Corona-Virus

Corona-Virus in Hessen: Vorbereitung auf den Ernstfall

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Die Landesregierung in Hessen bereitet sich auf ansteigende Infektionszahlen vor. Beatmungsgeräte sind mittlerweile meldepflichtig.

In Hessen waren am Mittwoch, Stand 14 Uhr, 3582 Menschen positiv auf Corona getestet, 281 mehr als am Vortag. Die Zahl der Toten stieg um sieben auf 25. Immer mehr Erkrankte brauchen eine stationäre Behandlung. „In den kommenden Wochen wird die medizinische Versorgung absehbar stark in Anspruch genommen“, sagte Sozialminister Kai Klose (Grüne) am Mittwoch in Wiesbaden, wo er einen Überblick über die aktuelle Situation gab und die Bevölkerung bat, weiterhin mitzuhelfen, die Ausbreitung des Virus zu entschleunigen.

„Wir bauen gemeinsam mit den hessischen Krankenhäusern und ihren Trägern die Kapazitäten der Intensivversorgung, besonders der Beatmung, aus“, kündigte der Minister an. 12 192 freie Betten stünden in den Krankenhäusern bereit (Stand Dienstag, 11 Uhr). Das sei ein Plus von 2475 Betten seit dem 22. März. „Dieser Zuwachs an Kapazität zeigt deutlich, dass der Ausbau der Krankenhäuser und das Verbot nicht medizinisch dringlicher Eingriffe wirken.“ Den Angaben zufolge lagen am Dienstag 772 Covid-19-Patienten in den hessischen Krankenhäusern, davon 175 beatmungs- und intensivüberwachungspflichtig. Weitere 35 sind lediglich intensivüberwachungspflichtig.

Die Zahl der überwachten Intensivbetten sei von 860 auf knapp 1100 gestiegen. Die der Beatmungsbetten werde in den nächsten Tagen weiter erhöht, kündigte Minister Klose an. Statt rund 1200 Betten stünden jetzt fast 1900 zur Verfügung. Weitere 380 kämen hinzu, wenn das 10-Millionen-Euro-Beschaffungsprogramm greife.

In Vorbereitung auf einen möglichen weiteren Anstieg von Schwerkranken hat die Landesregierung eine Meldepflicht für Beatmungsgeräte erlassen. Sie gilt nicht für Privathaushalte, aber etwa für Tierarztpraxen, in denen oft voll funktionstüchtige Geräte stehen, die Kliniken ausrangiert hatten.

Neuigkeiten zum Thema Impfstoff verkündete Stefan Becker, Leiter des Instituts für Virologie an der Philipps-Universität Marburg. Die Entwicklung schreite schneller fort als gedacht, sagte er: „Wahrscheinlich wird es möglich sein, dass die ersten Testungen am Menschen im zweiten Halbjahr 2020 erfolgen können.“

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