Bäder

Warten auf das Anschwimmen in Frankfurt

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Die Bäder in Frankfurt bleiben weiterhin geschlossen. Es kommt zu Einnahmeausfällen von hunderttausenden Euro – eine Stufenweise Öffnung wird diskutiert.

Das traditionelle Anschwimmen im Freibad Hausen musste in diesem Jahr ausfallen. Kein Schlangestehen im Morgengrauen, kein Spurt über den Rasen ins mollig warme, vorgeheizte Wasser. Im Becken ist zwar Wasser, aber kein Badegast.

Seit dem 17. März sind die Frankfurter Schwimmbäder aufgrund der Hygiene-Schutzverordnung geschlossen. Die Mitarbeiter des Freibads Hausen, die schon an der Eröffnung werkelten, sitzen genauso wie die Mitarbeiter der übrigen Schwimmbäder zu Hause und warten darauf, endlich wieder arbeiten zu können.

Boris Zielinski, Geschäftsführer der Frankfurter Bäderbetriebe, bekommt derzeit täglich Anfragen. Von Mitarbeitern, die arbeiten wollen, und von Bürgern, die schwimmen wollen. „Schwimmbäder sind nicht nur ein Ort der Gesundheit, sondern auch ein Ort der Begegnung in den Stadtteilen“, weiß Zielinski nicht erst seit der Corona-Krise.

Einnahmen gehen verloren

Für die Bäderbetriebe sind die Schwimmbäder zudem noch ein Ort, an dem Geld verdient wird. Etwa 400 000 bis 500 000 Euro an Einnahmen gehen der Stadtwerke-Tochter derzeit monatlich verloren, schätzt Zielinski und fürchtet, dass es auch noch eine Weile dauern wird, bis die Frankfurter und Badegäste aus dem Umland wieder planschen dürfen. „Ab Juni halte ich für realistisch“, schätzt der Geschäftsführer, hofft aber insgeheim, dass es schon früher wieder losgehen kann.

In den sieben Hallen- und Erlebnisbädern sei derzeit quasi nur „die Pausentaste gedrückt“. Dort sorge eine Notbesetzung dafür, dass die Bäder betriebsbereit blieben. Das Freibad Hausen könne mit einem Vorlauf von zwei Tagen öffnen, bei den übrigen Freibädern seien mindestens 14 Tage vonnöten.

Zielinski geht von einer stufenweisen Wiedereröffnung der Bäder aus: „3000 bis 4000 Badegäste im Rebstockbad an einem Sonntag sind aktuell nicht realistisch“, sagt er, betont aber auch: „Schwimmbäder sind keine Risikoorte.“ Das Wasser desinfiziere und habe einen hohen Hygienestandard, Schwimmbäder seien an sich schon saubere Orte.

Reger Austausch mit anderen Städten

Derzeit gebe es einen regen Austausch mit den Bäderbetrieben anderer Städte. „Wir müssen einfach Ideen entwickeln, so wie das in vielen anderen Bereichen derzeit ja auch gemacht werden muss“, sagt Zielinski. Eine stufenweise Öffnung der Bäder könne bedeuten, nur eine bestimmte Anzahl an Badegästen einzulassen. Zielinski denkt auch darüber nach, die Schwimmbäder zu bestimmten Tageszeiten nur für Risikogruppen zu öffnen, etwa für Senioren am Vormittag.

Eine stufenweise Öffnung sei in kleineren Bädern erst mal einfacher umzusetzen als etwa im riesigen Rebstockbad. Das marode Flaggschiff der Bäderbetriebe gleich ganz zu schließen und den für kommendes Frühjahr geplanten Abriss vorzuziehen sei keine Überlegung, sagt Zielinksi: „Wir haben ein Ausschreibeverfahren, bei dem alles durchgetaktet ist, und gehen auch nicht von einer monatelangen Schließung aus.“ Denn wenn die Pandemie die komplette Saison in den sieben Freibädern gefährden sollte, gäbe es noch mal ganz andere Einnahmeausfälle als derzeit.

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