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Start in einen „heißen Herbst“: Demo gegen Inflation und Krise in Frankfurt

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Von: Yağmur Ekim Çay

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Die Demonstrant:innen haben die Nase voll.	Michael Schick
Die Demonstrant:innen in Frankfurt haben die Nase voll. © Michael Schick

Rund 150 Menschen haben am Freitagnachmittag (9. September) in Frankfurt gegen steigende Preise demonstriert. Auftakt für einen „heißen Herbst“?

Frankfurt - Organisiert wurde die Kundgebung in der Leipziger Straße in Bockenheim von der neu gegründeten Initiative „Ebbe Langts. Frankfurter Plattform gegen Inflation und Krise“.

„Gegen diese Krisenpolitik, die die Menschen im Regen stehen lässt und die Unternehmen und Reichen mit Milliardenprofite zuschaufelt, sagen wir: Genug ist genug, ebbe langts“, sagt Felix Wiegand, Sprecher der Initiative „Es gibt nur ein paar hundert Euro, die uns helfen sollen und keine Maßnahmen, die uns wirklich dauerhaft schützen würden, wenn Menschen aus ihren Vierteln verdrängt werden, ihre Rechnungen nicht mehr zahlen oder Lebensmittel kaufen können.“

Kundgebung in Frankfurt: Aktivist:innen aus verschiedenen Gruppen

Die Initiative sei von Aktiven aus der Zivilgesellschaft, stadtpolitischen Initiativen, linken Gruppen und Einzelpersonen gegründet worden, um in Frankfurt gegen die steigenden Preise zu kämpfen. „Wir haben uns im Sommer aus verschiedenen Gruppen zusammengefunden, weil wir das Gefühl hatten, dass es einen heißen Herbst geben muss. Das Problem ist da und es muss etwas passieren“, sagte Wiegand der FR.

Auch die Initiative „Eine Stadt für Alle“ hatte zu der Kundgebung aufgerufen. „Uns geht es heute vor allem darum, dass die Kosten nicht auf die Ärmsten der Bevölkerung abgewälzt werden dürfen. Es muss eine andere Umverteilung geben. Auch die Reichen, die von dieser Krise profitieren, sollten sich solidarisch zeigen und ihren Anteil zahlen“, sagt Phuong Thanh Tran, Sprecherin der Initiative. Es seien nicht nur Menschen mit niedrigem Einkommen dabei, auch Menschen mit mittlerem Einkommen, denn man wolle nicht, dass es so weitergehe. „Wir müssen jetzt handeln.“

Initiative „Ebbe Langts“: Auch die Fraktion der Linken beteiligt sich

Auch die Fraktion der Linken im Hessischen Landtag beteiligte sich an der Kundgebung. Unter anderem nahmen die Fraktionsvorsitzende, Elisabeth Kula, sowie Abgeordnete und Mitglieder teil. „Wir finden als Partei, dass es absolut notwendig ist, breitere Proteste zu organisieren, diese Steigerung von ganz alltäglichen Lebenskosten kann nicht so weitergehen“, sagt der Abgeordnete Ulrich Wilken. „Ich nehmen an, dass wir in den nächsten Wochen stark wachsen werden. Dass eine ganz breite Bevölkerung sich solidarisieren werden, denn sie sind betroffen.“

Die Kundgebung am Freitag und die Initiative seien laut dem Organisator:innen allen offen, die eine solidarische Perspektive teilen: „Rechte, Rassisten und selbst ernannte „Querdenker“ aller Art haben keinen Platz und werden nicht geduldet.“ Die Initiative plant darüber hinaus weitere Aktionen in den kommenden Wochen. „Überall in Deutschland bewegt es sich gerade, es gibt Bewegungen und Demonstrationen gegen die Krise. Der heutige Tag ist erst der Auftakt“, sagt Felix Wiegand.

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