen eine Arena errichten wollten. Im Februar kündigten „The Dome“ an „im angrenzenden Umland“ eine Halle bauen zu wollen. Die Pläne dafür sollen im Mai vorgestellt werden. (Timur Tinc)

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