Verkehr

Coronakrise: Stadt Frankfurt stellt Nachtverkehr ein

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Um den Nahverkehr am Tag zu sichern, fahren nachts in Frankfurt keine Busse und Bahnen mehr.

In Frankfurt fahren ab dem heutigen Freitag in der Nacht keine Busse und Bahnen mehr. Wie die städtische Nahverkehrsgesellschaft Traffiq mitteilte, würden die nächtlichen Fahrten wegen der Corona-Pandemie eingestellt. Als Orientierungshilfe für die Fahrgäste gelte, dass die letzten Bahnen und Busse gegen 0.30 Uhr an ihrer jeweiligen Starthaltestelle abfahren würden. Die ersten Fahrten morgens starteten ab etwa 4.30 Uhr. Mit dem Wegfall der Nachtfahrten soll der Tagesverkehr sichergestellt werden, teilte Traffiq mit. Seit Mittwoch gilt der Sommerfahrplan.

Dieser wird von Montag an auch in Darmstadt eingeführt. Der Hintergrund: Die Busunternehmen und die Verkehrsgesellschaften müssen wegen der Corona-Krise mit deutlich weniger Personal auskommen. Zahlreiche Mitarbeiter bleiben zu Hause, um Kinder zu betreuen, die nicht zur Schule, in die Kita oder den Hort gehen können.

In den kommenden Tagen sei der Ausfall weiterer Fahrten oder Linien möglich, teilte Traffiq mit. Auch stärkere Einschränkungen des öffentlichen Nahverkehrs könnten nicht ausgeschlossen werden. Im Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) fahren die S-Bahnen derzeit noch nach dem üblichen Wochenfahrplan.

Wie der Frankfurter Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) mitteilte, ist die Zahl der Fahrgäste im Frankfurter Nahverkehr deutlich zurückgegangen. Er sprach von Einbrüchen von „80 bis 90 Prozent“.

Das liege unter anderem daran, dass der Schülerverkehr komplett weggefallen sei. Zahlreiche Unternehmen hätten ihre Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt, so dass es weniger Berufsverkehr gebe. Auch hielten sich viele an die von der Bundesregierung und dem Robert-Koch-Institut geforderte soziale Distanz von mindestens 1,50 Meter, um eine Übertragung des Coronavirus zu vermeiden.

„Damit die Menschen in den U-Bahnen und Straßenbahnen genug Platz haben, haben wir die Zuglängen trotz der verringerten Nachfrage nicht gekürzt“, sagte er. So sei es „luftig“ in den Wagen, die Menschen könnten ausreichend Abstand zueinander halten.

Um die Fahrerinnen und Fahrer zu schützen, wird die vordere Tür der Linienbusse nicht mehr geöffnet. Teilweise sind die vorderen Sitze mit Klebeband abgesperrt. Fahrkarten können nicht mehr im Bus gekauft werden, sondern am Fahrkartenautomaten. Kontrolliert wird weiterhin, wenn auch nicht an den Ausgängen der Stationen. Damit Fahrgäste den Türknopf nicht mehr mit der Hand – oder dem Pullover – betätigen müssen, erledigen das die Fahrerinnen und Fahrer per Knopfdruck von der Kabine aus. Bei einigen älteren Straßenbahnen geht das indes nicht. Nachts werden die Fahrzeuge in den Betriebshöfen nach Angaben der VGF gereinigt und teilweise desinfiziert. Die Mobilitätszentrale an der Hauptwache, das VGF-Ticketcenter in der Hauptwache-Passage und in der Bockenheimer Warte sind geschlossen.

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