+
Gewonnen hat auch der Eisbär in Alaska. Er weiß es nur noch nicht. Damit er es merkt, müssen noch viel mehr Menschen umdenken.

Aktion

Danke

  • schließen

Die Klimawette ist beendet. Gewonnen hat die grandiose FR-Gemeinde ebenso wie das Energiereferat, am meisten gewonnen hat die Umwelt – also wir alle.

Es gibt Leserinnen und Leser. Und es gibt FR-Leserinnen und FR-Leser. Was der Unterschied ist, haben die vergangenen knapp fünf Wochen besonders eindrucksvoll gezeigt.

Wollen Sie es genau wissen? O ja, wir haben gewonnen. Haushoch haben wir die Wette gegen das Frankfurter Energiereferat gewonnen, wer binnen eines Monats mehr CO2 zum Wohl des Klimas einspart.

Aus dem Kreis der wild entschlossenen FR-Gemeinde kamen gut 388 Tonnen Einsparung, das ist mehr als neunmal so viel, wie unsere Wettpartner auf der anderen Seite erwirtschafteten. Es sei denn, wir zählen die Dachflächen mit, die die Stadt für Bürgersolaranlagen bereitstellt. Dann läge das Energiereferat bei 500 Tonnen. Das wäre freilich unfair.

Klar, dass alle Anstrengung vergebens ist, wenn der Rest der Welt nicht mitzieht. Aber dafür haben wir es ja gemacht: damit der Rest der Welt sieht: So hauen wir uns rein – jetzt kommt ihr auch mal aus dem Quark!

Umwerfend, wie viele tolle Beiträge von Ihnen die Redaktion erreichten. Claudia Will aus Frankfurt schickte uns ein Paket. „Hier ist ein Gemüsenetz für euch“, schrieb sie dazu. „Das Netz bitte in die Einkaufstasche stecken und dann im Supermarkt benutzen, um Äpfel, Karotten, Zucchini, Zwiebeln, Tomaten und Sonstiges einzupacken.“

Ein Foto des Netzes ist auf dieser Seite zu bewundern. Claudia Will hat es selbst gehäkelt – und ihrem Paket eine Häkelanleitung beigelegt. „Die Netze wiegen 20 bis 30 Gramm, da sie an der Kasse mitgewogen werden, bezahlt man ein paar Cent mehr“, schreibt sie. „Damit kann ich leben.“

Jetzt fachsimpelt die halbe Redaktion über Stäbchen, feste Maschen und Luftmaschen. Wer nicht häkeln kann, ist raus.

Wir haben gewonnen

Weit mehr als 150 Zuschriften erreichten uns, manche Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit unbeugsamem Klimawillen schrieben zweimal, Jutta Dräxler aus Frankfurt sogar dreimal. Heidemarie Bienentreu zählte zu den Ersten, die sich meldeten, und heute zeigen wir, wie versprochen, auch eine ihrer herzerfrischenden Kreationen im Bild: eine Küchenrolle mit bunten Küchentüchern – nicht aus Wegwerfkrepp, sondern aus Stoff.

Bernhard Erkelenz aus Solingen schloss sich am letzten Abend der Klimawette an – und schickte uns gleich noch jede Menge klimafreundliche Tipps und Rezepte mit. Der Mann ist seit 45 Jahren FR-Abonnent.

Seit langer Zeit ist auch Franz Petrasch unter den Abonnenten, einst in Berlin, jetzt im fränkischen Schnabelwaid. Seit 50 Jahren Naturköstler, fast ebenso lang Vegetarier, stellt er aufbereitetes, sogenanntes levitiertes Trinkwasser her, ist Bio-Kleinlandwirt und pflanzt jedes Jahr 50 bis 100 Bäume. Die Klimawette nahm er zum Anlass, die FR auf „Das Tahiti-Projekt“ hinzuweisen, einen Zukunftsroman, der umweltfreundliche Lebensgrundlagen entwirft. Darunter etwa die Permakultur, wie sie beispielsweise auch die „Gemüseheldinnen“ in Frankfurt betreiben: eine Art der Bodennutzung, die Mensch und Tier und Pflanze guttut.

Liebe Klimawettengewinnerinnen und -gewinner, nun ist es erst erst einmal geschafft – Zeit, ein wenig auszuspannen. Nächste Woche passiert hier nicht viel in Sachen Wette, aber Anfang März gibt es noch einen Nachklapp, denn schließlich sind viele Beiträge noch nicht veröffentlicht, ihre CO2-Bilanz nicht aufgelistet. Es war einfach unglaublich viel.

Und dann gibt es natürlich noch die versprochenen Preise. Wer Coffee-to-go-Becher und Klimasparbücher gewonnen hat, VHS-Kursteilnahmen und Besuche in der FR-Redaktion, wird möglichst bald informiert. Und dann machen wir alle zusammen weiter. Es gibt noch viel zu tun. Sparen wir’s ein.

Hallo Ihr Klimazocker,

zu allem Überfluss möchte ich meine persönliche Variante beitragen.

Zuletzt gesehen im Haus am Horn in Weimar (Musterhaus des Bauhauses). Die Kochkiste – sehr zu empfehlen und spart Energie.

Die Kochkiste ist ein vielseitiges Hilfsmittel, weil Speisen, die eine längere Garzeit haben, oder Gerichte, die leicht anbrennen durch sie optimal gelingen, und man kann Speisen auch warm halten.

Man kocht die Speisen so lange auf dem Herd an, bis der Deckel heiß ist. Nicht so heiß, dass man sich verbrennen würde, aber fühlbar zu warm. Dann kommt der Topf in die Kochkiste. Das ist in der seriösen Form eine nicht zu knappe Kiste, gepolstert mit isolierenden Kissen. Bekannt ist das vielleicht noch für die Zubereitung von Reis, der ja das Wasser aufsaugen, aber nicht anbrennen soll. (…)

Gerne hätte ich eine regelrechte Kochkiste, doch so weit habe ich es noch nicht gebracht. Nichts spricht aber dagegen, einen sauberen, heißen Topf mit Deckel in das Bett zu packen. Der Topf steht auf der Matratze, die Decke und das Kopfkissen werden darüber zusammengeschlagen, damit der Topf es richtig mollig warm hat. Die Topflappen zum hintragen und wieder herausholen kann man gleich obenauf liegen lassen.

Diese CO2-Sparmethode ist leicht und praktisch. Ich tue was ich kann, aber nicht alles Wünschenswerte ist möglich.

Wie sich die Kochkiste in der CO2-Bilanz rechnet, weiß ich nicht, es ist jedenfalls ein Beitrag.

Viel Erfolg weiterhin für die Klimawette und liebe Grüße

Ursula Heidrich


Liebes FR-Team,

ich finde die Idee mit der Klima-Wette ganz prima; jede Änderung des Alltags, die zu CO2-Einsparungen führt, ist sinnvoll, aber manchmal sind die Zusammenhänge eben doch komplizierter. In der Ausgabe vom 18. Februar wird empfohlen, auf „klimaschädliche Lebensmittel wie Rindfleisch …“ zu verzichten.

Konsequenterweise wäre dann aber auch der Verzicht auf Milch zu empfehlen, denn die Haltung von Rindern und deren regelmäßiges Kalben sind nun mal für die Milchproduktion unabdingbar.

Gisela Barth

Liebe RedakteurInnen meiner Frankfurter Rundschau,

die Klimawette finde ich eine ganz große Sache! Leider kann ich gar nichts dazu mehr beitragen, weil alle Einsparungen/Verbesserungen Ihrer Leser für mich schon seit Jahrzehnten eine Selbstverständlichkeit sind, und ich sie so praktiziere.

Wie ich auch die Rundschau seit Jahrzehnten abonniere. Seit 40 J. fahre ich Fahrrad in Frankfurt, eingekauft und gekocht wird saisonal/regional, keine Fertigprodukte, wenig Müll, mit Eimerchen zur Biotonne, keine Plastiktüten nur Leinensäckchen zum Einkaufen, Getränke werden in Kästen/Mehrweg geliefert, Wäsche trocknen auf dem Balkon, letzte Flugreise vor 4 J., Wohnung nicht überheizen – es gibt ja Pullover und warme Socken, keine Bestellungen und Rücksendungen per Internet. Es fällt mir im Moment nichts mehr ein, doch wenn ich in der Zeitung lese, dass man dies und das jetzt machen will, ja dann mache ich das schon und ohne Entbehrung und ohne Lob.

Doch wie gesagt, ich finde Ihre Aktion gut. Man muss die Leute aufrütteln.

Freundliche Grüße

Helga Schmieg


An die Engagierten,

viele Ihrer und der Leser Vorschläge berücksichtige ich schon seit vielen Jahren. In diesem Jahr, habe ich beschlossen, werde ich nicht fliegen, ob jemals wieder, weiß ich nicht. So habe ich statt einer Reise mit meiner Tochter nach Südafrika, eine Zugreise nach Wien und Bratislava unternommen.

Und im Herbst werde ich mit dem Zug nach Nantes fahren und weiter mit Bus und Fähre auf die Ile d’Yeu. Dort nur mit dem Fahrrad unterwegs sein. Das gibt ein gutes Gefühl. Bleiben Sie an dem Thema unbedingt dran.

Herzliche Grüße

Cornelia Albrecht, Neu-Anspach


Liebe FR,

endlich bin ich nicht mehr der Exot, der sich eigenwillig verhält … mein Verhalten wird „Zeitgeist“.

Als ich vor 40 Jahren noch in Frankfurt wohnte, bin ich immer mit dem Rad gefahren, als ich nach Nidderau zog, immer mit der Bahn zur Arbeit nach Frankfurt. In Frankfurt nehme ich grundsätzlich das Rad (ich habe dort eins deponiert) oder den ÖPNV.

Unser Haus haben wir vor 23 Jahren gedämmt, später Pelletheizung einbauen lassen und Warmwasser bekommen wir durch einen Sonnenkollektor auf dem Carport. Ökostrom beziehen wir schon seit Jahren bei EWS Schönau. (…) Die Kinder sind jetzt erwachsen und haben das Bahn- und Radfahren im Großen und Ganzen „übernommen“. Meine Frau und ich leben nun sei 2 Jahren in Bad Nauheim und sind nach wie vor „Allwetterradler“ (Schnee gibt’s ja nur noch selten).

Wir dachten, was kann können wir denn noch zur Klimawette beitragen, bis wir dann vor ein paar Tagen aufgrund eines Berichtes in der „Hessenschau“ die Idee hatten unseren Südbalkon mit einer „Plug’n’ Play Solaranlage“ zu bestücken. Sie soll etwa 2-3 m² groß sein.

Vielen Dank für Ihre gute Idee; es freut uns, dass so viele Menschen motiviert werden, noch mehr über sich und den Umgang mit der Natur nachzudenken.

Beste Grüße von Ellen und Stefan Bach


Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare