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Debatte über Leitung der Schirn Kunsthalle Frankfurt

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Von: Florian Leclerc

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Philipp Demandt leitet die Schirn Kunsthalle nur noch bis Sommer 2022. Foto: Peter Jülich
Philipp Demandt leitet die Schirn Kunsthalle nur noch bis Sommer 2022. © Peter Jülich

Frankfurt löst die Personalunion mit Städel und Liebieghaus auf, was zu Mehrkosten führt.

Die Schirn Kunsthalle Frankfurt soll nach 15 Jahren wieder eine eigenständige Leitung bekommen. Im Kulturausschuss des Römers reagierten die Stadtverordneten auf die gemeinsame Ankündigung von Kulturdezernentin Ina Hartwig, Oberbürgermeister Peter Feldmann (beide SPD) und dem amtierenden Direktor Philipp Demandt überrascht.

„Die Frage nach den Kosten muss schon gestellt werden“, sagte Michael Müller, Co-Fraktionsvorsitzender der Linken im Römer. „Haben Sie das mit dem Kämmerer abgesprochen?“, fragte er. Müller gab auch zu Bedenken, dass Schirn, Städel und Liebieghaus ein jeweils eigenes Profil hätten. „Es erschließt sich nicht, weshalb die Schirn in die ‚Eigenständigkeit‘ überführt werden soll.“

Cluster Moderne und Gegenwart geplant

Kulturdezernentin Ina Hartwig hatte zuvor mitgeteilt, die Schirn solle „neu ausgerichtet werden und im Kontext eines ‚Clusters Moderne und Gegenwart‘ an inhaltlicher und struktureller Eigenständigkeit gewinnen“.

„Was hat es mit diesem ‚Cluster Moderne und Gegenwart‘ auf sich“, wollte Nils Kößler, der Fraktionsvorsitzende der CDU im Römer, wissen. Werde das Budget der Schirn für das neue Direktorat erhöht, oder zahle die Schirn die Mehrkosten aus dem vorhandenen städtischen Zuschuss, fragte er.

Hartwig gab nichts Konkretes zur Auskunft. Das Konzept werde gemeinsam mit Philipp Demandt in seiner Übergangszeit als Schirn-Direktor bis Ende Juni 2022 erarbeitet. Für das Städel und das Liebieghaus wurde Demandts Vertrag bis 2026 verlängert.

Personalunion wird aufgelöst

Seit 15 Jahren wird die Schirn Kunsthalle in Personalunion von einem Direktor geleitet, der auch für das Städel-Museum und die Liebieghaus Skulptursammlung zuständig ist. Von 2006 bis 2016 war Max Hollein Triple-Direktor. Er hatte 2001 die Leitung der Schirn übernommen. Philipp Demandt ist seit Oktober 2016 für die drei Häuser verantwortlich.

Die Personalunion stärkte die Verhandlungsposition des Schirn-Direktors und des Kurator:innen-Teams bei der Ausleihe von Kunstwerken. Das Städel-Museum verlieh den leihenden Häusern im Gegenzug oft eigene Kunstwerke. Zudem sparte die Stadt durch die Personalunion die Bezüge des Schirn-Direktors, der hauptamtlich Direktor des Städel-Museums ist.

„Diese Koalition wird dafür sorgen, dass die Kultur gut finanziert ist“, führte Uwe Paulsen (Grüne) im Kulturausschuss aus, wo Mirrianne Mahn (Grüne) zur Vorsitzenden gewählt wurde. „Die Antworten der Dezernentin waren denkbar knapp“, sagte hingegen Nico Wehnemann (Die Partei). „Ich war schon 2005 dafür, dass die Schirn eigenständig bleibt“, sagte Jutta Ditfurth (Ökolinx). Die Diskussion wurde auch vor dem Hintergrund geführt, dass die Stadtverordneten im Frühjahr Einsparungen in Höhe von 142 Millionen Euro im laufenden Haushalt beschlossen hatten.

Unklar blieb, inwiefern das Museum für Moderne Kunst (MMK) in Frankfurt, das über eine umfangreiche Sammlung verfügt, in das „Cluster“ eingebunden werden soll. Bislang hatten sich die beiden Häuser in kollegialer Konkurrenz gegenübergestanden. Die Ausstellungshalle Schirn verfügt über keinen eigenen Bestand.

Laut Beteiligungsbericht 2021 bezuschusste die Stadt die Schirn im vergangenen Jahr mit 6,46 Millionen Euro. Damit glich die Stadt den Verlust der Schirn komplett aus. Die Schirn hatte Ausgaben von etwa 9,6 Millionen Euro. Die größten Posten waren Dienstleistungen, Kosten für Personal und Kunstwerke und das Gebäude selbst. Durch den Verkauf von Tickets und Katalogen, durch Sponsoring und Spenden nahm die Schirn etwa drei Millionen Euro ein.

Zuletzt wurden umfangreiche Sanierungen durchgeführt. Die Beleuchtung wurde auf LED umgestellt, Klimatechnik, Parkett, Elektroverkabelung und Brandschutztechnik erneuert.

Blick aus der Schirn ins Freie. Foto: Christoph Boeckheler
Blick aus der Schirn ins Freie. © christoph boeckheler*

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