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Mehler-Würzbach wird im Ausschuss für Mobilität und Smart City die Linken vertreten.
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Mehler-Würzbach wird im Ausschuss für Mobilität und Smart City die Linken vertreten.

Neue Stadtverordnete

Daniela Mehler-Würzbach: Zurechtfinden auf dem politischen Parkett in Frankfurt

  • Sandra Busch
    VonSandra Busch
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Die Linke Daniela Mehler-Würzbach ist im März erstmals in die Stadtverordnetenversammlung gewählt worden. Sie staunt noch über machen Dinge und Diskussionen.

Mit ihrer allerersten Frage im Stadtparlament sorgte Daniela Mehler-Würzbach von den Linken gleich mal für Tumult. Es war eine Frage an Stadtrat Markus Frank (CDU), es ging um Polizeigewalt auf der Demonstration am 1. Mai. Was dann los war, „hat mich überrascht“, sagt Mehler-Würzbach. „Auch wenn ich wusste dass die Frage polarisieren würde.“ Es gab Zwischenrufe und Gebrüll, die Stadtverordnetenvorsteherin bat um „zivilisierten Ausdruck und Umgang“, sprach irgendwann von Kindergarten.

Mehler-Würzbach stand währenddessen am Saalmikrophon. Als Frank davon sprach, dass ihn vor allem die Gewalt gegen eingesetzte Polizistinnen und Polizisten fassungslos gemacht habe. Als der Saal sich empörte. Erstmals wurde die 37-Jährige bei der Kommunalwahl im März ins Stadtparlament gewählt, erstmals bekam sie an jenem Tag eine solche Diskussion dort mit. Immer wieder betonte Frank ihren ganzen Namen inklusive Doktortitel ganz besonders bei seiner Antwort an sie. „Ich war erstaunt, wie angefasst er doch war.“

Die Serie

49 der 93 Frankfurter Stadtverordneten sind neu im Parlament. Was trieb sie in die Politik, was wollen sie dort erreichen? Die Frankfurter Rundschau hat sechs der Neulinge bereits kurz vorgestellt und wird in den kommenden Monaten regelmäßig über sie berichten.

Vorgestellt wird die Arbeit der Stadtverordneten Simon Witsch (SPD), Daniela Mehler-Würzbach (Linke), Martin Huber (Volt), Sara Steinhardt (CDU), Mirrianne Mahn (Grüne) und Nathaniel Ritter (FDP). sky

Viel hat sich in den wenigen Monaten getan, seit sie Stadtverordnete ist. Sie ist nach der Elternzeit mit der zweiten Tochter in ihren Job an der Goethe-Uni zurückgekehrt, wo sie Referentin für die Berufung von Professor:innen ist. Dann ist sie an der Uni in den Personalrat gewählt worden. Und sie ist eben nun Stadtverordnete. Doch so richtig losgegangen ist es eigentlich für sie noch nicht in dem Amt. Mit der Bildung der neuen Koalition „war es ja eine Hängepartie, es gab politischen Stillstand“, sagt sie. „Das war ziemlich unbefriedigend und verlorene Zeit.“

Denn die Ausschüsse tagten bisher noch nicht, aber damit geht es nun nach der Sommerpause los. Mehler-Würzbach wird im Ausschuss für Mobilität und Smart City sitzen und will jetzt endlich ins Machen kommen. „Die zukünftigen Diskussionen sind ja klar vorgezeichnet“, sagt sie. „Es gibt für Frankfurt eine ganze Menge zu tun.“ Etwa über ein 365-Euro-Ticket zu diskutieren. Wie die Diskussionen aussehen werden, da ist sie sich noch nicht ganz so sicher. „Manchmal hatte ich bisher das Gefühl, dass Leute diskutieren, um eine künstliche Erregung zu erzielen“, sagt sie. „Dass es um reine Aufmerksamkeit geht und nicht um die Sache.“

Sie ist noch dabei, sich auf dem politischen Parkett zurechtzufinden. Wundert sich noch darüber, dass sie als Stadtverordnete automatisch einen Stellplatz im Römer bekommt. Obwohl sie doch gar kein Auto hat. Und klar, sie sei immer noch für viele die Neue, sagt Mehler-Würzbach. Sie hat an keinen Koalitionsverhandlungen teilgenommen, bei denen man sich schon kennenlernen konnte. Nur an Sondierungsgesprächen, doch die Grünen entschieden sich gegen eine Koalition mit den Linken. „Aber man geht im Stadtparlament sehr informell miteinander um“, sagt sie. „Atmosphärisch ist das wie ein Klassentreffen.“

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