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Ein junger Mann hat versucht, sich über Instagram zwei Jugendlichen, die bei einem Frankfurter Verein Fußball spielen, anzunähern. Foto: dpa/Armin Weigel

Cybergrooming auf Instagram

Mann belästigt Frankfurter Jugendfußballer bei Social Media

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Ein junger Mann hat versucht, sich über Instagram zwei Jugendspielern der SG Praunheim anzunähern. Die Frankfurter Polizei schritt rechtzeitig ein.

Frankfurt - Einen sexuellen Übergriff auf Kinder hat die Polizei bereits im Anfangsstadium verhindern können. In der vergangenen Woche hatte sich ein zunächst Unbekannter über Instagram in zwei Fällen an Jugendfußballer der SG Praunheim gewandt. Einer der Jugendlichen war sofort stutzig geworden und hatte den Kontakt blockiert, im anderen Fall hatte der Jugendspieler Verdacht geschöpft, als er aufgefordert worden war, doch mal ein Bild von sich zu schicken. In beiden Fällen hatten die Jugendlichen ihren Betreuer informiert. Der wiederum setzte die Polizei und Kreisjugendwart Michael Mehrer in Kenntnis.

Belästigung auf Instagram: Frankfurter Fußallvereine vorgewarnt

Mehrer informierte am Dienstag vorsorglich alle Frankfurter Vereine mit Jugendfußballabteilungen über die unsittliche Kontaktaufnahme. „Wir sind da schon ein bisschen sensibilisiert“, sagte Mehrer. Denn vor zwei Jahren gab es einen Vorfall, bei dem ein 18-Jähriger aus Bergen-Enkheim Jugendfußballer kontaktiert hatte. In einem Fall war es ihm gelungen, einen Zwölfjährigen zu einem Live-Stream-Video zu locken und mit einem masturbierenden Erwachsenen zu konfrontieren.

So weit kam es diesmal nicht. Nach den Hinweisen seitens des Vereins konnte die Polizei den Absender der Nachrichten ausfindig machen. Es handele sich um einen jungen Mann. „Es wurde eine Gefährderansprache durchgeführt“, sagte ein Polizeisprecher der FR, betonte aber, dass es sich bei den Vorgängen noch nicht um eine Straftat gehandelt habe. Gleichwohl: „Der Sachverhalt wird sehr ernst genommen“, so der Polizeisprecher. Die Kollegen des Fachkommissariats für Sexualdelikte hätten die Ermittlungen übernommen.

Cybergrooming ist bekanntes Phänomen bei Polizei

Das Phänomen der unsittlichen Kontaktaufnahme mit Jugendlichen im Internet wird Cybergrooming genannt. Erwachsene lauern Kindern im Internet auf, geben sich als Gleichaltrige aus und versuchen deren Vertrauen zu gewinnen, um sie dann zu sexuellen Handlungen zu bewegen. Die Kontaktaufnahme erfolgt über Schüler-Nachhilfeseiten, im Chat von Computerspielen oder eben wie in den vorliegenden Fällen über Instagram.

Die Generalstaatsanwalt in Frankfurt hat mit der Zentralstelle für Internetkriminalität (ZIT) eine eigene Abteilung, die sich auch mit dem Phänomen Cybergrooming beschäftigt. ZIT-Sprecher Georg Ungefuk sagt zu Vorfällen wie sie jetzt den beiden Jugendfußballern widerfahren sind: „Das ist leider eine Alltagssituation und ein großes Problem.“ Wichtig sei, wie jetzt geschehen, in solchen Fällen Anzeige zu erstatten. Denn viele Jugendliche, die auf Cybergrooming hereinfallen, scheuen sich aus Scham, ihren Eltern über die Vorfälle zu berichten. Das Dunkelfeld ist laut ZIT sehr hoch. Daher hat der Gesetzgeber auch reagiert und stellt künftig auch den Versuch des Cybergroomings unter Strafe.

Künstliche Intelligenz soll pädokriminelle Übergriffe im Internet frühzeitig erkennen und Kinder schützen. Was kann die App tatsächlich?*

Die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) hat einen 50-Jährigen aus dem Main-Kinzig-Kreis wegen mehrfachen schweren sexuellen Missbrauchs seiner Tochter angeklagt.*

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