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DRK-Mitarbeiter simulieren einen Stäbchen-Test im Bus. Im Echtfall tragen sie Schutzbekleidung. 

Deutsches Rotes Kreuz

Corona-Pandemie in Frankfurt: Linienbus zum mobilen Testcenter umgebaut

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Bewohner und Mitarbeiter von Alten- und Pflegeheimen werden seit Dienstag in einem Bus auf eine Corona-Infektion getestet. Noch in diesem Monat sollen so 8000 Tests durchgeführt werden.

  • DasDeutsche Rote Kreuz Frankfurt hat einen Linienbus in ein mobiles Corona-Testcenter umgebaut
  • Damit sollen vor allem Alten- und Pflegeheime angefahren werden
  • Noch in diesem Monat sollen 8000 Tests durchgeführt werden

Frankfurt - Der Arbeitstag beginnt früh für Matthias Bollinger und seine Kollegen. Um 7 Uhr treffen sich die Mediziner des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Frankfurt auf dem Messegelände. Dort parkt ein zum mobilen Corona-Testcenter umgebauter Linienbus.

Beauftragt von der Stadt, hat das DRK Frankfurt ein Konzept für eine mobile Corona-Test-Taskforce erstellt. Ziel sollte es sein, in einem möglichst effizienten Verfahren allen Menschen, die in einer Einrichtung leben, einenTest auf Sars-Cov-2 zu ermöglichen. Dabei herausgekommen ist besagter Bus. Seit Dienstag steuert er von der Messe aus Alten- und Pflegeheime an, um deren Bewohner und Pflegepersonal auf eine mögliche Corona-Infektion zu testen. Der Bus ermögliche einen minimalen Einsatz an Ressourcen.

Corona-Pandemie: Alte und Schwache besonders schützen

„Ältere und Schwächere brauchen in diesen Zeiten besonderen Schutz“, sagt Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). „Erfahrungen aus anderen Städten mit teils dramatisch hohen Fallzahlen zeigen, wie immens wichtig es ist, gerade die Bewohner und das Pflegepersonal in Alten- und Pflegeheimen so schnell wie möglich zu testen.“ Stefan Majer (Grüne), der als Gesundheitsdezernent den Krisenstab leitet, betont, eine Krise erfordere schnelles Handeln. Deshalb sei die Stadt bei dem Projekt auch in Vorkasse getreten. „Schnelligkeit und Eindeutigkeit haben Priorität. Wir werden unser Menschenmöglichstes tun“, verspricht er.

Wie geht es in der Corona-Krise in Deutschland weiter? Nach Ostern berät die Politik darüber.

Welche Einrichtung das mobile Testcenter wann anfährt, legt das Gesundheitsamt in Abstimmung mit demJugend- und Sozialamt fest. Vorrang haben die Einrichtungen, in denen bereits eine Corona-Infektion aufgetreten ist. Auch Bewohner und Mitarbeiter von Flüchtlingsunterkünften und Behinderteneinrichtungen mit bekannten Infektionsfällen werden getestet. Das DRK rechnet mit 8000 Getesteten in 500 Einrichtungen. Ziel sei es, alle Tests in diesem Monat abzuschließen. „In der Stunde schaffen wir 20 bis 25 Tests“, sagt Bezirksgeschäftsführer Dierk Dallwitz. Die Mediziner seien zehn Stunden am Tag unterwegs, auch an Wochenenden und Feiertagen.

Corona-Testcenter: Bus fährt Alten- und Pflegeheime, Behinderteneinrichtungen und Flüchtlingsunterkünfte an

Das Team, bestehend aus drei Personen – einem Arzt und zwei Assistenten – trage Schutzanzüge, Handschuhe, Masken und Schutzbrillen, erläutert Matthias Bollinger. Der Schutz werde alle zwei Stunden gewechselt. Dass das Frankfurter Rote Kreuz so gut mit Schutzausrüstung und Material versorgt sei, liege daran, dass man die Gefahr früh erkannt habe. „Wir haben bereits Anfang Januar angefangen, uns ein kleines Depot anzulegen.“ Davon profitiere man jetzt.

Der Bus gewährt einen barrierefreien Zugang; beim Stäbchentest trennt eine Schutzwand Tester und Patient voneinander. Alle infektiösen und nicht gehfähigen Patienten werden auf ihren Zimmern getestet. Die Proben kommen am Abend ins Labor, die Ergebnisse sollen innerhalb von 24 bis 72 Stunden vorliegen. Dann werden die Getesteten per Brief über ihr Ergebnis informiert. Das Labor gibt positive Testergebnisse zudem an das Gesundheitsamt weiter, so dass weiterführende Schritte eingeleitet werden können.

„Wichtig ist, die Schutzmaßnahmen in den Einrichtungen bei negativen Testergebnissen nicht zu lockern“, betont DRK-Bezirksgeschäftsführer Dallwitz. Doch er weiß auch: „Mit unserer mobilen Corona-Test-Taskforce können wir ein Stück Sicherheit schaffen.“

von Helen Schindler

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