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Taxis in Frankfurt: Maue Geschäfte in gefährlichen Zeiten

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Von den 1700 Frankfurter Taxis sind lediglich noch etwa 400 im Einsatz.  

Für Taxifahrer sind die Zeiten besonders hart. Zum einen wegen der drastischen Verdienstausfälle, zum anderen, weil sie an ihrem Arbeitsplatz im Auto Kunden ausgesetzt sind, die häufig auch aus Risikogebieten zurückkommen.

Hans-Peter Kratz, Vorsitzender der Frankfurter Taxivereinigung, kann schon von einem solchen Infektionsfall berichten. „Ein Kollege hat von der Welle der Rückkehrer aus dem Ausland am vergangenen Freitag einen Kunden am Frankfurter Flughafen gehabt.“ Am Sonntag sei er schon von der Polizei gesucht worden, weil er Kontakt zu einem Infizierten hatte. Der Fahrgast kam aus dem Iran und war stark gehbehindert, der Taxifahrer ging aus Hilfsbereitschaft auf Tuchfühlung und hat dabei wohl infiziert.

Kratz berichtet auch von Kollegen, die aus Angst vor einer Infektion provisorische „Trennscheiben“ aus Cellophan gebastelt hätten. „Ich weiß nicht, ob es Not oder Tollkühnheit ist, dass überhaupt noch Kollegen unterwegs sind“, so Kratz.

Wegen der sehr mauen Geschäfte seien aber ohnehin nur noch etwa 400 der 1700 Frankfurter Taxis im Einsatz. Wobei „Einsatz“ in den meisten Fällen rumstehen und warten bedeutete. Nur etwa 40 Autos seien „in der Vermittlung drin“, das heißt, zeitgleich im Einsatz. Kratz schätzt, dass den Taxifahrern der Umsatz zu etwa 95 Prozent weggebrochen ist. In seinem Unternehmen – mit drei Fahrern, die alle Rentner sind – seien es sogar 100 Prozent. „Ich habe mein Personal aus der Schusslinie genommen“, berichtet Kratz.

Hoffen auf die Soforthilfe

Die von der Bundesregierung angekündigte und vom Land Hessen aufgestockte Soforthilfe werde von den Taxifahrern „mit Freude zur Kenntnis genommen“. Das helfe in den meisten Fällen, auch wenn Kratz davon ausgeht, dass es noch etwa zwei Wochen dauert, bis wirklich Geld fließt.

Hessen hatte angekündigt, Unternehmern mit bis zu fünf Beschäftigten 10 000 und solchen mit sechs bis zehn Angestellten 20 000 Euro Soforthilfe zur Verfügung zu stellen. Die Hilfe an die Anzahl der Mitarbeiter zu koppeln sei im Taxigewerbe aber vielleicht nicht immer zielführend. „Ich kenne Unternehmen, da wird ein Fahrzeug von sechs Mitarbeitern gefahren.“

Doch es überwiegt die Dankbarkeit, und Kratz kündigt an, die Taxifahrer wollten, wenn sich die Lage gesundheitlich etwas stabilisiert habe, „auch mal was zurückgeben“. So könnte er sich durchaus vorstellen, dass die Taxichauffeure kostenlose Nachbarschaftshilfe in Form von Besorgungsfahrten leisteten. „Wenn von 1700 Taxis nur zehn Prozent mitmachen, wäre das schon ein gutes Signal.“

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