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Andere protestierten an gleichem Ort zur gleichen Zeit für die Rechte von Kindern.

Flugverkehr

Demonstration in Frankfurt: Mahnen gegen Fluglärm

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Flughafengegner erinnern auf dem Römerberg an die vielen Erkrankten Anwohner durch die gesundheitlichen Belastungen. Ein „Weiter so“ dürfe es nach der Corona-Krise nicht geben.

Zu übersehen sind die 17 Teilnehmenden der Mahnwache gegen Fluglärm am Internationalen Tag gegen Lärm auf dem Römerberg nicht. Dazu aufgerufen hatte ein breites Bündnis von Flughafengegnern.

Einer der Demonstranten trug einen weißen Ganzkörperschutzanzug, in seinen Händen hielt er ein Plakat mit der Aufschrift „Klimakiller, Luftverkehr“. Ihren Protestbereich haben sie mit rot-weißen Flatterband vom Rest der Menschen, die über den Römer schlendern, abgegrenzt. Damit sie den Mindestabstand einhalten standen sie auf mit Kreide aufgemalten Markierungen. So weit lief alles ganz gut, doch als die Teilnehmenden mit ihren Reden starteten, versagte hier und da mal die Technik. Dann wurde auch noch ein Redner teilweise vom Glockengeläut übertönt. Einige Passanten wirkten wegen der Mahnwache der Flughafengegner irritiert. Ein junger Mann sagte zu seinem Begleiter: „Das ist die schwachsinnigste Aktion, die ich je gesehen habe. Es fliegen überhaupt keine Flugzeuge.“ Die Rednerinnen und Rednern lieferten ihre Gründe.

Lydia Ishikawa, Vorsitzende des Bündnisses „Gemeinsam gegen Fluglärm und Schadstoffe“, erinnerte an „die gesundheitlichen Belastungen der Anwohner des Flughafens und den Zehntausenden schwerwiegenden Erkrankten und Tausenden vorzeitigen Sterbefällen durch den Luftverkehr in der Region“. Die Landebahn Nordwest sei zwar zwischenzeitlich stillgelegt worden, doch es dürfe nach der Krise kein weiter so geben wie bisher. „Die Gesundheit der Menschen und der Schutz des Klimas müssten längst Vorrang haben vor grenzenlosem Wachstum des Luftverkehrs“, sagte Ishikawa.

„Die Corona-Krise hat uns sehr deutlich aufgezeigt, wie angenehm das Leben hier im Rhein-Main-Gebiet sein kann“, sagte Wolfgang Heubner vom Bündnis „Bürgerinitiative Sachsenhausen“.

Zur Zeit sei die Zahl der Flugbewegungen pro Tag von rund 1400 auf weniger als 200 gesunken. Durch die Stilllegung der Landebahn Nordwest sei es im Frankfurter Süden nochmals deutlich ruhiger geworden. Belegen konnte Heubner die Zahlen zwar nicht, kündigte aber an, das in Kürze nachzuholen.

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