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Demo für Frauenrechte und gegen Gewalt an Frauen am Donnerstagabend am Frankfurter Opernplatz. Foto: Peter Jülich
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Demo für Frauenrechte und gegen Gewalt an Frauen am Donnerstagabend am Frankfurter Opernplatz.

Frankfurt

Demo gegen Gewalt an Frauen in Frankfurt: „Er sagte, dass er mit mir Sex haben kann, wann er will“

  • Kathrin Rosendorff
    VonKathrin Rosendorff
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500 Menschen demonstieren auch in Frankfurt am Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen.

Die Demo ist eine Mischung aus fröhlichen „Spice Girls“-Power-Szenen und traurigen Geschichten, die zwischendurch erzählt werden. Hunderte Frauen und ein paar Männer laufen und tanzen durch die Goethestraße zu den Klängen von Aretha Franklins „Respect“. Die Verkäufer:innen der Luxuslabels schauen und lächeln. Eine Kundin schaut irritiert, als die Demonstrierenden rufen: „Sexuelle Selbstbestimmung“ und „Nein zu Gewalt.“

Weltweit sind Menschen am Donnerstagabend, am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen* und Mädchen*, auf die Straße gegangen. Laut Polizei sind es in Frankfurt bei dieser Demo 350 Menschen, bei einer zweiten am Kaisersack sind es 120. Das Bündnis Frankfurt für Frauenrechte hatte gemeinsam mit Politik, NGOs, Gewerkschaften und dem Frauenreferat zur Demo „Gemeinsam laut: Nein zu Gewalt an Frauen* und Mädchen*" aufgerufen. Vom Willy-Brandt-Platz aus starten sie und müssen ihre Route durch die Stadt abkürzen, weil die Polizei fürchtet, dass die belgischen Fußballfans, die wegen des Eintracht-Spiels da sind, und die friedliche Frauendemo aufeinander treffen könnten. Aber die Rednerinnen sprechen dann eben länger vor der Alten Oper. Diese ist an diesem Abend wie auch viele andere Gebäude in der Stadt in orange, der Farbe der Gewaltfreiheit, angestrahlt. Das Frauenreferat und die beiden Zonta-Clubs beteiligen sich an der weltweiten Aktion von UN-Women. „Schluss mit wegsehen, verschweigen, mit verharmlosen: Gewalt ist Gewalt, Mord ist Mord und kein Beziehungs- oder Familiendrama“, ruft die Ex-Stadtverordnete Ursula auf der Heide von der Bühne. Jeden dritten Tag werde in Deutschland eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Aber auch im Alltag reicht das Spektrum von „Angrapschen im Club“ wie eine 24-Jährige sagt, bis zu Übergriffen. Eine 17-Jährige erzählt, während eine Rednerin wegen der fehlenden Frauenrechte in Afghanistan den Tränen nahe ist, dass ihr Ex-Freund sie oft vergewaltigt habe. „Er sagte, dass er mit mir Sex haben kann, wann er will, nur weil wir in einer Beziehung waren. Auch wenn ich nicht wollte.“ Und weil sie selbst ein Jahr gebraucht habe, um sich von ihm zu trennen, sei sie hier. Um anderen Frauen zu sagen; „Nein heißt Nein.“ Dieser Satz steht auch mit Edding auf dem orangefarbenen Regenschirm ihrer Freundin geschrieben. Auch sie ist erst 17 und hat Gewalterfahrung in der Familie und der Beziehung durchgemacht. Beide bekommen Hilfe beim Mädchenhaus,

Bereits vor Pandemiebeginn litten laut UNESCO-Kommission weltweit 243 Millionen Mädchen und Frauen unter den Folgen von Missbrauch, Auf der Bühne vor der Alten Oper geht es auch um die Gewalt, die Bisexuelle erleben, weil unter anderem Männer meinten, sie müssten ihnen „den richtigen Weg zeigen“. So erzählt es eine Sprecherin der Lesben-Informations- und Beratungsstelle. Gabi Becker von der Integrativen Drogenhilfe liest schwer auszuhaltenden brutale Erlebnissen von Drogenkonsumentinnen vor. Die Menge ist für einen Moment still.

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