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Wolfgang Wondzinski wohnt im Ben-Gurion-Ring 102. Im Treppenhaus brennt stets Licht.
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Wolfgang Wondzinski wohnt im Ben-Gurion-Ring 102. Im Treppenhaus brennt stets Licht.

Frankfurt-Bonames

Dauerlicht nervt Hausbewohner

  • Denis Hubert
    VonDenis Hubert
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Weil die Wohnungsgesellschaft GWH die Lampen im Hausflur ausgetauscht hat, brennt ständig das Licht in den Häusern des Ben-Gurion-Rings. Sehr zum Leidwesen der Mieter, die lautstark protestieren.

An der Wohnungstür von Wolfgang Wondzinski klebt eine Alufolie. Sie bedeckt die komplette Innenseite des Portals im Mietshaus Ben-Gurion-Ring 102. Damit möchte sich der Diplom-Ingenieur gegen den Bewegungsmelder im Hausflur der vierten Etage schützen. Genau wie in den übrigen Stockwerken bewirkt der Melder, dass die LED-Deckenleuchten auf Volllast schalten. „Wenn ich mich bei geschlossener Tür in meiner Wohnung bewege, geht draußen das Licht an“, klagt der 75-Jährige.

Vor etwas mehr als zwei Jahren hat Wondzinski die Alufolie angebracht, kurz nachdem die Wohnungsgesellschaft GWH die Glühbirnen im Hausflur gegen die stromsparenden LED-Leuchten ausgetauscht hatte – nicht nur in der Hausnummer 102, sondern in vielen weiteren Häusern im Ben-Gurion-Ring. Laut Wondzinski leuchteten die Lampen fortan nicht nur bei Nacht, sondern auch bei „hellstem Sonnenschein“ in einer sogenannten Grundlast.

Der 75-Jährige beschloss, etwas zu unternehmen. Er sammelte 18 Unterschriften bei seinen Nachbarn und wandte sich mit der Liste eigenen Angaben zufolge an die GWH. Die habe nach langem Zögern eine Veränderung vorgenommen, sagt Wondzinski. Mit dem Resultat: Die LED-Lampen hätten nicht mehr rund um die Uhr im Grundlastmodus geleuchtet, sondern seien erst bei Einbruch der Dunkelheit angesprungen. Dadurch, so Wondzinski, werde im Gebäude nur noch halb so viel Strom verbraucht. Deshalb wollte Wondzinski fortan auch nur noch halb so viel für den Strom bezahlen. Doch die GWH habe sich quergestellt. „Keines der Schreiben wird beantwortet.“ Bei der GWH reagiert man auf Wondzinskis Aussagen mit Unverständnis. Wie Sprecher Marc Hohmann auf Anfrage mitteilt, sei es keineswegs so, dass in den Häusern die LED-Lampen bei Tag und Nacht leuchteten. Wann die Lampen im Grundlastmodus arbeiten, hänge von der Sonneneinstrahlung ab und unterscheide sich je nach Gebäudeausrichtung. Hohmann findet: „Es ist eine moderne und kostensparende Technologie.“

Das Prinzip funktioniere so: Wenn es im Hausflur nicht hell genug sei, schalteten die Leuchten auf einen zehnprozentigen Energiesparmodus, sagt Hohmann. „Wir müssen in den Fluren eine gewisse Beleuchtung gewährleisten, das ist ein Sicherheitsaspekt.“ In dem Moment, in dem jemand den Hausflur betrete, sprängen die Lampen dann in den Volllastmodus.

Dass der Bewegungsmelder auch bei geschlossener Wohnungstür ausgelöst werde, kann sich Hohmann nicht vorstellen. „Das halte ich für nicht zutreffend“, sagt er. Auch von der Unterschriftenliste will man bei der GWH nichts gewusst haben. „Wir haben keine Liste von Herrn Wondzinski erhalten.“

Wondzinski schüttelt mit dem Kopf. Die GWH verdrehe die Wahrheit, sagt er. Aufgeben wird er nicht. Als nächstes will er sich im Baumarkt eine Selbstklebefolie mit Metallstreifen kaufen und die an der Wohnungstür befestigen. „Das sieht schöner aus als eine Alufolie.“

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