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Hier schwimmt so bald kein Mensch mehr: Im Rebstockbad. Auch die anderen Frankfurter Bäder schließen aufgrund des Coronavirus.

Absagen und Schließungen

Coronavirus: Frankfurt schließt Schwimmbäder

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Die Stadt Frankfurt schließt wegen der Coronakrise die Schwimmbäder: Auch die Dippemess ist abgesagt. Außerdem wird die Trauerfeier für die Politikerin Rita Streb-Hesse verschoben.

Am Montag erwischte es dann auch die Dippemess. Eigentlich sollte das traditionsreiche Volksfest in Frankfurt vom 2. bis zum 26. April stattfinden – es wäre die 675. Auflage gewesen. Doch die Corona-Krise macht das Karussellfahren in diesem Jahr unmöglich; die Stadt Frankfurt sagte das Volksfest nun ab. Für die Schausteller ist die Entscheidung ein harter wirtschaftlicher Schlag. Doch spätestens mit der Vorgabe aus Wiesbaden, auf sämtliche Veranstaltungen mit mehr als 100 Besucherinnen und Besuchern zu verzichten, sah es schlecht aus für die Dippemess. Eine Ansteckung von Besuchern, Schaustellern und anderen Beteiligten sollte ausgeschlossen werden, hieß es dazu am Montag von der Stadt.

Im Kampf gegen das Coronavirus setzt die Stadt Frankfurt auf immer neue Einschränkungen. Das öffentliche Leben soll so weit wie möglich reduziert werden. Oberstes Ziel ist es, „die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen“, wie der im Römer tagende Verwaltungsstab mitteilte. Das Gremium hatten Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) und Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) gegründet. Ihm gehören alle zentralen Bereiche der Stadtverwaltung an, zu den Sitzungen treffen sich in der Regel zumindest die hauptamtlichen Dezernentinnen und Dezernenten.

Am Montagnachmittag kam die Gruppe in der zentralen Feuerwache 1 in Eckenheim zusammen. Wichtigster Tagesordnungspunkt: Die städtischen Schwimmbäder und Sportanlagen schließen von heute an. Wann die Bäder wieder öffnen, könne derzeit noch niemand sagen, sagte Sportdezernent Markus Frank (CDU) auf Anfrage der Frankfurter Rundschau. Gerade am Wochenende wollten viele Menschen in die Bäder gehen. Dort wurde allerdings darauf geachtet, dass sich nicht zu viele Menschen in dem Gebäude aufhielten. Schwimmgäste berichteten, deshalb hätten sich etwa an der Kasse des Rebstockbades Schlangen gebildet.

Allzu kontroverse Diskussion gibt es im Krisenstab nicht. Prinzipiell werden Ansagen und Empfehlungen aus Berlin und Wiesbaden umgesetzt. Wie das konkret geschieht, müssen die einzelnen Dezernenten entscheiden.

Der Betrieb der Bürgerämter wird von Dienstag an deutlich reduziert. Sie dürfen nur noch in dringenden Fällen und nach vorheriger Terminabsprache besucht werden, wie Günter Murr, Sprecher des für die Ämter zuständigen Dezernenten Jan Schneider (CDU), erklärte: „Wer im Dezember verreisen will, braucht sich nicht jetzt um seinen Reisepass zu kümmern.“ Am Montag hatte lediglich das Bürgeramt in Harheim geschlossen, und Bergen-Enkheim konnte nur einen Teil des Services anbieten. Probleme gab es aber im Bürgeramt auf der Zeil. Dort wurde der Wartebereich am Vormittag dermaßen voll, dass die Mitarbeiter die Ausgabe der Wartenummern vorzeitig beenden mussten.

Linke fordert Hilfe für Arme

Der städtische Energieversorger Mainova schloss am Montag sein Servicecenter in der Innenstadt – vorerst bis zum 17. April. Das Schauspiel Frankfurt, das seinen Spielbetrieb bereits eingestellt hatte, sagte am Montag auch alle Proben ab. Fest steht, dass es bis mindestens 19. April keine Aufführungen geben wird. Betroffen sind die Premieren der Stücke „Früchte des Zorns“ (geplant für den 27. März), „Stimmen einer Stadt“ ( 9. April) und „Inferno“ (18. April).

Auswirkungen hat die Corona-Krise auch auf Trauerfeiern. Diese darf es zwar weiterhin geben, aber mit maximal 100 Besucherinnen und Besucher. Als Konsequenz wurden Trauerfeier und Beerdigung der im Februar gestorbenen SPD-Politikerin Rita Streb-Hesse verschoben. Zu dem Termin waren mehrere Hundert Gäste erwartet worden, darunter Politiker aus Bundes- und Landtag. Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) sollte die Trauerrede halten.

Die Linke im Römer forderte am Montag Unterstützung für arme Menschen in Frankfurt. „Auch arme Leute müssen die Möglichkeit haben, sich Vorräte zu schaffen“, sagte Fraktionschefin Dominike Pauli. Frankfurt müsse dafür „das Geld unbürokratisch bereitstellen“.

Zugleich forderte Pauli für die Zeit der Corona-Krise, keine Zwangsräumungen, Strom- und Wassersperren vorzunehmen: „Dafür hat die Stadt Frankfurt gegenüber den Versorgungsunternehmen, privaten Vermietern und den öffentlichen Wohnungsbaugesellschaften zu sorgen.“ Zudem müsse die Stadt die Lebensmittelversorgung über die Tafel sicherstellen.

Das Virus hat immer mehr Auswirkungen auf das öffentliche Leben. Wegen des Coronavirus schließen in Frankfurt Fitnesstudios ab Mittwoch (18.03.2020).

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