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Der Kunstverein bereitet sich auf Besucher vor. 

Museen

Corona-Krise: Mit Maske zur Kunst

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Die Frankfurter Museen öffnen wieder, sind aber weit von Normalität entfernt.

Wenn elf städtische Museen, der Zoo und das Institut für Stadtgeschichte in Frankfurt jetzt wieder ihre Türen öffnen, wird vieles anders sein als es die Menschen gewohnt waren. Von Normalität kann keine Rede sein. In den zurückliegenden Wochen haben sich die Museumsteams intensiv auf den Betrieb unter dem Diktat der Corona-Pandemie vorbereitet, es gab etliche Umbauten zum Schutz des Publikums.

Jetzt ist die Ungeduld groß, endlich wieder die ersten Besucherinnen und Besucher zu empfangen. „Wir sind bereit, wir sind fertig“, sagt Peter Cachola Schmal, der Direktor des Deutschen Architekturmuseums (DAM) am Schaumainkai. „Wir sind froh über dieses Signal, dass es wieder Öffentlichkeit gibt und dass wir nicht komplett die Waffen strecken vor der Pandemie“, urteilt Franziska Nori, die Direktorin des Frankfurter Kunstvereins am Römerberg.

Schmal, dessen Haus mit Partnermuseen in Barcelona und Mailand in engem Kontakt steht, lobt den Umgang der deutschen Politik mit der Pandemie ausdrücklich. „Wir können in Deutschland sehr froh sein über das Krisenmanagement.“ Für die Partnermuseen in Spanien und Italien sei die Lage wesentlich schwieriger. In Frankfurt dürfen die Häuser jetzt nur mit einer Mund-Nasen-Bedeckung betreten werden. Es gilt Maskenpflicht. Der Kunstverein verkauft Masken zum Selbstkostenpreis von 70 Cent an der Kasse.

Wiedereröffnung

Wann genau  die Museen in der nächsten Woche öffnen, ist ihren Websites zu entnehmen. Wieder an den Start gehen das Archäologische Museum, das Historische Museum, das Porzellan-Museum, das Hindemith-Kabinett, das Ikonen-Museum, das Caricatura, das Museum Angewandte Kunst, das Museum Judengasse, das Weltkulturen Museum, das Deutsche Architekturmuseum und das Junge Museum.

Wann Städel oder Deutsches Filmmuseum öffnen, ist noch unklar. 

Die Kassen sind in den Häusern mit Plexiglaswänden als Spuckschutz ausgestattet. Die Zahl der Menschen, die sich gleichzeitig in den Räumen aufhalten dürfen, ist streng begrenzt. Als Faustformel gilt: Eine Person auf 20 Quadratmeter. Im Deutschen Architekturmuseum können zum Beispiel 60 Menschen zugleich anwesend sein, im Kunstverein sind es 40. Eingänge und Ausgänge der Häuser müssen getrennt sein. Die Menschen sollen mindestens anderthalb Meter Abstand voneinander halten.

In den Museen müssen vor Ort Desinfektionsmittel in Spendern ausgegeben werden. Ein wichtiger Punkt: Die Museumsshops sind zwar geöffnet und dürfen auch verkaufen. Offene Ansichtsexemplare etwa von Büchern aber, in denen viele blättern, sind untersagt. Öffentliche Veranstaltungen wie etwa Podiumsdiskussionen oder Lesungen sind in den Häusern bis auf weiteres nicht möglich.

Die Führungsteams der Museen sind sich darüber im Klaren, dass durch die Corona-Pandemie wirtschaftliche Verluste entstehen. DAM-Direktor Schmal rechnet mit Einbußen in sechsstelliger Höhe in diesem Jahr. Diese Defizite müssen durch die Kommune ausgeglichen werden.

Auf beliebte Formate, die viele menschliche Kontakte mit sich bringen würden, müssen die Museen in diesem Jahr verzichten. Im Deutschen Architekturmuseum gibt es etwa in jedem Sommer die „Lego-Baustelle“. Kinder können dort nach Herzenslust mit den Lego-Bausteinen ihre Fantasiewelten schaffen. Auch bei den Eltern stößt dieses Angebot auf großes Interesse. Doch in diesem Jahr fällt die „Lego-Baustelle“, die am 1. Juli hätte eröffnet werden sollen, aus.

Die Ausstellungen, die bisher wegen der Pandemie nicht besucht werden konnten, reichen bis in den Herbst hinein.

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