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Anton Le Goff, die Hilde aus Bernem und Timo Becker (v.r.) moderieren wie immer das Festival.

Grie-Soß-Szene

Das Grüne-Soße-Festival lebt

  • Thomas Stillbauer
    vonThomas Stillbauer
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Es wird eine Gala im Oktober statt der üblichen Festwoche geben - diesmal ohne Wahl der besten Soße. Eine große Spendenaktion soll Künstlerinnen, Künstlern und Gastronomie helfen.

Am Ende wird man eine Rechnung aufmachen müssen, was wir Corona verzeihen können und was nicht. Ganz sicher unverzeihlich ist der Verlust des Grüne-Soße-Festivals 2020.

„Wir waren ausverkauft – und dann kam Corona“, fasst Festivalconferencier Anton Le Goff am Dienstag zusammen. Es ist ein trauriger Tag, aber auch ein Tag der Hoffnung, denn lässt sich die Frankfurter-Grie-Soß-Szene etwa so einfach den Hahn abdrehen? Nix! Es wird ein Festival geben, nicht im Sommer auf dem Roßmarkt, aber im Herbst aus dem Frischezentrum Kalbach in die ganze Welt, lautet die trotzige Botschaft. Und das ist nicht alles.

Festival

Am 10. Oktober um 20 Uhr steigt die große Gala zum Grüne-Soße-Festival 2020. Auf der Bühne: Lizzy Aumeier, Bodo Bach, Bäppi La Belle, Woody Feldmann, Maddin Schneider, Tamika Campbell, Sabine Fischmann und Ali Neander.

Dabeisein können alle per Besuch in einer teilnehmenden Gaststätte oder daheim per Internet. Dafür braucht man einen Link, den die Festivalmacher verkaufen. Unter den ersten Anmeldenden wird ein E-Bike verlost. Wer früh eine Grüne-Soße-Box ordert, hat die Chance, sie nach Hause liefern zu lassen.

Der Spendenmarathon „Kräuter für Künstler“ läuft ab sofort bis zum 10. Oktober. Er unterstützt Künstlerinnen, Künstler und Theater, die in der Corona-Krise keine Einnahmen haben. Spenden: www.kraeuter-fuer-kuenstler.de.

Am 10. Oktober also kehrt das Festival zurück an den Ort seiner Entstehung. Dort, wo es einst klein anfangen wollte und unerwartete 500 Besucher anzog, wo es beschloss, in die City wachsen, dort komprimiert es diesmal die üblichen acht Abende zu einer einzigen Gala mit sieben Gaststars.

Das bewährte Duo Maja Wolff und Torsten Müller hatte auch andere Ideen, etwa eine Show im Autokino oder in drei Kirchen gleichzeitig samt Liveübertragung von Gotteshaus zu Gotteshaus. Aber das scheiterte aus verschiedenen Gründen, mal lief der Moderatorin Hilde aus Bornheim die Grüne Soße vom Teller (Autokino), mal war die katholische Kirche nicht beseelt von den Ideen.

Also Frischezentrum Kalbach. Dortselbst wird es nur wenige Plätze geben – aber in rund 30 Kneipen, Kulturzentren und Hotels hat das Team bereits 2000 Plätze für Grüne-Soße-Fans organisiert, die das Spektakel dort per Livestream verfolgen, essen und trinken können: vom Solzer in Bornheim bis zum Rühl in Weißkirchen, vom Habel.elf in Heddernheim bis zur Lohrbergschänke. Auch daheim können alle live dabei sein. Wer schnell ist, erhält sogar seine Grie-Soß-Box nach Hause geliefert, ob in Kräuterform oder bereits als fertige Soße.

Den Internetlink zur Übertragung der Show muss man kaufen – das ist Teil der großen Aktion für Gastronomie und Künstler. Unter dem Ausfall des üblichen Festivals leiden viele Partner; unter der Corona-Krise noch mehr Kreative. Letzteren kommt der siebenwöchige Spendenmarathon „Kräuter für Künstler“ zugute, der bis zur Gala läuft.

Wer sich noch am Spektakel beteiligen möchte, als Sponsor oder gastgebende Wirtschaft, ist eingeladen, sich zu melden unter gruene-sosse-festival.de.

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