Viele Menschen flanieren bei Regenwetter auf der Einkaufsmeile Zeil.
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Corona in Frankfurt: Viele Menschen flanieren bei Regenwetter auf der Einkaufsmeile Zeil.

Maske als Lebensretter

Corona-Lage in Frankfurt: „Keine Trendwende“ in Sicht

  • Oliver Teutsch
    vonOliver Teutsch
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Die Stadt Frankfurt will aufgrund einer leichten Enstpannung auf schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus verzichten. Doch von einer Trendwende könne keine Rede sein.

  • In Frankfurt steigen die Coronavirus-Fallzahlen derzeit nicht exponentiell.
  • Die Stadt will daher vorerst auf drastischere Maßnahmen verzichten.
  • Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) wirbt für das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung.

Frankfurt – Frankfurt scheint vorerst nochmal die Kurve zu kriegen. Ein exponentieller Anstieg der Infizierten sei derzeit nicht zu befürchten, sagte Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) am Freitag. „Wir haben eine Entspannung, aber keine Trendwende.“ In einer Fieberkurve stelle sich die Entwicklung als eine Seitwärtsbewegung dar, die den Erfahrungen der vergangenen Monate zu verdanken sei. Majer lobte hierbei vor allem die eigene Organisation überschwänglich. „Keiner ist in der Fallnachverfolgung so perfekt wie das Frankfurter Gesundheitsamt.“

Corona in Frankfurt: Gesundheitsdezernent will auf strengere Maßnahmen vorerst verzichten

Auf strengere Maßnahmen, wie es sie in anderen Kommunen gibt, will der Gesundheitsdezernent vorerst verzichten. Er halte nichts davon, Landesverordnungen nachzuschärfen. „Viele Klein-Klein-Maßnahmen würden verwirren und mindern die Akzeptanz“, so Majer. Stattdessen sollen bestehende Maßnahmen weiter konsequent befolgt werden, wie etwa die Maskenpflicht. „Das ist die zentrale präventive Maßnahme“, betonte Majer.

Daher würde das Gesundheitsamt jetzt auch regelmäßig Rückmeldungen der Verkehrsbetriebe bekommen, wie viele Maskenmuffel es in öffentlichen Verkehrsmitteln gebe. Majer zufolge sei die Disziplin der Fahrgäste in S-Bahnen deutlich höher als in Bussen. Generell lasse die Bereitschaft zum Tragen der Maske in den Abendstunden und am Wochenende nach.

Frankfurt in der Corona-Pandemie: Peter Feldmann wirbt für die Mund-Nasen-Bedeckung

Der Maskenpflicht im Schulunterricht sei es zu verdanken, dass noch keine kompletten Schulklassen in die Quarantäne hätten geschickt werden müssen. Die Gesundheitsexperten sehen das Ansteckungsrisiko im Unterricht Majer zufolge als wenig wahrscheinlich an. Daher sei es ausreichend, infizierte Schülerinnen und Schüler zu isolieren. Allerdings hat sich bei der FR eine verunsicherte Mutter gemeldet, deren Tochter Schülerin an der Helmholtz-Schule ist. Dort hätten die Kinder nach dem positiven Befund eines Mitschülers zwei Tage zu Hause bleiben müssen. Einen Tag auf Betreiben des Gesundheitsamts, einen weiteren auf Wunsch der Schule selbst. Die Schüler seien getestet worden, dann allerdings wieder in die Schule geschickt worden, bevor die Befunde da waren.

Bis zu 50 Euro Strafe drohen Maskenverweigerern in Hannover.(Symbolbild)

Auch Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) warb eindringlich, die Mund-Nasen-Bedeckung dort, wo sie geboten sei, diszipliniert einzuhalten. Eine Maske sei wie ein Gurt im Auto, manchmal vielleicht etwas unbequem, aber sie rette Leben, so Feldmann.

Verschärft sich die Corona-Lage in Frankfurt verschärfen, plant die Stadt drastischere Maßnahmen

Sollte sich die Lage verschärfen, hätte Majer noch drastischere Maßnahmen „im Köcher“, er wolle aber kein Schreckensszenario verbreiten. „Wir sind darauf vorbereitet“, betonte Majer, der dem Gesundheitsamt 30 zusätzliche Stellen bewilligte. Verschärfte Maßnahmen gebe es bereits für die Frankfurter Buchmesse, die diese zu gegebener Zeit selbst kommunizieren werde. Die Buchmesse sei bislang ebenso wenig abgesagt wie der Weihnachtsmarkt. An einen Weihnachtsmarkt wie in den vergangenen Jahren sei allerdings nicht zu denken, so Majer. (Oliver Teutsch)

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