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Im Kyu Bang bieten Janet und Andrew Kim handgefilterten Kaffee an.

Gastrotipp

Das erste koreanische Café in Frankfurt

  • Kathrin Rosendorff
    vonKathrin Rosendorff
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In der Innenstadt kann man jetzt Süßspeisen wie in Seoul genießen. Vom Eis-Dessert Bingsoo bis zum koreanischen Pfannkuchen Hotteok. Zu dem bietet das südkoreanische Ehepaar Kim handgefilterten Kaffee an.

Besonders beliebt ist das Bingsoo. „Das ist ein typisches koreanisches Dessert. Eine Mischung aus gecrushtem Eis, Eiscreme, Milch und Reiskuchenstücken (Mochi). Die Eiscreme ist Vanille, manchmal auch Erdbeer. Entweder servieren wir dieses mit frischen Mangostücken, Erdbeeren oder auch wie es in Korea typisch ist mit Roter-Bohnen-Paste“, erzählt Andrew Kim. Zusammen mit seiner Frau Janet Kim betreibt der 52-Jährige das erste koreanische Café in Frankfurt. Und zwar in der Fahrgasse 23 unweit vieler Cafés und Kunstgalerien. Kyu Bang heißt es.

„Wir hatten schon im Februar eröffnet. Dann mussten wir aber gleich wieder wegen Corona schließen. Jetzt sind wir zurück.“ Das Bingsoo wird in einer großen Schüssel mit einem großen Servierlöffel gebracht. Die Portion kostet je nach Beilage zwischen 9,50 und 12 Euro. Denn sie ist so groß, dass man es mindestens zu zweit oder auch zu dritt teilen kann. Jeder isst aus seiner eigenen Schüssel. „Koreaner teilen gerne“, betont Kim und lacht.

Steckbrief

Küche: koreanisch

Geöffnet: Di-So 10.30-18.30 Uhr

Plätze: 10 draußen/18 drinnen

Anreise :U4/U5, Dom/Römer

Adresse: Fahrgasse 23

Telefon: 069 / 606 277 19

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Erst im vergangenen Jahr zog der Südkoreaner, der früher als Investmentbanker arbeitete, mit seiner Frau nach Deutschland. Als Frührentner verliebte er sich auf einer Europareise in die Stadt Frankfurt. Auf das hektische Leben in Seoul hatte das Paar keine Lust mehr. Zehn Jahre hat seine Frau Janet ein Café in Hongdae geführt, einem hippen Ausgehviertel unweit der Hongik University.

Wie in Seoul serviert Janet Kim auch hier ihren handgefilterten Kaffee. Das Zubereiten gleicht einer Zeremonie. Zehn Minuten lang schüttet sie abwechselnd in kreisrunden Bewegungen heißes Wasser in die Kaffeekännchen und Tassen. „Das ist der beste Weg, um den natürlichen Geschmack von Kaffee zu extrahieren“, erläutert Andrew Kim. Jeden Tag benutzen sie, um immer etwas Neues zu bieten, andere Kaffeebohnen.

Eine Tasse handgefilterte Kaffee kostet 3,50 Euro, der handgefilterte Cappuccino 4 Euro. „Koreaner trinken ihn gerne mit Zimt, für Deutsche haben wir auch Kakaopulver.“ Auch beliebt sei der Grapefruittee. Als Gäste sieht man viele Koreaner, die in Frankfurt leben. „Sie freuen sich, dass sie jetzt Bingsoo hier essen können. Sie haben es vermisst.“

Aber auch Deutsche lieben die koreanischen Süßspeisen. Ein Junge sitzt an einem der Tische draußen und probiert gerade das erste Hotteok (5 Euro) seines Lebens. Das ist ein koreanischer Pfannkuchen mit braunem Zucker, Nüssen, Zimt und Vanilleeis. Und wie lautet das Urteil des Jungen? „Das ist furchtbar lecker.“ Zudem backt Janet Kim auch Küchlein. Aber Kyu Bang sei nicht nur ein Café.

„Kyu Bang war das Wohnzimmer der Edelfrauen im Zeitalter der Joseon-Dynastie (1392-1910). Da die Edelfrauen in ihrer Freiheit sehr eingeschränkt waren, verbrachten sie die meiste Zeit mit Näharbeiten.“ Janet Kim bietet im Café auch Patchwork-Kurse („Jo-Gak-Bo“) mit Voranmeldung an.

„Viele Deutsche unterhalten sich gerne mit mir über die koreanische Kultur.“ Bei einem Thema sei er aber raus: K-Dramas. „Sie langweilen mich. Immer geht es um eine Frau und einen Mann, die sich ineinander verlieben und durch überzogene Ereignisse immer wieder getrennt werden“, sagt Kim und lacht.

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