Ein Memory-Spiel mit Kulleraugen, erstellt vom Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst, zu sehen im Historischen Museum. Historisches Museum Frankfurt
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Ein Memory-Spiel mit Kulleraugen, erstellt vom Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst, zu sehen im Historischen Museum. 

Ausstellung

Corona-Objekte im Historischen Museum Frankfurt

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Der Ausstellungsbereich „Frankfurt jetzt“ zeigt unter anderem Texte, Fotos und Videos aus der Pandemiezeit.

Corona hat unser Leben verändert. Das ist ein Satz, den man oft hört, dem viele zustimmen. Aber was hat sich genau verändert? Was sind die Fixpunkte, an denen diese Veränderung festgemacht werden kann?

Das Historische Museum Frankfurt nähert sich diesen Fragen mit einer neuen Sammlung. Schon im März, als die ersten Pandemiebeschränkungen griffen, die Schulen schlossen, die Arbeit sich ins Homeoffice verlagerte, rief das Museum zu einer Sammlung auf: Frankfurterinnen und Frankfurter, sendet uns eure Corona-Objekte zur Dokumentation zu, seien es Texte, Audios, Videos, Fotos oder Geschichten.

Die Kuratorinnen Angela Jannelli, Nina Gorgus und Dorothee Linnemann vom Historischen Museum erhielten 450 Einsendungen: 200 Objekte und 250 digitale Uploads. Eine Auswahl ist nun im Ausstellungsbereich von „Frankfurt jetzt“ zu sehen.

Dokumentiert ist, wie Schaufenster über Ladenschließungen informierten, auf Onlineshops verwiesen. Wie Menschen per Aushang auf Laternenpfählen anderen Hilfe beim Einkaufen anboten. Wie den Pflegekräften, den Angestellten in Bäckereien und Supermärkten gedankt wurde. Wie das Klopapier ausging, sich die Regale mit Hygieneartikeln leerten. Wie man Mund- und Nasen-Schutz selbst nähte. Wie Menschen vor den Supermärkten anstanden. Wie sie auf Zoomparties feierten.

Die Ausstellung

Das Historische Museum Frankfurt, Saalhof 1, zeigt die Ausstellung zu Corona-Objekten im Bereich „Frankfurt jetzt“ bis Herbst. Einsendungen sind weiterhin möglich: www.historisches-museum-frankfurt.de/stadtlabor-digital

Das Museum ist von Dienstag bis Freitag, 10 bis 18 Uhr geöffnet, sowie am Samstag und Sonntag von 11 bis 19 Uhr. Der Eintritt in die Dauerausstellung kostet 8 /ermäßigt 4 Euro. 

Für die Kuratorinnen stand bei der Auswahl vor allem die Veränderung des Alltags im Mittelpunkt: die Straßen ohne Autos, die Rollbahnen ohne Flugzeuge, die menschenleeren Züge und Bahnhöfe. Die Markierungen, die dazu aufforderten, einen Sicherheitsabstand von 1,5 Metern einzuhalten.

In der Sammlung sind auch Tagespostkärtchen der Illustratorin Leonore Poth zu sehen, die sie ans Museum geschickt hatte. In ihrem Corona-Tagebuch zeichnete Poth darüber hinaus täglich besondere Begebenheiten auf.

Post kam auch vom Ambulanten Kinder-und Jugendhospizdienst Frankfurt, der Kulleraugen an Familien geschickt hatte mit der Bitte, die Augen neben schöne Motive zu legen, zu fotografieren und zurückzuschicken. So entstand ein Memory-Spiel für Kinder. Das Memory hat inzwischen das Historische Museum erreicht und ist auf Ebene 3 zu sehen.

Das Sammeln geht übrigens weiter. Nun stehe der Umgang mit den Lockerungen nach dem Lockdown im Fokus, teilte das Museum mit.

In diesem und im kommenden Jahr soll es Workshops und digitale Formate geben, um mit den Einsendern zu diskutieren, was in die Sammlung aufgenommen werden kann.

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