+
Im Internet kursieren Bilder von leeren Regalen. Aber Supermärkte und Handelsverband bestreiten Engpässe.

Coronavirus

Hamsterkäufe in Frankfurt? Supermarkt-Kette sieht „keine Engpässe in der Warenversorgung“

  • schließen

Im Internet kursieren Bilder von leeren Regalen. Aber Supermärkte und Handelsverband bestreiten Engpässe.

  • Fotos und Berichte über Hamsterkäufe mehren sich
  • In der Realität zeigen die meisten Regale in Supermärkten etwas anderes: den Normalzustand
  • Bei einzelnen Importprodukten kann es jedoch zu Engpässen kommen

Frankfurt - Auch in Frankfurt und der Region greift das Phänomen„Hamsterkäufe“ um sich - jedoch in Maßen und scheinbar unbegründet, sagen Einzelhändler und Handelsverband.

Die einen zeigen beruhigt und begeistert ihre vollen Kofferräume in den Medienkanälen. Die anderen laden belustigt Fotos von leeren Regalen hoch. Panik schürt Panik, Fotos und Berichte über Hamsterkäufe provozieren diese. In der Realität zeigen die meisten Regale in Supermärkten noch etwas anderes: den Normalzustand.

Hamsterkäufe wegen Coronavirus: Verstärkte Nachfrage bei lang haltbaren Lebensmitteln

„Es gibt keine Engpässe in der Warenversorgung“, sagt Kristina Schütz, Pressesprecherin der Rewe Group. Man hätte zwar bundesweit eine verstärkte Nachfrage nach lang haltbaren Lebensmitteln, bestätigt sie. Die Frequenz der Belieferung sei in Folge dessen erhöht worden. Man sei gut auf die Situation eingestellt.

Dass der Lieferservice für Lebensmittel in Frankfurt derzeit eine Lieferzeit von 14 Tagen angibt, begründet Schütz mit der erhöhter Nachfrage und begrenztem Lieferzeitfenster. „Hier kann es vorübergehend zu Wartezeiten von wenigen Tagen kommen.“

Dass Liefer-Lebensmittel extra zurückgehalten werden, um erstrangig die Supermarktregale zu füllen, verneint die Sprecherin. Weil es unterschiedliche Lager gebe, bestehe kein Zusammenhang.

Hamsterkäufe wegen Coronavirus: Hygiene-Produkte werden derzeit in großen Mengen gekauft

Viele hätten das Händewaschen neu für sich entdeckt, scherzt jemand auf Twitter zu einem Bild von einem leeren Seifenregal. „Was spricht gegen Grapefruit-Mango-Seife?“, fragt ein anderer aufgrund eines einzigen übrigen Exemplars. Belustigend, aber in den meisten Geschäften ist alles zu bekommen.

Seifen, Toilettenpapier und Desinfektionsmittel werden derzeit in großen Mengen gekauft. Auch Lebensmittel, die lange haltbar sind, wie Nudeln, Mehl oder Haferflocken und Dosengerichte sind in einigen Supermärkten zeitweise nicht mehr zu finden gewesen. Sven Rhode, Hauptgeschäftsführer vom Handelsverband Hessen, ist sich sicher, dass die „Versorgung der Bevölkerung gewährleistet ist“.

Dass Regale leer gekauft sind, käme vor allem am Abend vor. „Auch an den Standorten, an denen in letzter Zeit die Nachfrage besonders stark angezogen hatte und zu Ladenschluss ein Ausverkauf bestimmter Produkte zu beobachten war“, sei die Warenversorgung gesichert.

Hamsterkäufe: Lieferketten vom Coronavirus nicht beeinträchtigt

Die Lieferketten des Lebensmittelhandels seien vom Coronavirus nicht beeinträchtigt. „Transport und Logistik funktionieren.“ Die Handelsunternehmen würden das Ausbruchsgeschehen und die „Einschätzungen und Empfehlungen des Krisenstabes der Bundesregierung“ sehr genau beobachten und sich im engen Austausch mit Lieferanten, Logistik und Filialen befinden.

Die einzigen Importprodukte, bei denen er die Gefahr sieht, dass es kurzfristig zu Engpässen kommen kann, seien Textil- oder Elektronikprodukte, die oft in asiatischen Ländern produziert werden.

Von Sophie Vorgrimler

Coronavirus in Frankfurt: Hausärzte in Frankfurt können mangels Schutzkleidung nicht auf das Coronavirus SARS-CoV-2 und Covid-19 testen. Eine Marburger Praxis richtet ein „Corona-Drive-in“ ein.

In Deutschland sind Hygienemittel sehr begehrt. Wer wegen des Coronavirus Desinfektionsmittel braucht, kann bei Aldi Süd und Nord zuschlagen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare