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Demo in Frankfurt für die Energiewende

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Von: Clemens Dörrenberg

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An der Heinz-Herbert-Karry-Straße ging es los am Sonntag.
An der Heinz-Herbert-Karry-Straße ging es los am Sonntag. © Michael Schick

Zwei Bündnisse weisen mit Trassenspaziergang über zwei Autobahnen auf Lärmprobleme durch den Autoverkehr hin.

Zu Beginn des „Trassenspaziergangs“ entlang der Autobahnen 661 und 66 gibt es für die Teilnehmenden einen Lautstärkevergleich. Friedhelm Ardelt-Theeck vom Aktionsbündnis Unmenschliche Autobahn, das zu der Begehung eingeladen hatte, führt am Sonntagnachmittag eine Gruppe vom Platz Auf der Sülze in Seckbach über die Fuß- und Radwegbrücke, die nach Bornheim führt. Rund 50 Menschen sind gekommen, viele schieben ihre Räder mit. „Wenn Sie die Seckbacher Lärmschutzgalerie verlassen und auf die Brücke gehen, haben sie mindestens zehn Dezibel mehr Lärm“, sagt Ardelt-Theeck durch ein Megafon.

„Das Plateau der Galerie gibt es nur, weil hier 1980 geklagt wurde“, sagt Ardelt-Theeck und betont: „Lärmschutz gibt es nur nach Klagen“. An weiteren Beispielen hebt er diese These im Laufe des Spaziergangs, der über den Erlenbruch im Riederwald zum Autobahnende der A 66 in Bergen-Enkheim und den Fechenheimer Wald führt, immer wieder hervor. Unter der Brücke zwischen Seckbach und Bornheim sei eine fertige Trasse zu sehen, die nach Fertigstellung des Riederwald-Tunnels auf Bornheimer Seite aber lediglich durch acht und zehn Meter hohe Lärmschutzwände geschützt werden solle. Ardelt-Theeck fordert eine Einhausung dieses Abschnitts.

Er rechnet nach Fertigstellung des Tunnels mit einer Verdopplung des Autoverkehrs, auf 200 000 Fahrzeuge pro Tag. Weiter unten, am Anfang der Seckbachtalbrücke, wo zukünftig Teile der Autobahn verlaufen sollen, nennt Ardelt-Theeck das Beispiel des Hufelandhauses. Erst nach Klagen der Altenpflegeeinrichtung habe es eine Einhausung gegeben.

Dirk Friedrichs vom globalisierungskritischen Netzwerk Attac, der für das Bündnis Verkehrswende Frankfurt spricht, nimmt die Stadtregierung in die Pflicht. „Unser Bündnis fordert von der neuen Koalititon im Römer ein klares Zeichen in Richtung Verkehrswende. Zusätzliche Spuren und Autobahnen ziehen Verkehr an wie das Licht die Motten“. Für eine Moblitätswende müsse der „Auto-Individualverkehr erheblich reduziert werden“.

Daniela Tamme-Kodjovi, die sich bei People for Future engagiert, ist aus Nied zum Spaziergang gekommen, der als eine von zahlreichen Veranstaltungen bundesweit stattfindet. Durch den Autobahnausbau fürchtet sie auch mehr Verkehr über die A 5 im Westen. „Mit dem Ausbau kommt außerdem alles in die Innenstadt“, sagt Tamme-Kodjovi.

Als die Gruppe an Kleingärten vorüber läuft, sagt Reinhard Büttner, der im Nordend wohnt: „Wenn die Autobahn fertig ist, kann man die Gärten hier vergessen“. Der pensionierte Arzt macht sich Sorgen um die Gesundheit seiner Mitmenschen. Und auch er fürchtet mehr Kfz-Verkehr, etwa über die Friedberger Landstraße. Katharina Bornscheuer, die vom Nordend häufig in den Seckbacher Huthpark spaziert, sagt: „Man riecht die Abgase förmlich, wenn man über die Autobahnbrücke läuft“.

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