+
Seit Jahren wird über die EInhausung der Autobahn 661 zwischen Bornheim, Nordend und Seckbach diskutiert. (Archivbild)

Einhausung in Frankfurt

Politik bei A661 unter Druck

  • schließen

Das Frankfurter Stadtparlament soll bald über die Einhausung der Autobahn entscheiden. Für die Stadt geht es um viel Geld.

Seit Jahren wird über die Einhausung der Autobahn 661 zwischen den Frankfurter Stadtteilen Bornheim, Nordend und Seckbach diskutiert, wo täglich rund 95 000 Fahrzeuge unterwegs sind – ein Hundertmillionenprojekt, bei dem die Entscheidung bevorsteht.

Das hängt mit den Aktivitäten der hessischen Straßenbaubehörde Hessen Mobil zusammen. Sie treibt den Ausbau der A661 im Osten der Stadt voran - zunächst sind vier breite Spuren sowie eine Rampe von der Friedberger Landstraße in südlicher Richtung vorgesehen. Nach 2030 sollen es sechs Spuren auf der A661 sein. In diesem Jahr noch will sich Hessen Mobil mit dem Bundesverkehrsministerium abstimmen, im kommenden Jahr das Planänderungsverfahren beantragen. Der Ausbau der A661 und die Einhausung hängen dabei unweigerlich zusammen - nicht zuletzt, weil Hessen Mobil bis zu zehn Meter hohe Lärmschutzwände an der Stelle vorsieht, wo der Autobahndeckel entstehen soll.

„Die Zeit drängt. Geht Hessen Mobil in die finale Phase des Ausbaus der A661, besteht keine Einflussmöglichkeit seitens der Stadt mehr“, warnte die Fraktion „Die Fraktion“ im Römer.

„Für den Frankfurter Osten müssen jetzt wichtige Weichenstellungen erfolgen. Der Magistrat hat sich lange genug um eine Entscheidung gedrückt“, sagte Eyup Yilmaz von der Linken-Fraktion.

Über den Sachstand wurden die Stadtverordneten und Mitglieder der anliegenden Ortsbeiräte schon am vergangenen Montag beim „Expertenhearing“ im Stadtplanungsamt informiert. Martin Hunscher, der Leiter des Stadtplanungsamts, fasste die Vorteile der etwas mehr als einen Kilometer langen Einhausungsmöglichkeit L2 zusammen.

Die Variante L2 würde die A661 zwischen der Anschlussstelle Friedberger Landstraße und dem Galeriebauwerk an der Seckbacher Landstraße überdachen. Sie gilt als Vorzugsvariante und würde die Stadt den Angaben zufolge rund 151 Millionen Euro kosten.

Grundsätzlich sei die Einhausung eine „Stadtreparatur“, welche den Bau der A661 heilen würde, sagte Hunscher laut Präsentation, die der Frankfurter Rundschau vorliegt. Die Variante L2 würde die Stadt außerdem von Lärmrestriktionen befreien, was insbesondere den Quartieren Arrondierung Festeburgsiedlung, Katharinen-Campus und östlicher Bodenweg zugute käme. Die Zahl der Wohnungen würde sich demnach um 25 Prozent auf 2500 Einheiten erhöhen. Auch wäre statt einer Lärmschutzbebauung in Form eines Gebäuderiegels entlang der Autobahn eine offene Bauweise möglich. Im Gegensatz zu der mit 400 Metern deutlich kürzeren, aber auch günstigeren Variante L4 (58 Millionen Euro) biete die Variante L2 Raum für mehr Grün, was die Klimasituation verbessere.

Noch hat sich die Koalition im Römer auf keine Variante festlegt. „Die formale Entscheidung der politischen Gremien zu Lage und Länge der Einhausung steht weiterhin aus“, sagte Mark Gellert, Sprecher von Planungsdezernent Mike Josef (SPD). Er stellte angesichts der Aktivitäten von Hessen Mobil allerdings einen zügigen Beschluss in Aussicht. So strebe der Magistrat eine Entscheidung für die Überdeckelung der Autobahn in den nächsten drei Monaten an, sagte er, entweder auf Grundlage eines Antrags der Koalition aus CDU, SPD und Grünen oder einer Magistratsvorlage.

Während sich die Linke im Römer für eine Einhausung auf 1300 Metern ausspricht (Variante L1), wirbt „Die Fraktion“ dafür, dass die Einhausung sechs Fahrspuren umfassen soll.

Die Varianten

Zur Einhausung der Autobahn A661 zwischen Bornheim und Seckbach liegen vier Varianten vor. Die Variante L4 wäre mit zwei Tunnelröhren und einer Länge von 400 Metern die kürzeste Lösung. Bei L3 wäre die Oströhre 1080 Metern, die Weströhre 880 Meter lang. L2 sieht eine Oströhre von 1300 Metern und eine Weströhre von 1080 Metern vor, die vor dem Galeriebauwerk endet. Ausgeschlossen wurde zuletzt die Variante L1 mit 1300 Metern, die das Galeriebauwerk einschließt.

Bei den Varianten L1 und L2 wäre die A661 zwischen Friedberger und Seckbacher Landstraße überdacht. Die Kosten für die Stadt liegen den Angaben zufolge bei 178 Millionen Euro (L1), 151 Millionen Euro (L2), 134 Millionen Euro (L3), 58 Millionen Euro (L4). 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare