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Zur ehrenamtlichen Tätigkeit zählt auch die Beratung und Hilfe für Geflüchtete, vor allem für Frauen mit Kindern.

Engagement

Coronavirus: Ehrenamt ruhen lassen

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Die Freiwilligenagenturen empfehlen Ehrenamtlern, ihr Engagement ruhen zu lassen. Das Sozialdezernat ruft die Bürger auf, ihren Nachbarn zu helfen.

Die Hilfe für bedürftige Menschen in Frankfurt leisten neben den staatlichen Einrichtungen auch viele Ehrenämter. Zur Eindämmung des Coronavirus haben nun Freiwilligenagenturen wie das Bürgerinstitut und die Ehrenamtsagentur der AWO eine Empfehlung herausgegeben, dass Ehrenamt vorerst ruhen zu lassen.

Doch sollte dies aus irgendwelchen Gründen nicht möglich sein, empfiehlt die Ehrenamtsagentur, die persönlichen Kontakte per E-Mail, Telefon, Skype oder Whatsapp auszuführen. Zu den gemeinnützigen Aufgaben gehören unter anderem Eins-zu-Eins-Begleitungen, Telefonseelsorge, Patenschaften oder Flüchtlingsarbeit. „Das sind nur Handlungsempfehlungen, das ist kein Muss. Die Ehrenämter müssen selbst entscheiden wie sie weiter mit ihren Klienten kommunizieren wollen. Sie sollten aber mit sich und der Umwelt verantwortungsvoll umgehen“, sagt Pilar Berk, Leiterin der Ehrenamtsagentur. Von den Maßnahmen wären laut Berk 1250 Ehrenämter betroffen. Diesen stehen geschätzt rund 5000 Menschen gegenüber, die vom Ehrenamt profitieren, Hilfe erhalten oder abhängig sind.

Kontakt

Die Ehrenamtsagentur hat alle Termine und den Publikumsverkehr eingestellt. Telefonisch ist die Agentur zu den gewohnten Zeiten unter 069 / 363 963 190 erreichbar.

Auch das Bürgerinstitut ist zu den gewohnten Zeiten, Montag bis Freitag, von 9 bis 16 Uhr, telefonisch zu erreichen unter 069 / 972 017 0. FR

Zu ähnlichen Vorkehrungen hat auch das Bürgerinstitut gegriffen. Auf der Website veröffentlichte das Institut bereits vor einigen Tagen, welche Maßnahmen nun getroffen werden. Diese gelten zunächst bis zum 31. März. „Alle Veranstaltungen im Treffpunkt und alle Gruppenangebote in allen Arbeitsbereichen des Hauses sind abgesagt. Beratungstermine werden nur noch telefonisch durchgeführt.“ Außerdem werden die Besuchs- und Begleitdienste in Pflegeheime und Krankenhäuser eingestellt. Auch im Hospizbereich – wo besonders viele Ehrenämter tätig sind – und für die gesetzliche Betreuung sind für die akuten Fälle Sonderregelungen getroffen. „Diese Maßnahmen werden wahrscheinlich verlängert“, sagt Michael Beckmann, Leiter der Freiwilligenagentur. „Wir müssen den Publikumsverkehr einstellen und sensibel mit dem Virus umgehen. Alles andere wäre verantwortungslos und sicherlich werden Menschen darunter leiden.“

Die Ehrenamtsagentur der AWO und die Freiwilligenagentur des Bürgerinstituts stehen nur symptomatisch für die schwierige Situation der Ehrenämter. Auch die Caritas und weitere Einrichtungen begrenzen ihr Angebot stark. Die Folgen für jene, die vom Ehrenamt profitieren, sind nicht absehbar, doch dafür sprießen in Frankfurt und Umgebung Nachbarschaftshilfen wie Pilze aus dem Boden, wie die FR bereits am Dienstag berichtete.

Genau an diese Nachbarschaftsinitiativen appelliert nun Manuela Skotnik, Pressesprecherin von Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU). „Nun ist das Engagement der Bürgerinnen und Bürger gefragt. Jetzt einfach mal an der Tür bei den Nachbarn klingeln und fragen, ob Hilfe benötigt wird“, sagt sie.

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