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Das IG-Farben-Haus am Campus Westend der Goethe-Universität Frankfurt.

Campus-Radio

Dauerwelle geht online

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Bei dem Projekt Dauerwelle gibts nichts für die Haare, sondern für die Ohren: Am 1. Juli beginnt die Pilotphase des Campus-Radios Dauerwelle der Goethe-Universität. Zwei Wochen lang wird täglich gesendet.

Wo präsentiert sich ein Projekt namens Dauerwelle passender, als in einem Frisörsalon? Der Ort für die Pressekonferenz mag ein Scherz sein, das Projekt ist es nicht. Auch wenn das Logo einen punkigen Goethe-Lockenkopf zeigt, geht es dabei aber nicht um Haare. Der Name ist ein Wortspiel für das neue Campus-Radio der Goethe-Universität. Doch auch diese Bezeichnung ist eher eine Metapher. Kein Mast sendet irgendwelche Wellen aus, das Programm wird online gestreamt und als Podcast zum Download angeboten.
Die Pilotphase beginnt am 1. Juli. Zwei Wochen lang soll an jedem Wochentag eine Sendung veröffentlicht werden. Weiter geht es nach den Semesterferien. Rund 50 Studenten machen die Produktionen. Die Gruppe ist aus dem Fortbildungsprogramm „Buch- und Medienpraxis“ heraus entstanden. Damit sich die Teilnehmer besser im Medium Radio üben können, haben die Koordinatoren für Spenden Technik angeschafft. Nun sollen die Teilnehmer damit Sendungen produzieren, die nicht nur sie selbst, sondern auch andere hören können.

Sechs Ressorts

Nachdem die Teilnehmer Namen, Logo und Ideen für das Projekt Campus-Radio entworfen haben, hat es den Rahmen der Buch- und Medienpraxis verlassen. Zum ersten Workshop im Mai waren alle interessierten Studenten eingeladen – und es kamen rund 60 Personen. Dort haben sich die Teilnehmer Tipps und Anregungen von Rundfunk-Profis geholt. Daraufhin teilte sich die Gruppe in Ressorts auf und entwickelte ein Konzept.
Insgesamt gibt es sechs Ressorts: „Univercity“ für Campus- und Lokal-Themen, Politik und Wirtschaft, Kultur, Sport, Hörspiel und Musik. Die einstündigen Sendungen für die ersten zwei Wochen sind bereits produziert oder kurz vor der Fertigstellung: Es wird um Kroatien gehen, das am 1. Juli der EU beitritt, um Gleichberechtigung und Waffenhandel. Im Kultur-Ressort sind Rezensionen von Filmen und Ankündigungen von lokalen Festivals oder dem studentischen Pupille-Programm geplant.
Musik soll zum Teil von den Studenten selbst gewünscht sein und zum Teil von unbekannten lokalen Künstlern stammen. Die Lieder, die im Ressort Politik gespielt werden, sollen ebenfalls politisch sein. Am Freitag wird die Sendezeit geteilt zwischen Hörspiel und Musik vom Plattenteller. DJ „Schellackaffe“ Alex wird eine Mischung aus Elektroswing, Dubstep und Breakbeats spielen, die Playlist wird auf seiner Facebookseite veröffentlicht. Zudem wird man hören, wohin man nach der Sendung zum Feiern gehen kann.
Die Hörspiele werden selbstproduziert. Das erste soll eine Art Beziehungsratgeber sein, danach folgt eine Art „abstraktes Klangexperiment“, wie Schöpfer Felix Hammoser sagt. Der 23-jährige Philosophie- und Komparatistik-Student will eines Tages Regie führen. Er macht nun Hörspiele, weil er sich auch fürs Radio fasziniert. „Das deutsche Fernsehen steckt in einem engen formellen Korsett. Man hat keinen Freiraum“, sagt er. „Das Radio ist viel freier.“ Felix bedauert, dass bis jetzt nur Geisteswissenschaftler an dem Projekt teilnehmen.

Jeder kann mitmachen

Dabei ist jeder eingeladen, mitzumachen. Auch eigene fertige Werke können der Dauerwelle angeboten werden. Erfahrung ist nicht nötig, denn die soll ja erst durch die Mitarbeit gesammelt werden. Trotz der Einteilung in Ressorts soll auch eine Zusammenarbeit über die Grenzen hinaus möglich sein. „Man muss nichts Spezielles können“, sagt Eva Schnürer. „Man muss sich nur für die Themen der Uni interessieren.“ Dennis drückt es so aus: „Wir haben keine Erfahrung, sind aber sehr tatentschlossen.“

Das Campus-Radio Dauerwelle startet am 1. Juli um 18 Uhr. Zeitgleich findet eine Feier im Café Hoppenworth & Ploch auf dem Campus Westend statt. Von da an wird es bis 12. Juli werktags eine Sendung geben. Internet: dauerwelle.uni-frankfurt.de

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