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Das Schultheater-Studio soll auch beim Kinder- und Jugendtheater mitmachen.

Hintergrund

500 Aufführungen geplant

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Die Stadt Frankfurt will das Kinder- und Jugendtheater im Zoo-Gesellschaftshaus errichten - nun liegt ein Konzept dafür vor.

Das Kinder- und Jugendtheater im Zoo-Gesellschaftshaus soll einen großen Saal für 450 Personen bekommen, der in zwei gleich große Säle aufgeteilt werden kann. Zeitlich versetzt sollen zwei Vorstellungen am Tag laufen können, an 42 Wochen im Jahr und sechs Tagen in der Woche, mit Ausnahme des Montags. Rund 500 Aufführungen pro Jahr sind geplant.

Das geht aus dem „Nutzungs- und Betriebskonzept für das Kinder- und Jugendtheater im sanierten Zoo-Gesellschaftshaus“ hervor. Das knapp 60 Seiten lange Konzept liegt der Frankfurter Rundschau vor.

Erarbeitet wurde es vom Wiener Institut Educult, das mehrere Kinder- und Jugendtheater in Europa sowie Vertreter aus der Kulturpolitik, dem Zoo, der Zoologischen Gesellschaft und Fokusgruppen mit Jugendlichen und der freien Theaterszene befragt hat.

Das Budget für das Kinder- und Jugendtheater würde 3,9 Millionen Euro im Jahr betragen. Davon ließen sich die Betriebskosten, Eigenproduktionen, Gastspiele sowie 35 Vollzeitstellen finanzieren.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen, ob Ensemblemitglied, Theatervermittlerin, Dramaturg, Regieassistent oder Öffentlichkeitsarbeiterin alle dasselbe verdienen: 3250 Euro brutto im Monat. Nur je eine Stelle für die künstlerische und die kaufmännische Leitung sind mit 7500 Euro im Monat angesetzt, und auch die technische Leitung liegt über dem Einheitsgehalt.

Darstellende Künste in ihrer Vielfalt zeigen

Eine klassische Intendanz mit starker Hierarchie - wie etwa an Oper und Schauspiel Frankfurt - ist nicht vorgesehen. Vielmehr sollen die Leitenden, die für fünf Jahre eingesetzt sein sollen, als Teil eines Leitungsteams auftreten und dessen Interesse vertreten. Angestrebt werden flache Hierarchien.

Die darstellenden Künste sollen am Kinder- und Jugendtheater in ihrer Vielfalt gezeigt werden. Neben klassischem Sprechtheater sind auch Tanz-, Musik-, Objekt- und Figurentheater sowie Performances vorgesehen. Ein Schwerpunkt könnte das Tanztheater werden.

Das Kinder- und Jugendtheater im Zoo-Gesellschaftshaus will pro Saison sechs Neuproduktionen, davon eine mit erhöhtem Aufwand, 20 Repertoire-Stücke und vier eingeladene Gastspiele zeigen. 60 000 Zuschauerinnen und Zuschauer im Jahr werden erwartet. Eigene Produktionen sollen international aufgeführt werden. Für Kinder- und Jugendliche soll es „Spielclubs“ für eigene Aufführungen geben. Für Workshops werden Räume vorbehalten. Der Balkonsaal soll gemeinsam mit dem Zoo und der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt genutzt werden.

Der Eintritt soll fünf Euro kosten, für Erwachsene und Kinder- und Jugendliche gleichermaßen, um Barrieren beim Zugang abzubauen. Möglich sind eine Kooperation mit dem Zoo Frankfurt für gemeinsame Tickets oder eine Teilnahme am Kultur- und Freizeitticket.

Freie Szene wird eingebunden

Die freie Szene, die in Frankfurt seit 40 Jahren Kinder- und Jugendtheater anbietet, wird eingebunden. Dazu zählen das Theaterhaus Frankfurt, das Gallus Theater, Theaterperipherie, Theater Grüne Soße, Theaterhaus Ensemble. Papageno Musiktheater, The English Theatre Frankfurt, das Schultheater-Studio und weitere freie Theaterschaffende. Sie können im Kinder- und Jugendtheater inszenieren.

Das Konzept soll Grundlage für einen Architekturwettbewerb bilden, der zeitnah ausgelobt werden soll. Das Kulturdezernat kündigte an, im nächsten Schritt einen Bericht an die Stadtverordnetenversammlung zu verfassen und das Konzept dann öffentlich vorstellen. Die kulturpolitischen Sprecher der Koalitionsfraktionen waren in die Konzepterstellung eingebunden.

Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) sagte, die Stadt Frankfurt habe das Ziel, eine gemeinsame Trägerschaft mit dem Land Hessen und den Kommunen in der Region zu erreichen, da das Theater für Kinder und Jugendliche aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet da sein werde.

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