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Pandamie

Das Corona-Impfzentrum in Frankfurt ist bereit

  • George Grodensky
    vonGeorge Grodensky
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Bis zu 4000 Menschen am Tag könnten sich in der Festhalle in Frankfurt gegen Corona impfen lassen. Personal soll genügend vorhanden sein.

  • Das Corona-Impfzentrum an der Messe in Frankfurt wartet auf seinen Einsatz.
  • Noch fehlt ein Impfstoff, dieser soll aber bald verfügbar sein.
  • Bis zu 4000 Menschen sollen am Tag in Frankfurt im Zentrum gegen das Coronavirus geimpft werden.

Frankfurt – Die Logistik steht. Das neue Frankfurter Impfzentrum in der Festhalle könnte sofort loslegen. Personal sei genügend vorhanden, versichert der Betreiber, das Deutsche Rote Kreuz, bei einem Rundgang am Donnerstag. 400 Bewerbungen hat Dierk Dallwitz gesichtet, der Geschäftsführer des DRK-Bezirksverbands Frankfurt. „120 davon sind ärztliches Personal.“ Die Computer surren, die Software des Landes Hessen benötigt noch ein kleines Update. Die Security arbeitet, lässt niemanden herein, der nicht auf der Liste steht. Nur der Impfstoff fehlt halt noch.

4000 Corona-Impfungen am Tag für Frankfurt

Und so liegt es ein bisschen ungeduldig da, das Impfzentrum in der riesigen Halle, trommelt mit den Fingern. Mit seinen unzähligen Desinfektionsspendern und den kleinen Kabinen, die von oben wie eine Batterie von Strandumkleiden aussehen. Obendrüber thront majestätisch das große Kuppeldach wie ein Ufo, das gelandet ist, um die Menschheit zu erforschen.

Von Ende des Monats an sollen sich hier bis zu 4000 Frankfurterinnen und Frankfurter am Tag durch die Impfstraße bewegen. Vom Check-in an der Brüsseler Straße zum Eingang Südseite. Allerdings nur mit Termin (über die 116 117) und Bescheinigung, dass man auch berechtigt ist, geimpft zu werden. Besucherinnen und Besucher müssen medizinischen Mund-Nasen-Schutz tragen; wer keinen hat, bekommt ihn vor Ort. Stichwort Security am Eingang: „Wir erwarten keine größere Demonstration“, sagt Antoni Walczok, stellvertretender Leiter des Gesundheitsamts. Aber sicher ist sicher.

Schwieriger Logistik im Corona-Impfzentrum in Frankfurt

Für die Nutzung der Halle, für Logistik und Security zahlt die Stadt Geld an die Messe. Wie viel, wird nicht verraten. Aber: „Woanders müssten wir auch Miete zahlen“, sagt Walczok. Und mit dem Standort ist das Gesundheitsamt sehr zufrieden. Die Festhalle liegt zentral und ist an den Nahverkehr angebunden. Zudem ist die Messe sehr erfahren mit Logistik und hat in Windeseile alle Arbeitsplätze eingerichtet.

Etwa im Foyer, wo sich die Neuankömmlinge anmelden, und den Fragebogen ausfüllen. Pfeile weisen den Weg in die Halle, Personal achtet darauf, dass es keine Staus gibt. 250 Mitarbeitende in zwei Schichten sollen den Strom lotsen, sollen beraten, verwalten, impfen, Ampullen aus dem Kühlraum holen, aufbereiten, also von minus 70 Grad auf Plus zwei bis acht Grad bringen, auf Spritzen ziehen und vor allem ganz vorsichtig zu den Impfkabinen tragen. Das Mittel reagiert empfindlich auf Erschütterungen.

Optionales Arztgespräch bei Corona-Impfung in Frankfurt

Über einen Sichtungsgang gelangen die Patienten zu den Ärztezimmern. Wer sich ausreichend informiert fühlt, kann diesen Punkt überspringen, wer ein Arztgespräch wünscht, entschwindet in eines der 16 Sprechzimmer. Danach geht es in die eigentliche Impfzone, das Herzstück. In 44 Kabinen arbeiten immer zwei Personen, eine spritzt, die andere informiert. Patienten können sitzend oder liegend ihre Impfung erhalten.

Wem von den vielen Kurven und Stationen bis hierher schwindelig geworden ist, freut sich nun über eine Viertelstunde Pause. Die ist dafür gedacht, die Gäste auf mögliche Nebenwirkungen hin zu überwachen. Auch dafür gibt es Sitz- und Liegebereich. Und für Notfälle Sanitätsstation, Notarzt, Rettungswagen. Ob überhaupt genügend Impfstoff für 4000 Menschen am Tag bereitsteht, ist offen. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) sprach zuletzt von 50 000 Dosen für ganz Hessen. Dann könnten es die Ärzte in der Festhalle etwas gemächlicher angehen lassen.

Gleichwohl ist „das Impfzentrum ein Silberstreifen am Horizont“, sagt Frankfurts OB Peter Feldmann (SPD), warnt aber zugleich: „Wir müssen aufpassen, dass die Hoffnung nicht in Leichtsinn umschlägt.“ Es werde Monate dauern, bis die gewünschte Herdenimmunität erreicht sei. Mindestens 60 Prozent der Bevölkerung müssten dafür geimpft sein. Auch Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) wird deutlich: Impfen sei nur wirksam, wenn die Menschen sich gleichzeitig alle an die Hygiene- und Abstandsregeln hielten. (Georg Grodensky)

Rubriklistenbild: © Renate Hoyer

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