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Kinder machen klare Ansagen. 

Demo

Corona-Krise: Kinder wollen wieder raus

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Familien demonstrieren in Bornheim für die Öffnung von Kitas und Schulen. Die Kinder wollen endlich wieder ihre Freunde sehen.

Konrad vermisst seine Freunde aus dem Kindergarten. „Ich möchte in den Hort“, hat sein Bruder Hugo auf ein Schild geschrieben. Eltern und Kinder sind am Freitagnachmittag in Bornheim unter dem Motto „Lasst sie frei“ für das Recht auf Bildung, Teilhabe und Chancengleichheit von Kindern auf die Straße gegangen. Sie haben baldige Lösungen für eine Wiedereröffnung von Schulen, Kindergärten und Krabbelstuben gefordert.

Konrads und Hugos Eltern drängen darauf, dass es endlich eine Perspektive gibt. Lange hätten sich die Kinder toll beschäftigt, berichten Juliane und Sebastian Pfeiffer. „Doch langsam werden wir alle mürbe“, sagt Juliane Pfeiffer. Den Kindern fehlten die sozialen Kontakte – und das analog. Videochats seien kein echter Ersatz. Die Pfeiffers fordern nicht, dass die Schulen und Kitas von einem Tag auf den anderen trotz Corona wieder normal öffnen. Schon zum Beispiel drei Tage die Woche zwei Stunden die anderen Kinder wieder sehen zu können, sei aber viel besser als die jetzige Situation, sagen sie.

„Erwachsene dürfen Autos kaufen. Kinder dürfen noch nicht mal ihre besten Freunde treffen“ und „Corona kills Chancengleichheit“, steht auf Schildern, die die Eltern und Kinder hoch halten. Eigentlich dürfen nach Auflage der Polizei wegen der Abstandsregeln nur 15 demonstrieren. Dann sind es doch etwas mehr.

Dass die Spielplätze wieder öffnen sollen, ist für Angela Wolf, die zur Demo aufgerufen hat, nur ein kleiner Hoffnungsschimmer. Es brauche endlich auch ein Konzept zur Wiedereröffnung von Schulen und Kitas, sagt sie. Sie hält es für möglich, Lösungen zu finden, bei denen der Gesundheitsschutz gewahrt bleibe, etwa Schichtsysteme. Die jetzige Isolation vertiefe nicht nur die mangelnde Chancengleichheit, sondern sei für die Kinder auch körperlich und psychisch gefährlich.

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