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Lockdown verhindern

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Gästelisten in Lokalen schützen die Gesundheit aller. Sie aus Faulheit oder Unwissenheit nicht auszufüllen, ist dumm. Ein FR-Kommentar.

Gästelisten sind so ähnlich wie Masken. Sie nerven. Es ist auch niemandem zu wünschen, dass er sich in einem Lokal aufhält, in dem ein anderer Gast oder auch die Bedienung mit Corona infiziert ist. Doch das ist nicht auszuschließen. Deshalb kann eine Gästeliste im Extremfall einen Lockdown verhindern. Einen Stillstand des öffentlichen wie wirtschaftlichen Lebens, den sich wohl kaum ein Mensch zurückwünscht.

In den Gesundheitsämtern der Städte und Landkreise spüren Mitarbeiter mit detektivischen Qualitäten seit Monaten Kontaktpersonen von positiv Getesteten nach. Ein Puzzlespiel, bei dem die Corona-App helfen soll, aber auch die Gästeliste. Wer am Nachbartisch gesessen hat, ist über die dort angegebene Telefonnummer schnell informiert. Wird von der Behörde zum Test geschickt oder, wenn er nicht will, in Quarantäne.

Die Gästeliste dienen dazu, weitere Ansteckungen zu vermeiden. Wer sie ordentlich ausfüllt und führt, verrichtet einen Dienst an der Allgemeinheit und schützt sich und seine Familie.

Vor diesem Hintergrund sollte es selbstverständlich sein, dass die Verordnung des Landes eingehalten wird. Doch die Realität ist leider eine andere. Es gibt sehr viele Gastronomen, die akribisch die Listen führen; selbst wenn sie dafür Schelte kassieren. Die meisten Gäste sind auch schlau genug, beim Ausfüllen nicht zu schummeln. Doch einige Unverbesserliche ignorieren die Regeln. Aus Faulheit, Unwissenheit - oder einfach, weil sie es cool finden. Wie dumm.

Die Ergebnisse der FR-Recherche in Frankfurter Lokalen sind erschreckend. Das Ordnungsamt ist zu den notwendigen Kontrollen offenkundig nicht imstande. Hier haben mal wieder schlaue Leute am grünen Tisch beschlossen, was in der Realität nicht durchsetzbar ist. Bleibt nur der Appell an die Solidarität jedes Einzelnen. Denn von Gästelisten profitiert jeder.

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