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Cosplayer:innen auf der Frankfurter Buchmesse sind beliebte Fotomotive

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Von: Ramona Wessmann

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Cosplayerin Alina (23) kommt aus der Eifel und geht während der Buchmesse als Fliegenpilz durch die Hallen.
Cosplayerin Alina (23) kommt aus der Eifel und geht während der Buchmesse als Fliegenpilz durch die Hallen. © Renate Hoyer

Auch in diesem Jahr tummelt sich die Cosplay-Community auf der Frankfurter Buchmesse und begeistert mit neuen Kostümen. Von Ramona Wessmann.

Cosplay kommt ursprünglich aus Japan, hat aber schon vor langer Zeit seine Fans in Deutschland gefunden. Bereits seit über zehn Jahren findet das Finale der Deutschen Cosplay-Meisterschaft auf der Frankfurter Buchmesse statt. So trafen sich auch in diesem Jahr Cosplayer aus ganz Deutschland in Frankfurt.

Cosplay ist ein etabliertes Kostümspiel. Was oder wer man sein möchte, ist jedem selbst überlassen: Ob Figuren aus Serien, Comics, Filmen, Animes oder Büchern, auch selbst kreierte Figuren sind gern gesehen. Der Kreativität sind beim Cosplay keine Grenzen gesetzt.

Alina und Florian (beide 23) sind aus der Eifel zur Buchmesse gekommen. Alina ist als Fliegenpilzfee gekleidet, Florian hat dieses Mal kein Kostüm dabei. An dem riesigen Pilzhut habe sie zwei Monate lang gearbeitet, berichtet Alina. „Das hat mir jeden Nerv geraubt“, sagt sie. Trotzdem gehe es ihr dabei ums Erschaffen, ums Selbstmachen. Das Kostüm trägt Alina in diesem Jahr schon zum dritten Mal, es hat sich also gelohnt.

Oft wird die Community aus Nachhaltigkeitsgründen kritisiert. Sie würde zu viele Ressourcen verschwenden durch das dauernde Neukaufen und Neuschaffen von Kostümen. Alina und Florian finden aber, dass man auch viel secondhand kaufen oder alte Kostüme recyceln könne. Die Hauptsache sei, dass man sein Kostüm auch trage.

Auch deshalb, da oft viel Geld in das Hobby gesteckt würde. Alina schätzt, dass sie in diesem Jahr etwa 300 bis 600 Euro investiert hat. Praktisch muss das Kostüm zudem auch sein. „Toiletten sind eine Herausforderung“, so Alina lachend.

Früher habe es zudem viel Kritik gegeben, wenn ein Kostüm komplett gekauft worden sei, doch die beiden sehen einen Umschwung. Es bestünde keine Konkurrenz. „Es ist eine sehr, sehr liebe Community“, sagt Alina. Es gebe auch immer einen regen Austausch, oder es würden Tipps gegeben, vor allem in Onlineforen wie Animexx oder CosBase. Und auch die Besucher:innen der Buchmesse zeigen sich sehr interessiert. Die Komplimente anderer seien „Balsam für die Seele“, sagt Alina.

Schon 20 Fotos hätten am Samstag Leute mit ihr gemacht, erzählt sie. Manche fotografierten jedoch auch ungefragt, ohne Einverständnis. Das empfinde sie als unhöflich. Oft nehme sie es aber hin, da sie keine Lust auf die Konfrontation habe. Doch insgesamt, sagt Alina, würden mehr Menschen fragen, ob sie ein Foto machen könnten, als dass es ungefragt passiere. Für Kritik sei sie prinzipiell immer offen, solange ihr Gegenüber auch wirklich interessiert an der Antwort sei. Aussagen wie „Wir haben noch keinen Karneval“ finden Alina und Florian eher gehässig.

Die beiden kommen gerne auf die Buchmesse. Es sei eine ideale Kombination aus Büchern und „verrückten Leuten“, so Florian. Aber im positiven Sinne. (Von Ramona Wessmann)

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