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Eine mögliche Arena am Kaiserlei ist für die Sportvereine besser geeignet, als eine Halle am Flughafen. Turkali Architekten
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Eine mögliche Arena am Kaiserlei ist für die Sportvereine besser geeignet, als eine Halle am Flughafen. Turkali Architekten

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Das Trauerspiel beenden

  • Timur Tinç
    vonTimur Tinç
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Wenn die Stadt Frankfurt nicht den Anschluss verlieren und den Profisportklubs eine Perspektive bieten will, muss sie mit den politischen Grabenkämpfen aufhören. Für den Sport ist die Halle am Kaiserlei jedenfalls geeigneter, als eine am Flughafen.

Als Gunnar Wöbke sich im Jahr 1999 entschied, die Basketball-Bundesligalizenz von Tatami Rhöndorf nach Frankfurt zu bringen, hatte ihn die Stadt mit einem Versprechen gelockt: Ihr bekommt bald eine neue Multifunktionsarena. Im Jahr 2021 spielen die Skyliners immer noch in der Ballsporthalle in Unterliederbach. Seit mehr als 20 Jahren ist das Thema ein einziges Trauerspiel, das beendet werden muss. Politik, Verwaltung und Investoren haben es bislang nicht geschafft, eine moderne Arena zu errichten. Dabei ist sie dringend notwendig. Für den Sport und die Kultur. Zumindest in diesem Punkt sind sich auch alle einig.

Es ist Wöbke hoch anzurechnen, dass er für den Standort Kaiserlei kämpft. Er hat Unternehmer in der Region überzeugt, für eine Sport- und Kulturarena mit einer Kapazität für 13 000 Zuschauer:innen ihr eigenes Kapital zur Verfügung zu stellen. Für den Sport ist der Standort Kaiserlei definitiv besser als der Flughafen. Eine Arena für 22 000 Zuschauer, wie sie die Katz Group plant, ist für die hiesigen Klubs überdimensioniert und hätte den Fokus mehr auf Großevents und Kongressen. Selbst in München, wo der beste deutsche Eishockey- und der beste deutsche Basketballklub im nächsten Jahr eine neue Arena beziehen werden, ist eine Kapazität für nur 12 500 Zuschauer;innen vorgesehen.

Wöbke und sein Konsortium könnten zwar sofort mit den Planungen und Prüfungen beginnen. Doch die SPD hat in der Römer-Koalition ihr Veto eingelegt. Sie will am Kaiserlei die Europäische Schule bauen. Der SPD geht es schon seit Monaten nur darum, Sportdezernent Markus Frank schlecht dastehen zu lassen. Der CDU-Mann muss sich vorwerfen lassen, mit seiner Beschwichtigungspolitik die Koalition nicht mit ins Boot geholt zu haben. Das war ungeschickt.

Letztlich wird alles vom Ausgang der Kommunalwahlen abhängen. Sollte die SPD es nicht in eine neue Regierung schaffen, wäre der Weg für die Skyliners am Kaiserlei frei, da neben der CDU auch die Grünen das Vorhaben unterstützen. Andernfalls müsste einem zukünftigen SPD-Partner die Arena am Kaiserlei schon so wichtig sein, dass er dafür in den Koalitionsverhandlungen etwas anderes aufgibt. Das ist eher unwahrscheinlich.

Mit jedem Jahr ohne neue Halle verlieren die Profisportklubs den Anschluss im nationalen Vergleich. Während in der ganzen Bundesrepublik neue Arenen entstehen, dürfen parteipolitische Grabenkämpfe nicht dazu führen, dass Frankfurt weitere Jahre verliert. Denn mit jedem weiteren Jahr wird die Stadt als Veranstaltungsort immer unattraktiver.

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