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Corona trifft Wirtschaft in Frankfurt und Region massiv

  • Christoph Manus
    vonChristoph Manus
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Zwei Drittel der Unternehmen im IHK-Bezirk Frankfurt rechnen für das laufende Jahr mit sinkenden Umsätzen. Und auch die Erwartungen sind alles andere als positiv.

Die Unternehmen im Bezirk der Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt sehen ihre Zukunft deutlich weniger negativ als noch im Frühsommer. Immer noch rechnen aber mehr Betriebe mit schlechteren Geschäften als mit einer Verbesserung der Lage. Das geht aus einer Umfrage hervor, für die die Kammer vom 7. September bis 2. Oktober, also vor dem deutlichen Anstieg der Corona-Zahlen, 3000 Mitgliedsunternehmen in Frankfurt, dem Hochtaunuskreis und dem Main-Taunus-Kreis befragte.

„Wir sehen deutliche Anzeichen einer Erholung“, sagt IHK-Präsident Ulrich Caspar. Trotzdem befänden sich aber viele Branchen weiterhin „fest im Griff der Corona-Pandemie“. Zudem zeige sich, dass die Krise trotz der erfolgten Lockerungen und der Überbrückungshilfen zu unwiederbringlichen Schäden geführt habe. So rechnen nach Zahlen der Konjunkturumfrage 63 Prozent der Unternehmen für das laufende Jahr mit einem sinkenden Umsatz. Jeder siebte Betrieb erwartet sogar einen Rückgang um mehr als 50 Prozent. Nur sieben Prozent gehen dagegen von einem höheren Umsatz als im Vorjahr aus.

Die Investitionsbereitschaft steigt im Vergleich zum Frühsommer zwar. Immer noch wollen aber deutlich mehr Unternehmen weniger investieren als mehr investieren. Jeder vierte Betrieb will weniger Menschen beschäftigen als bisher, nur jeder siebte personell aufstocken.

Besonders stark trifft die Krise weiterhin das Hotel- und Gaststättengewerbe. 79 Prozent der befragten Unternehmen in diesem Sektor nennen die Lage schlecht, nur zwei Prozent sind zufrieden. Und 53 Prozent rechnen damit, dass sich ihre Situation noch verschlechtern wird. Sehr schlecht schätzen auch die Unternehmen der Verkehrswirtschaft ihre Lage und die Zukunft ein. 40 Prozent rechnen mit einem schlechter werdenden Geschäft. Düster bleibt die Stimmung auch im Großhandel. Die Industrie schaut dagegen inzwischen wieder relativ zuversichtlich in die Zukunft.

IHK-Präsident Caspar warnt davor, die begonnene Erholung der Wirtschaft zu gefährden. Es gelte vor allem, einen „zweiten harten Lockdown“ zu vermeiden, sagte er am Dienstag.

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