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Auf dem Festplatz am Ratsweg gibt es Rachenabstriche direkt am Auto.

Corona-Test in Frankfurt unter freiem Himmel

  • Clemens Dörrenberg
    vonClemens Dörrenberg
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An der Eissporthalle Frankfurt können sich Menschen seit Donnerstag unter freiem Himmel testen lassen. Das Prinzip des Corona-Testzentrum ist das gleiche wie beim Drive-In.

Scheibe runter, Mund auf und nur wenige Momente später rollt das Auto davon.

Vor der Eissporthalle befindet sich seit letzten Donnerstag ein „Drive-/Walk-Through-Testzentrum“ des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). „Weil die Corona-Infektionszahlen hoch sind und wir unseren Beitrag zur Steuerung des Ausbruchs-Managements leisten wollten“, sagt Benedikt Hart, Leiter des Testzentrums vom DRK und weiter: „Infektiologisch sinnvoll haben wir es hier im Freien eingerichtet“. Das Angebot richte sich an „Leute, die Angehörige zu pflegen haben oder die ins Ausland fliegen“, berichtet er. Der 32-Jährige ergänzt: „Wir wollten das für Frankfurt und die umliegenden Gemeinden anbieten“.

Auf dem großen Parkplatz am Ratsweg, wo sonst etwa die Dippemess stattfindet, stehen am Samstagvormittag ein halbes Dutzend Autos in einer Schlange zu der Corona-Teststation. Immer wieder kommen neue dazu, andere fahren hindurch. Die Nummernschilder zeigen neben Frankfurt und Offenbach Kennzeichen aus Darmstadt, Hanau, Main-Kinzig-Kreis sowie Rüdesheim. Eine Handvoll Container hat das DRK in der Mitte des Parkplatzes aufgebaut, von Bauzäunen umrandet. An einem Container melden sich Autofahrer an, zeigen ihren QR-Code über das Handy, den sie bei der Registrierung im Internet erhalten haben und bezahlen per Karte den Betrag von 69 Euro für ihren Corona-Test. Danach fahren sie unter einen Pavillon, an dem auf einem Schild steht: „Bitte im Schritttempo einfahren und im Auto sitzen bleiben“.

Einer von sieben DRK-Beschäftigten wartet dort in kompletter Schutzmontur, mit Kunststoff-Visier und Maske, dazu zwei Paar Gummihandschuhe übergestreift. Mit einem Kunststoffstäbchen, das ihm eine Kollegin gereicht hat, geht er zum Autofenster und nimmt einen Rachenabstrich. Ähnlich verläuft es in der Schlange daneben für Passanten. DRK-Mitarbeiter Sven Björn Petersson steht im Vorraum eines Containers. Alle drei Türen sind weit geöffnet, um für Belüftung zu sorgen. Der gelernte Kinderkrankenpfleger begrüßt die Testpersonen, die einzeln zu ihm vortreten, mit freundlichen Worten. „Die Maske dürfen Sie abnehmen und Platz nehmen“, sagt er. Dann: „Einmal Kopf zurück lehnen, tief einatmen“. Und: „Sagen Sie mal Ah“. Nach einem kurzen Würgen der Testperson hat Petersson die Probe aus dem Hals entnommen. Die Spitze des Teststäbchens bricht er ab und gibt sie in ein Röhrchen, das ihm sein Kollege hinhält.

Silvia Mühlhausen steht auch an. Die 53-Jährige aus dem Main-Taunus-Kreis hatte in der Arztpraxis, in der sie arbeitet, Kontakt mit einer infizierten Person.

„Ich bin symptomfrei“, sagt Mühlhausen und nennt damit eine Bedingung, um den Test beim DRK an der Eissporthalle vornehmen zu lassen. „Gut, dass es das hier gibt“, sagt sie. Die Teststation würde „Arztpraxen teilweise entlasten“. Innerhalb eines Tages soll ihr das Ergebnis übermittelt werden, berichtet sie.

Knapp 20 Minuten haben Christian Zimmermann und seine Söhne in ihrem Kleinbus gewartet. „Ich war verwundert, dass so wenig los war“, sagt der 38-jährige Harheimer durch sein offenes Seitenfenster, während bei Sohn Philipp der Abstrich gemacht wird. Ein Mitschüler des Erstklässers sei positiv auf das Coronavirus getestet worden, daher der Test seines Sohnes, berichtet der Vater.

Wie das für den Siebenjährigen war, beantwortet der kurz: „Gut“.

Bis zu 200 Menschen könnten sie pro Tag testen, berichtet Benedikt Hart. Am Freitag seien 150 gekommen, am Samstag bereits in der ersten Stunde 70.

Wie lange die Teststation geöffnet bleiben wird, kann Hart noch nicht sagen. „Wir machen so lange es nötig ist.“ Definitiv über den Jahreswechsel hinaus sollen die Tests im Drive-in-Verfahren möglich sein.

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