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Dominik Heukemes bei den Vorbereitungen der Erntedank-Ausstellung im Palmengarten.

Palmengarten

Dahlien und andere Naturalien

  • Thomas Stillbauer
    vonThomas Stillbauer
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Es ist Erntedank. Und manche werden verblüfft sein, was man mit Dahlien machen kann, außer sie anzuschauen.

Das Eichhörnchen war schon drinnen in der Ausstellung. Um ein paar Nüsse in den Beeten zu vergraben. Das Rotkehlchen, zuverlässiger und regelmäßiger Besucher, wird stündlich erwartet. Es ist Erntedank im Palmengarten. Die erste Blumenschau seit dem Frühjahr. Alle sind total ausgehungert. Und ausgedürstet. Sogar die Menschen.

„Es war eine ganz schöne Durststrecke für das Team“, sagt Dominik Heukemes, der Chefgestalter in der Galerie am Palmenhaus. Den Sommer über konnten die Kreativen nichts anderes tun, als den Kolleginnen und Kollegen draußen zu helfen. Gießen, gießen und noch mal gießen. Und pflanzen. Denn auch wenn wegen Corona monatelang unklar war, ob die Herbstausstellungen überhaupt erblühen dürfen – bereit sein wollten die Palmengärtnerinnen und -gärtner auf jeden Fall.

Es hat sich gelohnt, es darf gedankt werden für die Ernte – und was für eine. Gelb sticht sofort ins Auge, Sonnenblumen, so weit das Auge reicht, Sonnenhüte, aber vor allem: Dahlien. Herrlich bunt blühen sie in den Beeten, herrlich brillant grüßen sie von den riesigen Fotografien an den Wänden, aufgenommen von Palmengarten-Kustodin Hilke Steinecke.

Aber Dahlien sind nicht nur schön. „Dahlien gehören auch zum Erntedank, denn man kann sie essen“, sagt Dominik Heukemes. Die Blüten, klar. „Aber auch die stärkehaltigen Knollen – wie Kartoffeln.“ Man lernt nie aus. Und wie schmecken die? „Ich habe sie noch nie gekocht“, gibt er zu, „aber ich weiß, dass ich könnte, wenn ich müsste.“

 Schon von den Azteken hochgeschätzt 

Mehr Wissenswertes über die Dahlie, Star der Ausstellung in diesem Jahr, steht auf Text- und Bildtafeln an den Wänden. Etwa wie man sie pflegt, dass sie schon von den Azteken hochgeschätzt wurde und dass es seit 1986 sogar eine Kaktus-Dahlie namens „Palmengarten Frankfurt“ gibt.

Natürlich ist dank der Stadtgruppe der Kleingärtner wieder prächtiges Obst und Gemüse zu sehen. Kürbisse warten erstmals schon draußen vor dem Eingang zur Galerie und wie gewohnt auf dem Platz hinterm Haupteingang zum Erwerb, nebst Kürbis- und Obstprodukten. Apropos Eingang: Rein in die Ausstellung geht’s durch den Galeriezugang Nord und dann auf einem Rundkurs in Einbahnrichtung weiter – das gehört zum Corona-Konzept. Es gibt drinnen keine Sitzgelegenheiten (außer für Rotkehlchen), aber es gibt alte Ackergeräte und Werkzeuge zu bestaunen, die ein Kollege aus seiner Scheune spendiert hat: Holzsäge, Sense, Milchkannen, einen historischen Waschkessel und alte Einmachrezepte.

Die Erntedank-Ausstellung ist bis einschließlich Sonntag, 27. September, zu sehen. Eine weitere Schau wird es noch geben, die „Blumen des Herbstes“, sofern nicht eine zweite große Pandemiewelle alles lahmlegt, und dann ruhen die Hoffnungen der Ästhetinnen und Ästheten wieder auf den sagenhaften Winterlichtern über den Jahreswechsel.

Eine Weihnachtsausstellung kommt im Jahresprogramm 2020 nicht vor, sagt Dominik Heukemes. Aber im nächsten Jahr folgt das große Jubiläum: 150 Jahre Palmengarten. Die Vorbereitungen laufen, sicher auch bei Rotkehlchen und Eichhörnchen.

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