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Demo und Blockaden in Frankfurt: Kampf für eine vegane Lebensweise

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Von: Sandra Busch

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Aktivistinnen und Aktivisten fordern die Schließung von Schlachthäusern.
Aktivistinnen und Aktivisten fordern die Schließung von Schlachthäusern. © Monika Müller

Aktivistinnen und Aktivisten demonstrieren für die Schließung von Schlachthäusern und blockieren an der Messe die Internationale Fleischerei-Fachausstellung.

Schweine, Kühe und Hühner tanzen am Samstagmittag an der Hauptwache vor einem Transparent: „Für die Schließung aller Schlachthäuser“. Es sind natürlich keine echten Tiere, die dort tanzen. Es sind verkleidete Aktivistinnen und Aktivisten, die sich für Tierrechte und eine vegane Lebensweise einsetzen und an diesem Tag von der Frankfurter Innenstadt zur Messe ziehen, um mit dem Demonstrationszug ein Ende der Ausbeutung und Tötung von Tieren zu fordern.

Das Ziel Messe ist kein Zufall. An diesem Tag wird die Iffa eröffnet, die Internationale Fleischerei-Fachausstellung. Dort hatten rund 40 Aktivist:innen am Morgen verschiedene Aktionen und Blockaden rund um das Messegelände veranstaltet. Sie hängten Plakate gegen die Fleischwirtschaft-Leitmesse auf. Einige von ihnen ketteten sich an Eingängen an die Türen, wie die Polizei am Samstag mitteilte. „Bei der Weitläufigkeit des Geländes ergeben sich weiterhin Möglichkeiten für die Besucher, die Messe zu betreten“, sagte ein Polizeisprecher. Zudem wurde eine rötliche Substanz verspritzt. Ob es sich dabei um Tierblut oder lediglich rote Farbe handelte, konnte die Polizei zunächst nicht sagen.

Für die Aktion haben sich mehrere Klimagerechtigkeits-, Tierrechts- und Tierbefreiungsgruppen zusammengeschlossen. Sie fordern, dass die Messe ab dem kommenden Jahr nicht mehr stattfinden darf und dass „alle relevanten Unternehmen“ die Herstellung tierischer Produkte stark reduzieren. „Das bedeutet, konkrete Reduktionspläne vorzulegen und Länder in Not mit Getreide zu versorgen“, hieß es in einer Mitteilung.

Am Mittag sind es rund 200 Aktivist:innen, die an der Hauptwache zusammenkommen. Zwischen den Schweinen, Kühen und Hühner wird ein Sarg getragen. Auf ihm steht „Fleischindustrie“. „Wir beerdigen heute die Fleischindustrie“, sagt Heiko Weber von Animal Rights Watch (Arwa). Nicht, weil die Fleischindustrie abgeschafft sei. „Aber es gibt so viele Anzeichen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“ Denn die Fleischwirtschaftsmesse habe als Leitthema in diesem Jahr „Alternative Proteine“ aufgegriffen. „Das heißt, dass die Fleischindustrie bald wirklich beerdigt werden kann – und wir freuen uns darauf.“ Man wolle mit dem Demonstrationszug auch darauf aufmerksam machen, dass es alternative Proteinquellen gebe, „die es nicht erfordern, dass Tiere eingesperrt und gequält werden“.

An der Hauptwache haben mehrere Initiativen Informationsstände aufgebaut, neben Arwa etwa auch Peta und Ärzte gegen Tierversuche. Vor der auf Geflügel spezialisierten Fast-Food-Kette in der B-Ebene haben sich Aktivist:innen mit Plakaten neben dem Eingang positioniert. Bilder von kranken Hühnern sind zu sehen, „Alptraum Hühnerstall – 42 Tage bis zum Tod“ steht darauf. Im Innenraum ist es leer. Seit einer Dreiviertelstunde stehen die Aktivist:innen dort, „seitdem ist niemand hineingegangen“, sagt Sonja Lühring von Arwa. „Wir werden groß angeschaut und es erregt durchaus Aufsehen.“ In dem Moment steuert eine Familie mit zwei Kindern auf den Eingang zu – an den Aktivisti:innen vorbei in den Innenraum. „Ein paar Mutige gehen hinein – natürlich nur, um Pommes zu essen“, sagt Lühring sarkastisch.

Eine Ebene darüber im Tageslicht macht Tanja von Arwa bei der Kundgebung noch einmal klar, warum alle dort zusammengekommen sind. „Wir stehen hier, weil uns die Tiere, die Umwelt, zukünftige Generationen, Artenvielfalt und eine lebenswerte Zukunft auf diesem Planeten nicht egal sind.“ Die Menschen hätten die Tiere in ihren Dienst gezwungen, „wir werden sie auch daraus befreien“. Und man werde weiterhin durch Fußgängerzonen ziehen und die Leute „aus ihren Komfortzonen holen“ und damit konfrontieren, wovor sie die Augen verschließen würden. „Bis alle Tierausbeutungsstätten geschlossen sind.“ mit dpa

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