Maske im Unterricht

Debatte über Maskenpflicht in Frankfurt

  • Sandra Busch
    vonSandra Busch
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Die eine Schulleitung spricht von Belastung, die andere ist dankbar für die Maskenpflicht im Unterricht. Im Bildungsausschuss geht es dann auch um Gesichtsvisiere und ums Durchhalten.

Als Schulleiter sei er bedrückt, sagt Mathias Koepsell vom Adorno-Gymnasium. Seit dem gestrigen Montag gilt nicht nur auf dem Schulgelände wie vom Kultusministerium angeordnet eine Maskenpflicht, auch im Unterricht muss die Maske getragen werden. So will es die Stadt Frankfurt wegen steigender Infektionszahlen. „Gesundheit geht vor, aber es ist eine riesige Belastung für alle“, sagt Koepsell.

In der Ganztagsschule müssen alle die Maske viele Stunden aufhaben. Da Türen und Fenster im Klassenraum zum Lüften geöffnet sind, mussten schon vergangene Woche Außengeräusche beim Sprechen übertönt werden. Durch die Maske wird das noch schwieriger. „Nun muss noch lauter gesprochen werden“, sagt Koepsell. „Das ist sehr anstrengend, besonders für Lehrer.“ Denn die reden am meisten. „Das ist keine normale Arbeitsbelastung mehr.“ Es würden sich für ihn dabei arbeitsrechtliche Fragen ergeben. Aber auch sonst empfindet er die Maskenpflicht im Unterricht als „erheblichen Eingriff ins pädagogische Wirken“. Da die Mimik hinter den Masken nicht mehr erkennbar sei. „Es gibt keine Rückmeldung mehr über die Gesichtszüge“, sagt Koepsell.

Im Bildungsausschuss am Montag ist die Maskenpflicht ebenfalls Thema. Inge Meichsner, Leiterin der beruflichen Berta-Jourdan-Schule, ist gekommen - und bedankt sich bei Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) für die Maskenpflicht im Klassenzimmer. An ihrer Schule seien schließlich hauptsächlich Erwachsene. Wenn in 14 Tagen – nur so lange soll die Pflicht im Unterricht zunächst gelten – über eine Verlängerung der Verordnung nachgedacht werde, „dann berücksichtigen Sie bitte die Situation der Schulen vor Ort“.

SPD-Stadtverordnete Kristina Luxen weist darauf hin, dass es für ihre Kinder schwierig sei, wenn sie inklusive Hin-und Rückweg mit dem ÖPNV zwölf Stunden die Maske tragen müssten. „Man sollte überlegen, ob sie nicht in den Pausen auf dem Schulhof abgezogen werden könnte.“ Mit Abstand natürlich. „Um alle eineinhalb Stunden mal ein Durchatmen zu ermöglichen.“

Bildungsdezernentin Weber führt aus, dass man nun alles tun müsse, damit die Infektionszahlen nicht weiter steigen. Sonst drohe erneut der eingeschränkte Regelbetrieb an Schulen. „Wir versuchen alles, das zu vermeiden“, sagt Weber. Die Maskenpflicht sei unangenehm für Schüler und Erwachsene, aber es sei notwendig auszuhalten, „damit die Kurve sich hoffentliche zumindest stabilisiert“. Gesichtsvisiere könnten aber nach Gesundheits- und Kultusministerium als Alternative zur Maske verwendet werden. Das habe sie an diesem Morgen allen Schulleitungen per Mail geschrieben.

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