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Sie zeigen ihre Bücher: Jasmin Kasperkowitz (Stellvertretende Vorsitzende AWO Ffm) und Ansgar Dittmar (Vorsitzender AWO Ffm).

Prüfung

AWO-Task Force: Däubler-Gmelin legt Fragen vor

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Leiterin der AWO-Task Force beginnt mit ihrer Arbeit. Prüfer aus Berlin nennen schon heute Resultate.

Die von der AWO Hessen-Süd als Leiterin einer Task Force berufene frühere Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) hat ihre Arbeit aufgenommen. Nach einem Eröffnungsgespräch mit dem Bezirksvorstand habe sie den führenden Funktionären einen Fragenkatalog vorgelegt, sagte der Sprecher des Bezirksverbandes, Swen Klingelhöfer, der FR am Montag.

AWO-Task Force: Resultate sollen bald vorliegen 

Die 76-jährige Rechtsanwältin, von 1998 bis 2002 Bundesjustizministerin, ist von der AWO mit einem Honorarvertrag verpflichtet worden. Über die Höhe des Honorars wollte die Wohlfahrtsorganisation nichts sagen. „Es ist eine ordentliche Beauftragung“, erklärte Klingelhöfer lediglich. Däubler-Gmelin werde im Januar in Frankfurt ein Büro beziehen, im Dezember aber zunächst von ihrem Berliner Büro aus arbeiten. Die Sozialdemokratin ist in der Bundeshauptstadt Mitglied der renommierten Kanzlei Schwegler Rechtsanwälte.

„Viele Menschen leiden gegenwärtig unter den Nachrichten über die AWO“, erklärte Klingelhöfer. Die Wohlfahrtsorganisation werde deshalb Däubler-Gmelin rückhaltlos unterstützen. Die langjährige Bundestagsabgeordnete solle aufklären, „was da schiefgelaufen ist und was wir in Zukunft anders machen müssen“.

Eine zeitliche Befristung für die Task-Force gibt es nicht. Ob sie außer Däubler-Gmelin noch andere Mitglieder bekommen wird, blieb offen.

AWO-Task Force: Vorgänge in Frankfurt sollen aufgeklärt werden 

Am Montag trafen in der Frankfurter AWO-Zentrale im Ostend die Revisoren ein, die der Bundesvorstand aus Berlin geschickt hatte, um die Vorgänge in Frankfurt aufzuklären. Sie wurden vom AWO-Präsidium mit Ansgar Dittmar an der Spitze und der stellvertretenden Geschäftsführerin Jasmin Kasperkowitz zunächst zu einem „Eröffnungsgespräch“ begrüßt. Die Besucher aus Berlin hatten einen umfangreichen Fragenkatalog mitgebracht. „Die Kollegen können sich alles angucken, was sie sich angucken wollen“, versprach der Sprecher des Frankfurt Arbeiterwohlfahrt, Johannes Frass, der FR. Man werde ihnen auch alle Buchhaltungsunterlagen offenlegen.

Die Prüfung soll noch am heutigen Dienstagvormittag fortgesetzt werden, am Nachmittag gibt der AWO-Bundesvorstand bei einer Pressekonferenz in Frankfurt Ergebnisse bekannt.

Mit Spannung wird dieser Termin an der Basis erwartet. „Ich hoffe, dass die verschiedenen Revisionen, die jetzt laufen, endlich Licht in die Geschehnisse bringen“, sagte Thomas Sock, der Vorsitzende des AWO-Ortsvereins Gallus, der FR.

Derzeit läuft die Frist für die Kandidaturen zur geplanten Neuwahl des Präsidiums am 18. Januar. Ob es neue Bewerberinnen und Bewerber gibt, ist unklar.

Das Gremium mit dem Vorsitzenden Ansgar Dittmar an der Spitze hat bisher allen Aufforderungen des Bundesverbandes widerstanden, seine Ämter aufzugeben.

Kritik kommt aber auch aus den Untergliederungen der AWO: Klemens Mielke, Chef des größten Frankfurter Ortsvereins der AWO in Nied, sucht mit Anderen eine glaubwürdige Führungsperson für einen neuen Anfang.

Die AWO-Affäre kommt für die Frankfurter SPD zu einem fatalen Zeitpunkt. Gerade hatte sie erfolgreich begonnen, sich aus einem Tief herauszuarbeiten. Ein Kommentar.

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