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„Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!“, lautet die Devise, zu der das Staatstheater Kassel in einem Stadtmagazin aufgerufen hat.

Kultur

Corona: Spenden sammeln für Kunst und Kultur in Frankfurt

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Viele Kulturschaffende weichen auf das Netz aus, doch finanziell stoßen viele schon jetzt an ihre Grenzen. Wie Spenden und Aktionen Kreativen und Veranstaltern helfen können.

Konzerte und Lesungen fallen aus, Theater und Kinos haben den Spielbetrieb eingestellt, Museen, Galerien, Kulturzentren, Sportstätten, Cafés, Musiklokale sind geschlossen. Das Coronavirus wütet auf allen Ebenen des Lebens, Kultur- und Freizeitangebote gibt es nur noch online oder vielmehr: Immerhin gibt es sie noch online. Künstler, Musiker, Veranstalter und Einrichtungen in Frankfurt und der Region streamen ihre Angebote, musizieren, performen, lesen und interagieren via Skype, geben Mal- und Basteltipps, stellen Videoclips und Podcasts auf ihre Homepages, für alle frei verfügbar und generell kostenlos. Doch je länger die Krise andauert, desto mehr geraten Kulturschaffende und -anbieter an ihre Grenzen, viele bangen um ihre Existenz. Die Aufrufe mehren sich, Kunst und Kultur mit Spenden und anderen Hilfen zu unterstützen, sowohl die bundesweite Szene, als auch das Theater, Kino, Museum vor Ort. Hier ein paar Beispiele aus Frankfurt und der Region.

Papageno-Musiktheater Frankfurt:  Die beiden Frankfurter Schülerinnen Clara Geadah und Milena Schoo haben einen Spendenaufruf für das Papageno-Musiktheater am Palmengarten gestartet. Das kleine Privattheater liege ihnen „sehr am Herzen“, von klein auf hätten sie es besucht, schreiben sie. „Theaterleiter Hans-Dieter Maienschein und sein Ensemble bieten Kindern dort einen liebevollen Einblick in die Welt des Theaters und der klassischen Musik.“ Da das Theater in privater Hand sei und nicht von der Stadt durchfinanziert werde, „steckt es nun in finanziellen Schwierigkeiten“. Es müsse unzählige bereits verkaufte Tickets zurückerstatten und weiterhin den Unterhalt der Spielstätte finanzieren. Und das bei gleichzeitigem Ausbleiben der Einnahmen wegen der Corona-Pandemie. „Aus diesem Grund möchten wir versuchen, es in diesen schweren Zeiten so gut wie möglich zu unterstützen, indem wir Menschen finden, die bereit sind, für den Erhalt des Theaters zu spenden“, appellieren die Schülerinnen.

Gespendet werden kann über www.gofundme.com/f/papageno-musiktheater-am-palmengarten-spenden sowie über die Bankverbindung IBAN: DE 77 5005 0201 0200 6357 86

Internationales Theater Frankfurt:  Das Internationale Theater Frankfurt verzeichnet seit Wochen sinkende und seit der Schließung überhaupt keine Einnahmen mehr. „Wie in vielen kleinen wie großen Häusern trifft es bedauerlicherweise die nicht-festangestellten Bühnenakteur*innen am härtesten, wenn die Veranstaltungen aufgrund höherer Gewalt abgesagt werden“, heißt es in einer Mitteilung. Das Theater komme bisher auf einen Fehlbetrag von 12 000 Euro, um die Kosten für das Hauspersonal, die Gagen für die Künstlerinnen und Künstler sowie sonstige Ausgaben aufzufangen. Um dies zu gewährleisten, bittet das Team „dringend“ um Hilfe. Diese kann zum einen über Spenden erfolgen, zum anderen über den Umgang mit bereits gekauften Tickets. So gelten Karten für Nachholtermine, sie können aber auch in Gutscheine für die kommende Saison umgewandelt oder der Betrag gespendet werden. Wer das alles nicht möchte, bekommt das Geld zurück.

https://internationales-theater.de/spendenaktion

Ponyhof Frankfurt:  Der Ponyhof hat „ebenfalls zur Zeit geschlossen, da wir, genau wie alle anderen, alles dafür tun wollen, dass sich das Virus nicht weiter verbreitet“, schreiben die Macher des Clubs in Sachsenhausen. „Dadurch entfallen uns alle unsere Umsätze, doch die Kosten bleiben.“ Nun hat der Ponyhof eine Kampagne gestartet und hofft auf Unterstützung, „damit wir die Krise durchhalten können, so lange sie eben auch gehen wird“.

Folgender Link führt zur Kampagne: https://www.gofundme.com/f/helft-dem-ponyhof?utm_source=customer&utm_medium=copy_link-tip&utm_campaign=p_cp+share-sheet

Hafen 2 in Offenbach:  Auch der Hafen 2 in Offenbach hat eine Spendenkampagne gestartet, um die Ausfälle, die durch die Corona-Pandemie verursacht werden, zu kompensieren. „Hafen schultern“ ist ihr Titel. Die derzeitige Situation treffe den Hafen 2 im „ungünstigsten Zeitraum“, heißt es in dem Aufruf: „Normalerweise müssten wir im Frühling Rücklagen bilden können, um Miete, Nebenkosten und alle weiteren Kosten auch im Herbst und Winter decken zu können.“ Der Hafen 2 bietet über sein Onlinevorverkaufssystem sogenannte „Geistertickets“ an, deren Erwerb das unabhängige Kulturzentrum unterstützen sollen. In drei Kategorien stehen Tickets zum Verkauf, von 5 Euro aufwärts.

Infos unter www.hafen2.net und www.facebook.com/Hafen2. Zu den Geistertickets führt der Link https://bit.ly/2UzsXVQ.

Kultur und Kunst in Mainz:  Mit einer Spendeninitiative „Kultur-Akut-Mainz“ will der Mainzer Rechtsanwalt Kai Hußmann finanziell in Not geratenen Kulturschaffenden und gefährdeten Kulturprojekten helfen. „Viele Künstlerinnen und Künstler fürchten um ihre Existenz. Durch die Corona-Epidemie sind ihre Auftritte, Ausstellungen, Lesungen oder Projekte für voraussichtlich noch viele Wochen oder gar Monate abgesagt“, wird Hußmann in einer Mitteilung der Presseagentur der Stadt zitiert. „Da ist möglichst sofortige, unbürokratische Hilfe dringend erforderlich.“ Kulturschaffende aus Mainz und Umgebung, die in ihrer Existenz bedroht seien oder mit ihren Projekten vor dem Aus stünden, könnten einen Antrag auf finanzielle Unterstützung einreichen, über die dann ein fünfköpfiger Beirat entscheide. Auf der Homepage der Initiative gibt es das Antragsformular sowie weitere Infos. Parallel ruft Hußmann zu Spenden auf: „Jeder kann bei der Initiative mitwirken und damit Kulturschaffende zu 100 Prozent unterstützen, da wir jeden Cent weitergeben.“

www.kultur-akut-mainz.de; Spenden auf das Treuhandkonto bei der Sparkasse Mainz an Kai Hußmann, IBAN: DE83 5505 0120 0200 1221 33 Stich wort: Kultur-Akut-Mainz

Von Meike Kolodziejczyk

Die Kulturbranche liegt aufgrund der Corona-Krise immer noch still, doch die Buchmesse Frankfurt soll dennoch stattfinden - egal in welcher Form.

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