In einem Seniorenheim in Essen gibt es einen positiven Corona-Fall.
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In einem Wohnheim für Seniorinnen in Frankfurt gibt es offenbar nur geringe Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus. Eine Seniorin beklagt, es gebe keine Möglichkeit zum Lüften.

Wohnanlage in Frankfurt

Wohl fehlende Corona-Schutzmaßnahmen in Senioren-Wohneinrichtung in Frankfurt

  • Steven Micksch
    vonSteven Micksch
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Ab 60 Jahren steigt das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf bei einer Corona-Infektion. Eine Bewohnerin kritisiert fehlende Maßnahmen in einer Senioreneinrichtung in Frankfurt.

  • In Seniorenheimen kommt es immer wieder zu Corona-Ausbrüchen.
  • Eine Seniorin kritisiert geringe Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus in einer Wohneinrichtung in Frankfurt.
  • Die dort lebenden Seniorinnen sind fast alle über 70, einige sogar 90 Jahre alt.

Frankfurt - Dorothea Schubert, die in Wirklichkeit anders heißt, sorgt sich aktuell um die Gesundheit ihrer Nachbarinnen und auch um ihre eigene. Sie wohnt seit einigen Jahren in einer Wohnanlage in der Böttgerstraße in Frankfurt, die der unselbstständigen Franz-Anton-Gering-Stiftung gehört. Die Stiftung wird von der Stadt verwaltet. In der Wohnanlage leben ausschließlich alleinstehende ältere Frauen ab 60 Jahren, die bedürftig seien oder wegen ihres Zustandes Hilfe benötigten, heißt es in der Satzung. Aufgrund ihres Alters gehören Senioren und Seniorinnen zur Corona-Riskogruppe.

Die besondere Einrichtung erfahre aber in der Corona-Zeit keine besondere Behandlung, ganz im Gegenteil, so Schubert. Desinfektionsmittel an den jeweiligen Hauseingängen gibt es nicht. Geputzt werde seit der Pandemie nicht häufiger, sondern sogar weniger, so die Frankfurterin. Hinweisschilder, die das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung empfehlen, gebe es in der Seniorenwohnanlage auch nicht.

Corona in Frankfurt: Seniorin kritisiert fehlende Schutzmaßnahmen

Täglich kämen Lieferanten, Zusteller oder andere Dienstleister in die Häuser in der Böttgerstraße in Frankfurt. Auf Abstand oder das Tragen einer Maske werde fast immer verzichtet. „Die meisten Frauen hier sind über 70, einige über 80 und ein paar sogar über 90 Jahre alt“, sagt Schubert. Sie gehörten zur Corona-Risikogruppe, würden aber keine besondere Beachtung erfahren. Eine Sonderstellung wie ein Seniorenheim habe die Wohnanlage der Stiftung nicht.

Trotz der Corona-Pandemie wurde im September noch ein Grillfest auf dem Gelände in Frankfurt gefeiert. Die Abstände waren gering und auch hier trug niemand eine Maske, wie Fotoaufnahmen zeigen. Schubert fand das unverantwortlich und blieb dem Fest fern.

Corona-Maßnahmen in Senioreneinrichtung in Frankfurt: Keine Möglichkeit zum Lüften

Die Frankfurterin beklagt auch, dass die Fenster im Hausflur mit Schlössern verschlossen seien. Eine Möglichkeit zum Lüften und zum Austausch von Aerosolen zum Schutz gegen Corona bestehe damit nicht. Den Schlüssel für die Fenster hat der im Haus lebende Hausmeister. Der habe aber während der zurückliegenden Monate seinen Dienst lange Zeit nicht verrichten können, wie ein Aushang im Haus den Bewohnerinnen mitgeteilt habe. Eine Stellvertreterin oder ein Stellvertreter wurden nicht benannt. Schuberts Anfragen an die Stiftungsleitung blieben unbeantwortet.

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Die Stiftung erklärt auf Nachfrage der FR, dass es in der Wohnanlage in Frankfurt keine Verstöße gegen die aktuellen Verordnungen des Landes Hessen gebe. Im Treppenhaus und den Gängen eines Wohnhauses sei es in aller Regel kein Problem, einen Abstand von 1,5 Metern einzuhalten. Im Zweifelsfall solle man Rücksicht aufeinander nehmen und beispielsweise noch mal einen Schritt in die Wohnung zurücktreten, damit die Nachbarin erst vorbeigehen könne. (Steven Micksch)

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