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Coronavirus - Darmstadt
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Eine Frau sitzt hinter einer schützenden Plane und genießt ihren Kaffee im Außenbereich eines Lokals in Darmstadt.

Darmstadt/Frankfurt

Corona-Lockdown in Hessen: Darmstadt lockert - Frankfurt noch nicht

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  • Thomas Stillbauer
    Thomas Stillbauer
  • Helen Schindler
    Helen Schindler
  • Jens Joachim
    Jens Joachim

Während in Darmstadt die Außengastronomie und die Museen wieder öffnen dürfen, bleiben die Corona-Regeln in Frankfurt zunächst strikt. Das kann sich bald ändern.

Die bepflanzten Holztröge vor dem historischen Rathaus am Marktplatz geizen derzeit nicht mit ihrer Farbenpracht: Die Blüten der Stiefmütterchen leuchten dunkelblau, gelb und lila. Doch hinter den farbenfrohen Trögen sieht es noch etwas trostlos aus. Holztische stehen aufeinandergestapelt vor dem Darmstädter Ratskeller. Die Oberflächen von zwei Tischen liegen jeweils aufeinander, so dass die Tischbeine der oberen Tische emporragen. Erst am Donnerstag wird die Hausbrauerei wieder die Pforten öffnen. „Wir freuen uns auf Ihren Besuch!“ steht auf einem Zettel, der an einem Metallgitter befestigt ist.

Auch die beiden Cafés nebenan wollen dann wieder öffnen, obwohl Außengastronomie in und um Darmstadt unter bestimmten Bedingungen seit Montag wieder möglich ist. So kurzfristig sei es nicht möglich gewesen, genügend Waren und Getränke zu bestellen und geliefert zu bekommen, heißt es.

Corona-Regeln: Darmstadt lockert, Frankfurt noch nicht: Ein Geschäft rollt der Kundschaft den roten Teppich aus

Vor der Bäckerei Bormuth, schräg gegenüber vom Rathaus, lassen sich am Montagmittag einige Besucherinnen und Besucher Kaffee und Kuchen, ein Glas Bier oder Wasser schmecken. Sie konnten entweder einen aktuellen negativen Corona-Test vorzeigen oder nachweisen, dass sie entweder bereits den vollen Impfschutz haben oder von einer Covid-19-Erkrankung genesen sind.

Ein paar Schritte weiter ist vor der Nudelbar Mosch Mosch bereits ein roter Teppich für die Kundschaft ausgerollt worden. Per Luca-App oder mit Hilfe eines Zettels müssen sich hungrige Gäste registrieren, bevor sie an einem der Tische Platz nehmen können, die mit genügend Abstand voneinander auf dem Kopfsteinpflaster stehen.

Im Bayerischen Biergarten „Zum Scheinheilgen“ im nördlichen Teil des Bürgerparks konnten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Alexander Pfaff und Nicole Feldmann bereits am Vormittag einige Stammgäste begrüßen. Sie ließen sich unter aufgespannten Regenschirmen auch von einem kräftigen Regenschauer nicht beeindrucken und bekamen etwa frisch zubereitete Rouladen oder Schweinebraten sowie frisch gezapftes Bier serviert.

Corona-Lockerung im Darmstädter Biergarten: „Die Leute wollen jetzt einfach raus“

„Die Leuten wollen jetzt einfach raus“, berichtet Feldmann am Mittag. Einige Gäste hätten allerdings moniert, dass sie einen negativen Corona-Test für einen Besuch benötigten. Sollte die Sieben-Tage-Inzidenz 14 Tage unter 100 bleiben, würde nur noch eine Testempfehlung gelten.

Neben der Außengastronomie öffnen auch die Darmstädter Museen wieder ihre Türen für Besucherinnen und Besucher. Von diesem Dienstag, 18. Mai, an ist das Museum Künstlerkolonie dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr wieder geöffnet. Über einen Online-Kalender unter www. mathildenhoehe.eu oder telefonisch unter 06151/13-3385 muss ein Besuch vorab für ein einstündiges Zeitfenster reserviert werden. Während des gesamten Aufenthalts im Museum muss eine medizinische Maske getragen werden. Empfohlen wird, einen tagesaktuellen Test vorzuzeigen. Dies ist jedoch – im Gegensatz zu den Gastronomiebetrieben – keine Pflicht.

In Darmstadt öffnen auch die Museen wieder

Auch die Museen sind verpflichtet, die Kontaktdaten der Besucherinnen und Besucher zu erfassen. Die Kontaktdatenerfassung erfolgt mit Hilfe eines QR-Codes vor Ort. „Die Daten werden datenschutzkonform übermittelt und fristgerecht gelöscht“, schreibt das Museum.

Das Hessische Landesmuseum Darmstadt teilte am Montag mit, erst von Samstag, 22. Mai, an wieder zu öffnen. Auch dort kann der Besuch ausschließlich nach der Buchung eines Online-Zeitfenstertickets unter www. hlmd.de oder nach vorheriger telefonischer Anmeldung in der Zeit von Dienstag bis Freitag von 10 bis 12 Uhr und Mittwoch von 14 bis 16 Uhr unter der Nummer 06151/1657111 erfolgen.

Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) äußerte am Montag, die stabil niedrigen Inzidenzen, kombiniert mit den Vorgaben des Landes, ermöglichten nun „Erleichterungen, die von vielen ersehnt wurden“. Allerdings sei „Disziplin weiterhin nötig“, so Partsch.

Auch in Frankfurt könnten weitere Corona-Lockerungen bald in Kraft treten

Während in und um Darmstadt bereits erste Lockerungen erfolgt sind, könnten diese bald auch in Frankfurt in Kraft treten, wo die Sieben-Tage-Inzidenz noch knapp über dem Schwellenwert von 100 liegt.

Geht der Trend in den kommenden Tagen weiter, könnten aber bereits in der kommenden Woche Öffnungen möglich werden. Kerstin Junghans, Geschäftsführerin des Dehoga Frankfurt, freut sich grundsätzlich über die Öffnungsperspektive für die Gastronomiebranche. „Aber die Erwartung muss man relativieren wegen der vorgesehenen Maßnahmen der Landesregierung.“ Diese stellten die Branche vor große Herausforderungen. Das Hochfahren der Maschinerie sei nach so langer Zeit des Stillstands einer Neueröffnung gleichzustellen. Auch sei während der vergangenen Monate viel Personal in andere Branchen abgewandert, „der Fachkräftemangel wird die Branche umso mehr treffen“, befürchtet Langhans.

Weil die Hausbrauerei im Darmstädter Ratskeller am Marktplatz erst am Donnerstag öffnet, wird beim Bäcker nebenan Bier ausgeschenkt.

Auch bedeute das Kontrollieren von negativen Testergebnissen oder Impfnachweisen einen Mehraufwand für die Gastwirte. Langhans fürchtet, dass sich die Öffnung in Phase 1, in der nur die Außengastronomie genutzt werden darf, für viele nicht rechne. „Ich gehe davon aus, dass nicht alle öffnen werden. Viele sagen, dass eine Öffnung ohne Innengastronomie für sie eigentlich keinen Sinn macht.“ In jedem Fall müsse sichergestellt werden, dass finanzielle Hilfen vom Staat weiter gezahlt würden.

Corona-Lockerungen in Frankfurt: Der Einzelhandel darf wieder Click & Meet anbieten

Der Frankfurter Einzelhandel darf bereits seit vergangenen Freitag wieder Click&Meet anbieten, allerdings ist ein negativer Test Pflicht. „Ich glaube, dass der Test sehr abschreckend ist, um Artikel zu kaufen, die nicht dringend gebraucht werden“, sagt Joachim Stoll vom Handelsverband Hessen-Süd. In der Innenstadt sei nicht viel los. „Momentan ist es noch sehr ruhig. Wir hoffen auf Click&Meet ohne Test. Dann öffnet auch die Außengastronomie wieder, dann kommt ein bisschen mehr Leben in die Stadt.“ Vorbereiten müssten sich die Einzelhändler darauf nicht. „Die Abläufe mit Zugangsregistrierung sind mittlerweile allseits eingespielt.“

Der Frankfurter Zoo geht nicht davon aus, dass sich in dieser Woche noch etwas an dem Verfahren ändert: Besucher:innen dürfen nach Voranmeldung und mit Corona-Test hinein. „Wir haben immer Pläne in der Schublade für den Fall, dass wir lockern dürfen“, sagt Sprecherin Caroline Liefke. „Aber die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich die Lage sehr schnell wieder ändern kann.“ Es wäre schon ein großer Fortschritt, wenn die Leute wieder ohne Test kommen und in einige Tierhäuser gehen dürften. „Wir warten erst mal ab, was die Landesregierung beschließt – dann telefonieren wir wieder.“

Frankfurts Palmengarten denkt schon ans Öffnen der Schauhäuser

Ganz ähnlich ist die Lage im Palmengarten. Wenn die Inzidenz weiter stark sinke, werde es sicherlich Erleichterungen geben, sagt Sprecher Sebastian Klimek, „und es ist absehbar, dass wir auch wieder die Schauhäuser werden öffnen dürfen“. Derzeit erarbeite das Palmengartenteam die konkreten Maßnahmen.

Auch die Frankfurter Museen haben eine Aussicht auf Wiedereröffnung. „Wir bekommen die Infos immer sehr kurzfristig, sind aber vorbereitet“, sagt Judith Jördens, Sprecherin des Senckenberg-Museums. Entsprechende Konzepte lägen vor.

Beim Städel herrscht „freudige Erwartung auf eine Wiedereröffnung “, sagt Sprecherin Pamela Rhode. „Wir haben ein Hygienekonzept und bieten die Möglichkeit, Tickets im Onlineshop zu kaufen.“ Momentan arbeite das Team daran, alles fertigzustellen. „Da sind wir inzwischen erprobt, das ist ja bereits die dritte Wiedereröffnung.“ (Thomas Stillbauer, Helen Schindler, Jens Joachim)

Welche Regeln gelten wann? Die Corona-Regeln, die nach der Bundesnotbremse in Hessen greifen, sind kompliziert. In unserem Erklärstück „Hessen lockert in zwei Stufen“ finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten.

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