Kultur

Darf Kunst in Frankfurt Energie verbrauchen?

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Ja, sie darf, zeigt eine aufgeregte Diskussion im Kulturausschuss des Römers.

Mit Kunst und Kunstfreiheit beschäftigen sich die Stadtverordneten am Donnerstagabend im Kulturausschuss. Anlass war ein Bericht des Magistrats, der auf eine Anfrage der AfD-Fraktion reagierte. Diese hatte nach eigenen Angaben die Ausstellung „Pectus excavatum“ der US-amerikanischen Künstlerin Bunny Rogers besucht, die das Museum für Moderne Kunst im Zollamt von Januar bis April gezeigt hatte. Das Werk bestand unter anderem aus einer Arbeit, die an einen Eisberg erinnerte und gekühlt werden musste. Dafür wurde ein Kühlaggregat installiert. Wie viel Energie das Aggregat verbraucht habe, fragte die AfD in ihrem Antrag und verwies auf die aktuelle Klimadiskussion und die „Fridays for Future“-Bewegung.

„Kleinvieh macht auch Mist“, kommentierte Valentin Dillig (AfD) den Energieverbrauch. Den Verbrauch konnte der Magistrat im Bericht nicht in Kilowattstunden benennen, verwies aber darauf, das Kühlaggregat entspreche „modernster Bauart“ und sei „in hohem Maße energieeffizient“.

Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) verwies auf die Freiheit der Kunst, die im Grundgesetz verankert ist. „In einer freien Gesellschaft ist die Kunst frei“, sagte sie und erinnerte an die jüngst veröffentliche Vorlesungsschrift „Aspekte des neuen Rechtsradikalismus“ von Theodor W. Adorno. Darin führe Adorno unter anderem aus, dass die Substanz von Rechtsextremismus in der Propaganda liege. „Der Antrag der AfD hat Züge von Propaganda“, sagte sie: „Sie sind im Kern gegen die freie Kunst.“

Der Magistrat wahre „die künstlerische Eigenständigkeit der Museen“, wie aus dem Bericht hervorgeht. „Wir mischen uns nicht in die künstlerische Arbeit ein“, sagte Renate Wolter-Brandecker (SPD). „Machen Sie erst mal ihre klimapolitischen Hausaufgaben“, sagte Sebastian Popp, der Fraktionsvorsitzende der Grünen, an Dillig gerichtet. Den AfD-Antrag nannte Popp „unterirdisch“.

„Erkennen Sie den Klimawandel nun an?“, fragte Nico Wehnemann (Die Fraktion) den AfD-Stadtverordneten, da dessen Partei den menschengemachten Klimawandel anzweifelt. Mathias Mund (BFF) kritisierte die „Klimahysterie“, die er nicht teile, was die Diskussion weiter befeuerte, alles unter den Augen von MMK-Direktorin Susanne Pfeffer, die Bunny Rogers ans MMK geholt hatte.

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