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Burkhard Spinnen (rechts) im Gespräch mit FR-Redakteur Claus-Jürgen Göpfert am Stand der Frankfurter Rundschau auf der Frankfurter Buchmesse.

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Dauer und Konstanz

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Burkhard Spinnen über seine Arbeit an „Rückwind“. Es ist eine Hiobsgeschichte, sagt der Autor am Stand der Frankfurter Rundschau auf der Frankfurter Buchmesse.

Hartmut Trössner, Protagonist in Burkhard Spinnens Roman „Rückwind“, 2019 bei Schöffling erschienen, ist einer, der erst alles erreicht und dann alles verliert. Ein Windenergieunternehmer, dessen Firma an dem globalisierten Wettbewerb zugrunde geht. Verheiratet mit einer erfolgreichen Schauspielerin, die ums Leben kommt, Vater eines Sohnes, der stirbt. „Es ist eine Hiobsgeschichte“, sagt Burkhard Spinnen im Gespräch mit FR-Redakteur Claus-Jürgen Göpfert am Stand der Frankfurter Rundschau auf der Frankfurter Buchmesse. Auch Hiob wurde von Gott schwer gestraft, um seinen Glauben zu prüfen.

Die Idee zu dem Roman sei ihm vor 20 Jahren gekommen, sagt Spinnen. Doch er habe mehr Lebenserfahrung gebraucht, um das Buch schreiben zu können, so der 1956 geborene Autor.

Vor jedem neuen Roman stehe er da wie nackt, als müsse er einen Aufsatz über ein Thema schreiben, bei dem er im Unterricht gefehlt habe. Vier Fünftel seiner Arbeit sei das Redigieren, die Annäherung an das treffende Wort.

Auch „Rückwind“, der Titel des Romans, sei so ein Wort. „Kein Dudenwort“, wie Spinnen sagt, sondern eine Zusammensetzung aus Rück und Wind, wie sie die deutsche Sprache zulässt, man denke an Rücksicht oder Rücksprache.

Die Fernsehserie, in der Trössners Frau mitspielt, blickt ins Innere einer populistischen Partei, der „Partei der politischen Christen (PPC)“. Serienvorbilder mag Spinnen bei „Borgen“ oder „House of Cards“ gefunden haben.

Die Gründung einer Partei wie PPC in Deutschland könne jederzeit passieren, sagt er. Mit einer „guten Marketingstrategie“ könne sie die traditionelle Demokratie „in einer Wahlperiode umkrempeln“. Man denkt an Frankreich, an die liberale und pro-europäische Partei „La République en Marche!“, an Präsident Emmanuel Macron. Oder an den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, der als Schauspieler in der Serie „Diener des Volkes“ bekannt wurde. Ein Lehrer, der zum Präsidenten gewählt wird.

Sorge um die Mitte

Dass die politische Mitte, auf die Jahrzehnte Verlass gewesen sei, heutzutage leicht wegbrechen könnte, sorge ihn, sagt Spinnen.

Konstanz und Dauer sind weitere Themen, über die Spinnen und Göpfert sprechen. Seit mehr als 30 Jahren ist Spinnen verheiratet, „natürlich glaube ich an die Liebe“, sagt er. Dem Schöffling- Verlag in Frankfurt ist er seit mehr als 20 Jahren treu. Für ihn eine Selbstverständlichkeit. „Ich dachte, dass macht man so.“

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