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Vielfältig und bunt: Bei der Demo zeigen sich die Mitglieder der LGBTIQ*-Community.

Veranstaltung

CSD Frankfurt: Die Party an der Konstablerwache wird noch größer

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Die Veranstaltung an der Konstablerwache beginnt diesmal einen Tag früher.

Der Christopher Street Day in Frankfurt wächst. Zum einen werden bereits am Donnerstag, 18. Juli, zwei Filme im Open-Air-Kino gezeigt. Zum anderen beteiligen sich an der Demo am Samstag mehr als 90 Gruppen.

Das Motto „50 Jahre Stonewall – Wir sind Bewegung“ bietet den Rahmen für den Filmabend. Zunächst wird ab 20 Uhr die Dokumentation „Fünf Tage in New York“ gezeigt. Sie blickt zurück auf die Ereignisse 1969 in der Christopher Street in New York und die damaligen Proteste rund um die Bar „Stonewall Inn“. Der anschließende Spielfilm „Mario“ thematisiert Homosexualität im Männerfußball. Das Ganze sei ein Versuch, kündigen die CSD-Verantwortlichen an. Sollte es aber Anklang finden, würden sie es gerne fortsetzen.

Musik beim CSD Frankfurt: Vom Schlager über Funk und Soul bis zu Pop

Der Kern des CSD bleiben aber die folgenden drei Tage. Mit unterschiedlichsten musikalischen Künstlern sollen viele Gäste angesprochen werden. Das Aufgebot reicht von Schlager über Funk und Soul bis hin zu Pop. Joachim Letschert vom Vorstand des Vereins CSD Frankfurt verrät vorab seine Highlights: Am Samstagabend sind es „Laing“, die auf der Hauptbühne performen und die manch einer vielleicht noch durch ihren Hit „Morgens immer müde“ kennt.

Am Sonntag singt die Dänin „Whigfield“, die 1994 mit ihrem Lied „Saturday Night“ einschlug. Zudem nennt Letschert noch den queeren Poetry Slam am Samstag auf der Kulturbühne hörens- und sehenswert.

Auf sexuelle Belästigungen reagiert

Am Samstag liegt der Fokus ab 12 Uhr wieder auf der großen Demonstration durch die Stadt, zu der sich in diesem Jahr besonders viele Gruppen angemeldet haben. Angeführt wird der Zug von einem Cabrio, in dem auch Stadträtin Sylvia Weber (SPD) sitzen wird, ihm folgen mehr als 40 Fahrzeuge und 55 Fußgruppen. Die Demo soll gegen 14.15 Uhr an der Konstablerwache enden.

Auf die sexuellen Belästigungen, zu denen es voriges Jahr vor der Hauptbühne gekommen war – mehrere Frauen waren von Männern bedrängt worden –, haben die Veranstalter reagiert. „Wir wollen den Bühnenvorplatz verstärkt beobachten und dadurch im Notfall noch schneller die Security zu brenzligen Situationen schicken“, sagt Letschert. Da Sicherheitsdienst und Organisationsteam näher am Bühnenvorplatz und deutlich sichtbar sein sollen, könnten Menschen auch schneller Hilfe holen.

Ein neuer Ort schützt nicht vor Übergriffen

Die Frage nach einem alternativen Veranstaltungsort sei aktuell etwas in den Hintergrund gerückt. Auch an anderen Orten sei man nicht vor Übergriffen gefeit. Zudem seien andere Veranstaltungsorte mit höheren Kosten oder auch einer kürzeren Öffnungszeit verbunden.

Der CSD kostet in diesem Jahr etwa 150.000 Euro, die Stadt Frankfurt fördert ihn mit 10.000 Euro. Der Rest werde größtenteils von den Gastronomen, die vor Ort verkaufen, getragen. Dass der CSD auch weiterhin politisch ist, steht für Joachim Letschert außer Frage: „Feiern und Politik müssen sich nicht ausschließen“, sagt er. „Und feiern ist immer noch das Beste, um Vorurteile abzubauen.“

Das Programm

Der Christopher Street Day 2019 findet vom 18. bis 21. Juli statt. Rund um die Konstablerwache wird an allen Tagen gefeiert, diskutiert und demonstriert.

Die Demo durch die Stadt beginnt am Samstag, 20. Juli, um 12 Uhr. Sie startet auf dem Römerberg und endet an der Konstablerwache.

Auf zwei Bühnen wird es neben viel Musik auch einen Poetry Slam, den Stöckelschuhlauf und Diskussionen über die Bewegung geben.

 Weitere Infos gibt es im Internet unter www.csd-frankfurt.de

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