Zahlen

14 Demos an einem Tag in Frankfurt

  • Thomas Stillbauer
    vonThomas Stillbauer
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Viel los am Sonntag. Von Demonstrationsmüdigkeit keine Spur, aber nicht alle angemeldeten Veranstaltungen fanden auch Teilnehmer.

Gegen Rassismus und gegen rechte Verschwörungstheoretiker gingen am Samstag die meisten Menschen in Frankfurt auf die Straße. Angemeldet waren freilich noch zahlreiche weitere Versammlungen – insgesamt 14 an der Zahl. Ein kurzer Überblick.

Die meisten Teilnehmer nach der großen „Black-Lives-Matter“-Kundgebung auf dem Römer hatte der Umzug „Break the Silence“, der sich ebenfalls gegen rassistische Gewalt formierte. 4000 bis 5000 Menschen zogen am Abend vom Kaisersack ins Gallus, zum Europagarten und wieder zurück. Vorläufertreffen der Anti-AfD-Demo auf dem Rathenauplatz und dem Roßmarkt versammelten auf dem Römer und an der Hauptwache insgesamt 170 Leute. Diese großen Demonstrationen zeichneten sich fast durchgängig durch große Disziplin beim Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung aus, aber nicht immer durch genügend Abstand.

Mengenmäßig mit dem nächstbesten Zuspruch folgte die Versammlung mit dem Titel „Hände weg vom Grundgesetz“ an der Weseler Werft im Ostend mit 110 Teilnehmern (alle Zahlenangaben laut Polizei).

An einer Mahnwache gegen die Zerstörung kurdischer Gräber beteiligten sich auf dem Paulsplatz 35 Menschen. Eine Veranstaltung im Zusammenhang mit dem Christopher-Street-Day am Klaus-Mann-Platz fand 18 Interessenten, irgendwas mit Liebe auf der Zeil lockte derer zehn.

Knapp dahinter: der Zusammenschluss aus der Kundgebung „Frankfurt 5G-frei“ (gegen eine scheinbar drohende globale Diktatur) und der Veranstaltung einer Gruppe namens Wahnbrecher Frankfurt („Corona Maßnahmen beenden“, ohne Bindestrich). Gemeinsam kamen sie auf neun Personen. Das war immer noch fast die doppelte Zahl derer, die auf der Zeil für Tierrechte eintraten (fünf).

Gar nicht zur Aufführung kamen angekündigte gesellschaftliche Beiträge zu den Themen „Menschliche Sicherheit“ (sinngemäß) am Carlo-Schmid-Platz in Bockenheim und „Free Assange“ auf dem Paulsplatz. Von Demonstrationsmüdigkeit in Frankfurt zu sprechen, wäre dennoch alles andere als angebracht.  

Von Thomas Stillbauer

Manche Politiker halten den Protest von 8000 Menschen in Frankfurt für verantwortungslos, andere feiern die hohe Teilnehmerzahl.

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